20.03.2015 0 Kommentare

25 Jahre HLUW Yspertal: Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg zu Gast.

Yspertal | Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg und Zeitzeuge Marko Feingold erzählte am 9. März an der HLUW Yspertal aus seinem Leben. „Zwei Stunden lauschten wir seinen Erzählungen und es war keine Sekunde langweilig“, erklärt Victoria Rudelstorfer. Der Zeitzeuge Marko Feingold und seine Gattin waren auf Einladung von Pater Tobias zu Gast an der berufsbildenden Schule im Yspertal.

Pater Tobias vom Zisterzienserstift Zwettl, Schulleiter Gerhard Hackl, Roman Sallmutter, Marko Feingold mit seiner Gattin, Anna Kornes, Schulsprecher Severin Pechhacker, Victoria Rudelstorfer, Peter Minhard und Claudia Mayerhofer Foto: HLUW Yspertal

Pater Tobias vom Zisterzienserstift Zwettl, Schulleiter Gerhard Hackl, Roman Sallmutter, Marko Feingold mit seiner Gattin, Anna Kornes, Schulsprecher Severin Pechhacker, Victoria Rudelstorfer, Peter Minhard und Claudia Mayerhofer
Foto: HLUW Yspertal

Bald feiert er seinen 102. Geburtstag und er ist immer noch unterwegs, stets ohne Hass und mit einer gesunden Portion Humor, um über sein Leben zu berichten. „Ich hatte viel Glück, viele Zufälle und ich möchte sagen auch einige Wunder ermöglichten mir das Überleben. Sechs harte Jahre von 1939 in verschiedensten Konzentrationslagern überlebte ich. Als junger Mann magerte ich auf etwa 35 Kilo ab“, erzählte Marko Feingold in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der HLUW im Yspertal.
Es habe damals geheißen, dass ein Jude in Auschwitz eine maximale Lebensdauer von drei Monaten habe. 1939 kam Marko Feingold ins KZ Auschwitz. Von dort schaffte er es in einen Transport arbeitsfähiger Häftlinge ins KZ Neuengamme in Deutschland. Über Neuengamme und Dachau gelangte er schließlich 1941 mit einem Trupp gehbehinderter Häftlinge ins KZ Buchenwald. Marko Feingold erzählte von der harten Arbeit im Steinbruch, der Gewalt der SS-Leute und dem Hunger als ständiger Begleiter. „Ich war damals jahrelang esssüchtig. Das ist eine unheimliche Qual, die man sich nicht vorstellen kann. Ein Paar Wollsocken, welche ich mir im Lager organisieren konnte, erschienen mir wie eine kleines Wunder“, erzählt der Zeitzeuge den Jugendlichen. 1945 wurde das Lager Buchenwald von den Amerikanern befreit. Feingold gelangte durch Zufall nach Salzburg, wo er sich sein Leben aufbaute. Er half jüdischen Überlebenden bei der illegalen Durchreise über Salzburg und Italien nach Israel. Er eröffnete ein Modegeschäft und heiratete. Seit 1979 ist er Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.

„Soziale Kompetenz ist eine der wichtigsten Säulen der Nachhaltigkeit“, erklärt Schulleiter Gerhard Hackl. „Was damals passiert ist, können wir uns kaum vorstellen. Erlebte Erzählungen und Berichte von Zeitzeugen, wie von Marko Feingold, sind daher eine unbezahlbare und wichtige Ergänzung zur täglichen Unterrichtsarbeit.

Die österreichische Klimaschutzpreisträgerschule im westlichen Niederösterreich feiert am 27. März “25 Jahre HLUW Yspertal”. Die HLUW Yspertal, ist eine katholische Privatschule des Zisterzienserstiftes Zwettl mit Sitz in Yspertal und fühlt sich der Nachhaltigkeit stark verbunden.

info | www.hluwyspertal.ac.at

Rubrik:: Panorama

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