30.05.2017 0 Kommentare

Internationaler Museumstag

Rund 140 Kultureinrichtungen haben am 21.5. österreichweit am Internationalen Museumstag teilgenommen. In Schloss Ulmerfeld mit seiner ungemein faszinierenden Geschichte und seiner besonderen Architektur wurde den zahlreichen Besuchern ein spannendes Programm geboten.

SCAL GALA Foto: Helga Steinacher

SCAL GALA
Foto: Helga Steinacher

Zentrales Thema war Angriff & Verteidigung und somit die Baugeschichte der Befestigungsanlage der ehemaligen mittelalterlichen Burg Ulmerfeld. Mit dem Kulturvermittler und Historiker Robert Aigner ging man sprichwörtlich auf Spurensuche. So auch das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstags. Kinder wie Erwachsene staunten über die alten Ansichten des Schlosses und stellten interessiert Fragen zu den Besonderheiten der alten Gemäuer, die man beim Rundgang besichtigen konnte. Die Stadtgemeinde Amstetten hat in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um gerade die Verteidigungsanlage, mit ihren bis zu neun Meter tiefen Gräben, ihren Mauern und Wehrtürmen, wie auch die eindrucksvolle Burg selbst, wieder sichtbar zu machen.

Selbst auf Spurensuche gehen

Aus dem Archiv der Greinburg wurden Originaldokumente aus dem 17. und 18. Jahrhundert exklusiv gezeigt. Sie zeugen von der Verwaltung und Gerichtsbarkeit der Bischöfe von Freising, die mehr als 800 Jahre lang die Grundherrschaft inne hatten und einst diese stattliche Burg mit ihrer Befestigung errichten ließen. Die Besucher erhielten weiße Stoffhandschuhe und konnten selbst auf Spurensuche gehen. Der Historiker und Archivar Dr. Thomas Buchner half beim Verständlichmachen, übersetzte Textpassagen und gab Auskunft über deren Inhalte. So stand das staunende Publikum vor einem Gerichtsakt eines Mannes, der ganz Winklarn in Brand setzen wollte. Bevor es dann zu den spektakulären Aufführungen von “SCAL GALA”, den singenden Wänden im Rittersaal des Schlosses ging, versorgte der engagierte Laufclub Neufurth mit Kaffee, belegten Broten und wunderbarer Mehlspeise die zahlreichen Gäste.

Über die Entstehung und das Leben in und um die mittelalterlichen Gemäuer Schloss Ulmerfelds

Die Mauern mystisch in rot und blau getaucht, wurden nun die Besucher im mittelalterlichen Palast empfangen und auf eine emotionale Reise mitgenommen. SCAL GALA, die singenden Wände, erzählten, fantastisch komponiert von dem weit über die Grenzen Österreichs bekannten Perkussionisten Georg Edlinger, über die Entstehung und das Leben in und um die mittelalterlichen Gemäuer Schloss Ulmerfelds: von den beschwerlichen Transporten, den Gefahren des Burgbaus, den feindlichen Angriffen und den Ängsten der Menschen, die sich dahinter verschanzten, Schutz suchten oder den Angriffen zum Opfer fielen. SCAL GALA wendet sich den Menschen zu, die in keiner schriftlichen Quelle Erwähnung gefunden haben, die längst vergessen sind, an die sich niemand mehr erinnert, deren Existenz verloren ging. SCAL GALA holt sie aus dem Vergessen zurück und gibt ihnen für einen kurzen Augenblick Körper, Stimme und Seele zurück – ein gelungener Brückenschlag von der Historie zur Gegenwart, der niemanden unberührt ließ. Ulli Dornig und Reinhard Krenn haben in einer aufregenden Choreografie die Körperlichkeit zum Ausdruck gebracht. Daniela Keiblinger, Werner Herzog, Gerhard Leitner und Roman Murad Buder haben mit ihrer hervorragenden Perkussion das Seelenhafte hervorgeholt und die fantastische Sängerin Tanja Pichler hat diesen Seelen ihre Stimme geliehen – Gänsehaut-Feeling inklusive. Georg Edlinger als künstlerischer Leiter hat SCAL GALA zum Leben erweckt und mit gewohnt hoher Professionalität entwickelt. Initiiert und organisiert wurde das Projekt von der Kulturvermittlerin Helga Steinacher, die das Programm konzipiert hat.

info amstetten.noe.gv.at

Rubrik:: Kultur

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