19.09.2017 0 Kommentare

18 Haushalte testen 23 Elektroautos

Wie die elektromobile Zukunft aussieht, soll nun ein Feldversuch in einer Einfamilienhaus-Siedlung in Seitenstetten zeigen. Dort testen 18 Haushalte ein Elektro-Fahrzeug im Alltag.

Bgm. Johann Spreitzer, Christa Ruspeckhofer Prokuristin der Energie- und Umweltagentur NÖ, Martina, Stefan, Jakob und Stefan Krondorfer, Herbert Greisberger Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ
Foto: eNu

Von 25. September bis 3. November kommen insgesamt 23 e-Autos in der Lehensiedlung in Seitenstetten täglich zum Einsatz. 28 Personen in 18 Haushalten haben sich verpflichtet alle Wege nach Möglichkeit elektrisch zurückzulegen und ihre Erfahrungen detailliert aufzuzeichnen. „Anhand dieses Feldversuches wollen wir zeigen, dass Elektromobilität, neben dem öffentlichen Verkehr, der wichtigste umweltpolitische Problemlöser der Zukunft sein kann. Es gibt keine CO2 Emissionen im Betrieb, kaum Lärm bei geringen Geschwindigkeiten, keine Stick- und Schwefeloxide, weniger Feinstaub und der Betrieb kann mit heimischer, erneuerbarer Energie sichergestellt werden. Es freut mich ganz besonders, dass sich gleich eine ganze Siedlung für dieses Projekt zur Verfügung stellt und hilft die Energiewende voranzutreiben“, zeigt sich Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ sichtlich begeistert.

Schafft es das Netz?

Grundsätzlich soll die Aufbringung von Strom für die Elektrofahrzeuge in Zukunft kein Problem darstellen. Eine moderne Windkraftanlage erzeugt beispielsweise genügend Strom für 3.200 Fahrzeuge und ca. 15m² PV-Paneele stellen jene Strommenge bereit, die ein herkömmliches Elektroauto pro Jahr verbraucht und das über 25 bis 30 Jahre lang. Allerdings benötigen e-Autos Strom aus den Verteilnetzen und verfügen teilweise über sehr hohe Ladeleistungen, die die Stromnetze belasten. Die EVN unterstützt mit ihrer 100 %-Tochter Netz NÖ das Projekt. Netz NÖ Sprecher Stefan Zach: „Ohne ein funktionsfähiges Stromnetz sind selbstverständliche Dinge wie Heizung, Beleuchtung, Kochen usw. nicht denkbar. Darum müssen die entsprechenden Netze und damit die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Die Lehensiedlung ist eine typische niederösterreichische Einfamilienhaussiedlung. Auf Grund der sehr hohen Dichte an Photovoltaikanlagen haben wir in diesem Versorgungsgebiet einen regelbaren Ortsnetztrafo installiert. In Summe ergeben sich somit beste Voraussetzungen für einen Feldtest mit hoher Elektroautodichte.“

Ladung

Die Ladung der Fahrzeuge erfolgt über eigens für den Test adaptierte Ladestationen. Die Wallboxen bzw. Ladeeinrichtungen der Firmen Keba, Schrack und Dinitech sind mit Netzschutzeinrichtungen ausgestattet und können selbständig die Ladeleistung anpassen. Die gewählten Einstellungen können umprogrammiert werden, es soll jedenfalls sichergestellt sein, dass auch bei gleichzeitigem Laden an vielen Punkten die Versorgungssicherheit gewährt bleibt.

Was der Versuch zeigen soll

Vorrangiges Ziel dieses Versuchs ist es Elektromobilität 2030 bis 2050 mit der Infrastruktur von heute zu testen. Die Entwicklung von Ladestationen soll gezielt unterstützt werden und auch eventuelle Schwachstellen im System e-Auto – Ladeeinheit – Stromnetz aufgezeigt werden. „Wir wollen die Mobilität 2030 bis 2050 ausprobieren und erlebbar machen, um ein bestmögliches Ergebnis zur Umsetzung der e-Mobilitätsstrategie des Landes NÖ zu erreichen“, so Franz Angerer, Projektleiter des Feldversuchs. Möglich gemacht wird der Feldversuch durch das Amt der NÖ Landesregierung – Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft, die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, EVN, KEBA, Schrack und DiniTech.

Energie- und Umweltagentur NÖ, enu.at

Rubrik:: Panorama

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