09.10.2018 0 Kommentare

Barocklieder im neuen Gewand

Das Berliner Trio Kronthaler hat am Sonntag, dem 7. Oktober 18 in der Stiftskirche Ardagger einem überschaubaren Kreis von Musikfreunden viele aufregende Augenblicke in einer konsequenten Linie aus Barock und Jazz auf hohem Niveau demonstriert.

von robert voglhuber

Foto: Robert Voglhuber

Es sind ganz einfach blindes Verständnis und musikalische Leidenschaft, die die Musiker zum Trio verbinden. Die Mezzosopranistin Theresa Kronthaler sang sich gleich vom Anfang an mit ihrer glockenreinen biegsamen Stimme und einem Quäntchen Charme in die Herzen des Publikums. Das Programm wirkte wie ein Erlebnisspaziergang durch eine Vokal-Landschaft, deren Wege von duftenden Sträußen barocker Kompositionsblüten gesäumt waren. Im musikalischen Genrepluralismus aus Barock, Jazz und etwas Pop begegneten sich die Stile in einer modernen und innovativen Mischung vollkommen neu. Da haben sich verwandte Seelen gefunden, was das Konzert in der Stiftskirche bewies. Sie schufen eine besondere Atmosphäre mit einem erfrischenden Sound aus warmem Blut und vollem Herzen für die Müden der Saison. Im Wechselspiel von wundersam träumerischen Klängen, die sich wie pikanter Weltschmerz um Liebe, Vergänglichkeit und Todessehnsucht anhörten, flossen alle Essenzen zusammen, die musikalische Qualität besiegeln. Die Band besteht aus dem Goldkelchen Theresa Kronthaler, dem finnischen Jazz-Gitarristen Kalle Kalima und dem deutschen Kontrabassisten Oliver Potratz. Stücke aus dem Frühbarock von Claudio Monteverdi sowie aus dem Hochbarock von Henry Purcell, dazu Kompositionen von Georg Friedrich Händel, Girolamo Frescobaldi und Emilio de‘ Cavalieri waren in ganz eigenwilliger Interpretation durch den Einsatz von E-Gitarre, Kontrabass und programmierten Sounds zu hören. Ungewöhnlicher geht`s wohl nicht.  Staunenswert, verblüffend.

Rubrik:: Kultur

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