01.06.2016 0 Kommentare

Almbauern sorgen für mehr Sicherheit auf Wanderwegen.

Jedes Jahr kommt es zu Verletzungen und manchmal sogar zu Todesfällen von Wanderern durch Unfälle mit Weidevieh auf Almen. Mitgeführte Hunde und falsches Verhalten werden von den Kühen instinktiv als Gefahr für ihre Kälber wahrgenommen. Almbauern stellen nun Warntafeln auf, die Wanderer über richtiges Verhalten beim Durchqueren von Viehweiden informieren.

Andreas Moser, -Obmann-Stv. der Zeisel-Hinteralm, Martin Karrer - Obmann der Zeisel-Hinteralm, Theresia Meier - Vizeprasidentin der LK NÖ und Obfrau der SVB, Josef Mayerhofer - Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines, Bernhard Lackner - Vorstandsdirektor der Niederosterreichischen Versicherung Foto: LK NÖ/DI Paula Pochlauer-Kozel

Andreas Moser, -Obmann-Stv. der Zeisel-Hinteralm, Martin Karrer – Obmann der Zeisel-Hinteralm, Theresia Meier – Vizeprasidentin der LK NÖ und Obfrau der SVB, Josef Mayerhofer – Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines, Bernhard Lackner – Vorstandsdirektor der Niederosterreichischen Versicherung
Foto: LK NÖ/DI Paula Pochlauer-Kozel

Der NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein hat beschlossen, Warntafeln aufzustellen, die zeigen, wie sich Wanderer beim Durchqueren von Weiden richtig verhalten und ihre vierbeinigen Begleiter korrekt führen. Die Almbauern werden die Warntafeln in den nächsten Wochen gut sichtbar an markanten Stellen, wie zum Beispiel an Parkplätzen und am Beginn von Wegen anbringen. Die Niederösterreichische Versicherung unterstützt die Almbauern bei der Finanzierung dieser Sicherheitsmaßnahme für Wanderer. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich leistet fachliche Unterstützung.

Stellungnahmen

Theresia Maier, Vizepräsidentin der LK NÖ: Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt die Bäuerinnen und Bauern als deren Interessenvertretung bestmöglich bei der Bewirtschaftung ihrer Betriebe. Dazu zählt auch der gute Kontakt zu den Konsumenten. Bergwandern heißt, die einzigartige Landschaft unserer Almen und Weiden zu genießen. Dabei ist es wichtig, einige Grundregeln im Umgang mit den Weidetieren zu kennen. Sie sind keine Schmusetiere. Man muss ihnen daher mit dem notwendigen Respekt und entsprechender Vorsicht begegnen. Auf den grünen Almweiden werden natürlich auch hochwertige Lebensmittel produziert. Es ist uns daher ein Anliegen, dass die Weiden, wo das Futter für unsere Weidetiere wächst, nicht verschmutzt werden. Bei der Jause bei der Almhütte kann man dann unter dem Motto „Gewusst wie“ die Produkte mit gutem Gewissen genießen.

Bernhard Lackner, Vorstandsdirektor der Niederösterreichischen Versicherung: Immer mehr Menschen leben ein aktives Leben, sind in der Natur unterwegs – allein, mit Freunden oder der Familie. Nur eine Sekunde der Unachtsamkeit oder Fehleinschätzung – und schon kann es passiert sein. Viele Unfälle verlaufen glücklicherweise glimpflich, mitunter werden aber die Betroffenen so schwer verletzt, dass sie sich oft in einer völlig geänderten Lebenssituation wiederfinden. Damit es erst gar nicht so weit kommt, unterstützt die NV verschiedene Präventionsmaßnahmen zur Unfallverhütung. Dazu zählt auch die Initiative des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines, Warntafeln aufzustellen und so Wanderer auf mögliche Gefahren durch Weidetiere aufmerksam zu machen. Mit dieser Aktion sollen die Almtouristen zu mehr Verständnis und Rücksichtnahme motiviert werden, um so gefährliche Situationen mit Weidetieren zu verhindern.

Josef Mayerhofer, Obmann des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines: Almwirtschaft und Tourismus sind untrennbar miteinander verbunden. Umso wichtiger ist es auch Partnerschaft zu leben und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Damit einem unbeschwerten Wandererlebnis nichts im Wege steht, müssen beide Seiten Regeln einhalten. Die Almbauern sorgen für eine gepflegte Almlandschaft mit Weidetieren, die das Gras und die Kräuter zu wertvollen Lebensmitteln veredeln. Zusätzlich achten sie darauf, dass nur ruhige und umgängliche Tiere gealpt werden. Trotzdem brauchen die Tiere Ruhe, Respekt und Abstand damit sie sich nicht bedroht fühlen. Flucht ist die normale Reaktion der Tiere auf Gefahr. Können sie nicht flüchten oder ist aus ihrer Sicht ihr eigener Nachwuchs bedroht, können sie angreifen. Rinder nehmen Hunde noch aus „Wolfszeiten“ als Gefahr wahr. Ich empfehle daher mit dem notwendigen Abstand an der Herde vorbeizuwandern und die Hunde an der Leine zu führen. Die Warntafeln des NÖ Alm- und Weidewirtschaftsvereines machen rechtzeitig auf weidende Herden aufmerksam. Wir freuen uns, dass uns die NÖ Versicherung dabei finanziell und die LK Niederösterreich fachlich und organisatorisch unterstützen.

Warntafeln bestellen

Wer Warntafeln für Wanderwege benötigt, kann sie beim NÖ Alm- und Weidewirtschaftsverein bestellen. Der Preis hängt von der Gesamtbestellmenge ab und wird zwischen 11 und 15 Euro ohne Versandspesen betragen. Die Tafeln kann man unter 050259 46700 oder auf www.almwirtschaft.com sowie www.lk-noe.at bestellen.

Eventtipp für Almliebhaber | 67. NÖ Almwandertag auf der Zeisel-Hinteralm
Im herrlichen Ambiente der Zeisel-Hinteralm findet zu Maria Himmelfahrt am 15. August der 67. NÖ Almwandertag statt. Das umfangreiche Programm garantiert Almgenuss für jeden Geschmack. Gemütliche Wanderrouten, köstliche regionale Schmankerln und echte Volksmusik, ergänzt von einem eigenen Kinderprogramm und landwirtschaftlichen Fachausstellungen, machen den Almwandertag zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Beim gemeinsamen Singen mit der Volkskultur Niederösterreich unter der Leitung von Dorli Draxler klingen Almlieder über die Bergwelt Niederösterreichs.

Rubrik:: Panorama

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