03.03.2014 0 Kommentare

Arbeiten wie im Hamsterrad. Alarmierend viele psychische Krankheitsfälle.

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| Zu viele gehen krank zur Arbeit – zu oft drohen Kündigungen im Krankenstand. AKNÖ-Präsident Markus Wieser: „Die Alarmzeichen sind nicht mehr zu überhören und zu übersehen.

Der aktuelle Krankenstandsreport des WIFO zeigt deutlich: Das Arbeitstempo hat in vielen Berufen die Grenze erreicht. Die Krankenstände wegen psychischer Ursachen hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht. AKNÖ-Präsident Markus Wieser warnt: „Die Alarmzeichen sind nicht mehr zu überhören und zu übersehen. Die Unternehmen müssen endlich die Notbremse ziehen und mehr in gesunde Arbeitsplätze investieren. Das Hamsterrad ist für viele nicht mehr zu schaffen.“

Aus der WIFO-Studie zu Art und Dauer der Krankenstände geht hervor, dass die Zahl der Arbeitsunfälle und der körperlichen Verletzungen ständig zurückgeht. „Hier zeigen sich Licht und Schatten. Die Industrie- und Bauarbeitsplätze sind dank des Einsatzes von Arbeitsinspektorat und der Sicherheitsvertrauenspersonen sicherer geworden,“ sagt Markus Wieser.

Niederösterreich und Wien führen Hitliste

Auch die Dauer der durchschnittlichen Krankenstände geht langsam aber stetig zurück. Das Bild bleibt aber zwiespältig: Niederösterreich und Wien führen die Hitliste mit 14,6 beziehungsweise 13,4 Krankenstandstagen an. Darüber hinaus zeigt der Arbeitsklimaindex der AK Oberösterreich, dass rund 40 Prozent der ArbeitnehmerInnen krank oder nicht auskuriert zur Arbeit gehen.  Ein gesünderes Umfeld finden offenbar die SalzburgerInnen vor, die nur 10 Tage pro Jahr krank sind.

Hohe Loyalität der ArbeitnehmerInnen blieben laut Wieser oft unbedankt: „Generell bleibt die Verbundenheit zu den Unternehmen allzu oft unbedankt. Im Gegenteil, Kündigungen während eines Krankenstandes, vor notwendigen Operationen oder vor ärztlich verordneten Kuraufenthalten sind leider alltäglich, zeigen die Zahlen in der AK-Beratung .“

Mängel im Report: Kein Einblick in Diagnosen und Altersgruppen

AKNÖ-Gesundheitsexperte Bernhard Rupp sieht in der jährlichen WIFO-Studie noch Lücken: „Es fehlen Verknüpfungen von Krankheitsdiagnosen nach Altersgruppen. So kann nicht erforscht werden, welche Krankheiten sich im Laufe eines Arbeitslebens verstärken, welche gleich bleiben und welche erfolgreich therapiert werden konnten.“ Diese Daten wären wichtig, um krankmachende zu altersgerechten Arbeitsplätzen adaptieren zu können. Bernhard Rupp: „Wenn wir den Zugang zur Pension erschweren und gleichzeitig wollen, dass ältere ArbeitnehmerInnen länger im Beruf bleiben, dann brauchen wir ein besseres Bild der Krankmacher.“

Info |  noe.arbeiterkammer.at

Rubrik:: Panorama

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