10.02.2016 0 Kommentare

Beim Austropop picken geblieben: “Franz Horvath und seine Lebensechten” mit Metal-Gitarre und Austropop.

Die Austrorock-Band mischt die Mostviertler Musikszene mit mitreißenden Eigenkompositionen auf, hier wird gerockt, gelebt und gelacht. Ganz neu ist die CD „Liebe ist“, wie die Band beim Gespräch mit dem momag stolz verkündete.

„Humpi wollte eh schon immer bei einem Schlagermusiker mitspielen.“ Fotos: Sandra Zahnt

„Humpi wollte eh schon immer bei einem Schlagermusiker mitspielen.“
Fotos: Wolfgang M. Bauer

Wann und wie bist du zum ersten Mal mit Musik in Berührung gekommen?

Franz: Ich habe bereits als Kind meine Sorgen, Probleme und was mich bewegt gesungen und auch zu Papier gebracht. Irgendwann habe ich dann begonnen, Lieder zu schreiben. Bewegt hat mich als Kind schon Wolfgang Ambros. Damals war ein guter Freund von mir, Robert Hafner, bei ihm Tontechniker. Wenn Ambros auf Österreich-Tour ging, hat Robert mich immer mitgenommen, was mich sehr fasziniert hat. Und so bin ich beim Austropop picken geblieben (lacht).

Du hast dich also nicht an amerikanischen Vorbildern orientiert?

Franz: Ich habe mal in so einer Band Percussions gespielt, Background gesungen und Harp gespielt. Das hat mir aber nicht so gut gefallen, ich wollte schon immer etwas Eigenes machen.

Wie hast du deine aktuellen Mitmusiker gefunden?

Franz: Ricardo Aigner ist mir zugelaufen (lacht). Wir haben spaßhalber 2014 zu Weihnachten in Clappo’s Pub in Scheibbs, gemeinsam mit meinem Schwager gespielt, weil wir nicht wussten, was wir zu Weihnachten sonst tun sollten. Dann begannen wir zu proben und mein Schwager stieg aus. Wir hatten also plötzlich zwei Gitarren und ich wollte eigentlich wieder aufhören. Ricardo meinte aber, es gäbe genug Musiker in Scheibbs und ich solle der Sache noch eine Chance geben.
Michaela: Humpi und ich haben schon davor gemeinsam gespielt, als wir Bass und Schlagzeug in der Band übernahmen.
Franz: Humpi meinte, er wollte eh schon immer einmal Schlager spielen.
Michaela: Er sagte, er wollte schon immer bei einem Schlagermusiker mitspielen (lacht).
Humpi: Ja, höchstens fünf Gigs im Jahr. Verlieren können wir nix. So hat sich das ergeben.

Du schreibst deine Lieder selbst. Wie viel Mitspracherecht haben die Mitmusiker?

Franz: Die Band heißt Lebensecht. Das bedeutet, ich gebe einen Rahmen vor innerhalb welchem man sich bewegen darf, kann, soll. Bei unserer Arbeitsweise sind wir aber auch zur Überzeugung gelangt, dass die Mischung von Metal-Gitarre und Austropop ganz gut funktioniert.

Ihr habt nun auch eine CD produziert.

Franz: Ja, in drei Tagen haben wir die fünf Titel eingespielt. Ich hatte nicht geglaubt, dass wir so schnell fertig werden.
Humpi: Du hast halt Profis (lacht).
Franz: Ich wusste es, jetzt wird er größenwahnsinnig! Ja, also fünf Titel in drei Tagen, wobei der Produzent dann noch zirka dreimal so lange daran gebastelt hat. Das Album haben wir gemacht, weil wir vor einiger Zeit eine Einladung von Radio Orange in Wien bekamen. Dorthin sollte man mit einer CD kommen. Ich wollte ja gar nicht so schnell, aber Humpi hat auch schon lange auf eine eigene CD hin gefiebert.
Humpi: Ja, ich könnte über nichts stolzer sein im Moment.

 „Humpi wollte eh schon immer bei einem Schlagermusiker mitspielen.“

Petra Ortner (momag) in der Mitte unter Gleichgesinnten: Patrick „Humpi Bua“ Humpelstetter (drums) Michaela Peters (bass/voc) Franz Horvath (git/voc) Ricardo Aigner (git)

Wie kam es zur Einladung zu Radio Orange?

Humpi: Wir haben beim Jubiläumsfest eines Obdachlosenheims in Wien gespielt.
Franz: Richtig. Dort war auch eine Mitarbeiterin von Radio Orange, die uns eingeladen hat.

Ich gehe davon aus, dass ihr auch auf anderen Sendern gespielt werden wollt?

Franz: Auf jeden Fall. Gerne auf allen Sendern. Nun, den Song „Summawind“ möchte ich schon bei allen Sendern reinbringen. Dieser Song ist auch extra dafür gemacht worden, er dauert nicht länger als drei Minuten, es sind wenig Soli drin. Durchdacht und geplant.

Vom Sound her seid ihr ein wenig Richtung Alkbottle unterwegs, oder täuscht ich mich?

Franz: Eigentlich nicht.
Humpi: Vom Klang her schon.
Franz: Aber Alkbottle covern die Musik und schreiben einfach neue Texte dazu. Das machen wir nicht. Das unterscheidet uns von denen.

Was war das bisher größte Konzert?

Franz: Das größte war mit einer älteren Formation der Lebensechten im Stadion Hohe Warte, dann gab es noch einen Auftritt auf dem Donauinselfest und mit der jetzigen Band war der größte Auftritt beim Scheibbser Hiabstla.

Wie viele Auftritte hattet ihr bereits?

Humpi: In unserem ersten Jahr insgesamt achtzehn.
Franz: Fünf oder sechs waren eigentlich geplant. Wir wollen 2016 ja unsere CD verkaufen und dafür müssen wir sie auch bewerben. Ich werde eine Urlaubssperre für meine Mitmusiker verhängen. Im März machen wir dann Part zwei von „Liebe ist“, das hab‘ ich eben erst vereinbart. Wenn wir jetzt was weiterbringen wollen, müssen wir 2016 reinbeißen. Denn ohne Fleiß kein Preis.

 

termine |
12.2. Bodensdorf /Wieselburg, Gh. Aigner (CD-Präsentation)
21.5. Wien, Tivoli (Böhmischer Prater)

web | fhorvath.com

 

interview | petra ortner

Rubrik:: Kultur, Mostviertel

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