23.06.2016 0 Kommentare

“Beeindruckend schlechte Zahlen”

Das Gewerbe in Niederösterreich wird pro Jahr mit 344 Millionen Euro belastet. Das ist der Wert von 4.300 Vollzeitarbeitsplätzen mit rund sieben Millionen Arbeitsstunden. Die Bürokratiekosten pro Beschäftigten belaufen sich auf 2.371 Euro pro Jahr, vor drei Jahren sind es noch 2.208 Euro  um rund sieben Prozent weniger  gewesen. Das ergibt eine Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der Sparte Gewerbe und Handwerk der NÖ Wirtschaftskammer. Laut Studienautor Walter Bornett „beeindruckend schlechte Zahlen.“

Foto: colourbox.de

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„Natürlich muss es Regeln geben, aber doch nicht in diesem Ausmaß“, meint WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. „Das muss weniger werden“, fordert sie gemeinsam mit Gewerbe-Obmann Wolfgang Ecker. Die auf allen Ebenen wachsende Regelungsdichte raube speziell den kleinen und mittleren Unternehmen die Luft zum Atmen.“ Die Studie, für die im März und April 400 niederösterreichische Gewerbebetriebe befragt wurden, deckt folgende Fakten auf: Drei Prozent der Gesamtbeschäftigung entfallen im Gewerbe und Handwerk auf Büroarbeiten. Die 344 Millionen Kosten setzen sich aus 264 Millionen interne Kosten und 80 Millionen für externe Kosten, wie Steuerberater oder externe Lohnverrechnung etc. zusammen. Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und Umsatzsteuermeldungen bilden mit 156 Millionen den größten Kosten-Brocken. Dahinter kommen Lohnverrechnung, Meldungen an die Sozialversicherungen mit 56 Millionen Euro und Dokumentationen, Archivierung, Veröffentlichungspflichten mit 48,4 Millionen Euro.

80 Stunden Bürokratieaufwand je Mitarbeiter pro Jahr

„Kleinbetriebe sind besonders betroffen“, hebt Bornett hervor. In Unternehmen bis neun Beschäftigte beträgt der Bürokratieaufwand pro Beschäftigtem mehr als 80 Stunden pro Jahr, bei größeren Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten sind es „nur“ noch 30,5 Stunden. Dort seien „mehr Auslagerungen möglich“, erklärt der Studienautor. Als Beispiel nennt Sonja Zwazl Reinigungsmittel, wie sie in jedem Haushalt eingesetzt werden. „Verwendet sie jedoch ein Unternehmen, werden sie plötzlich gefährlich“, kritisiert Zwazl: „Denn dann muss man sie in einer Dokumentation als gefährliche Arbeitsstoffe führen und dafür eigene Sicherheitsdatenblätter anlegen.“

info | wko.at, kmuforschung.ac.at

wirtschaftspressedienst.at (rz)

Rubrik:: Panorama

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