31.03.2014 0 Kommentare

Boom bei Leih-Fahrrädern: Auslastung in den einzelnen Regionen jedoch unterschiedlich.

nextbike

Fotocopyright: Brigitte Baldrian

Niederösterreich | Um den Verkehrsanteil der Radfahrer zu erhöhen, ist im Jahr 2010 von Niederösterreich ausgehend das Projekt nextbike gestartet worden. Mittlerweile gibt es in diesem Bundesland etwa 300 Standorte in mehr als 120 Gemeinden, in denen rund 1.300 Fahrräder zur Verfügung stehen.

“Von 2012 auf 2013 ist die Zahl der Fahrrad-Ausleihungen um knapp 30 Prozent gestiegen”, teilt der Mobilitätsexperte der Energie- und Umweltagentur NÖ, Gerald Franz, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.
In Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 2012 wurden im Land Niederösterreich Fahrräder rund 15.000 mal ausgeliehen, 2013 19.500 mal. Der Experte räumt allerdings ein, dass die Auslastung in den einzelnen Regionen durchaus unterschiedlich ist. In den größeren Ballungsregionen St. Pölten, Tulln, Wiener Neustadt, rund um Wien oder in der Wachau ist die Nachfrage hoch. Differenziert ist das in den peripheren Regionen zu sehen. “Heuer werden wir uns die Situation nochmals genau anschauen und eine Gesamtevaluierung des Projektes durchführen, um das System optimieren zu können”, so Franz.

Gut funktioniert beispielsweise die Nachfrage an den 88 Radstandorten an Bahnhöfen in Niederösterreich. Mit dem Zug zum Ziel und die letzten Kilometer mit dem Fahrrad ist ein Projekt der Energie- und Umweltagentur, das regelmäßig verbessert wird. Die Leihgebühr macht pro Stunde einen Euro und für den ganzen Tag mit 24 Stunden acht Euro aus.

Fahrradfahren soll selbstverständlich werden

Ziel ist es, dass Alltagsradfahren selbstverständlicher wird. Das heißt dass immer mehr Menschen mit dem Fahrrad zum Einkaufen, in die Arbeit oder zur Ausbildung fahren. “Die Voraussetzungen sind gut, denn rund die Hälfte aller Wege, die in Niederösterreich zurückgelegt werden, sind unter fünf Kilometer. Diese Distanz ist bestens mit dem Fahrrad zu bewältigen”, sagt Franz. Bis 2020 soll das Alltagsradfahren in Niederösterreich bei 14 Prozent liegen. Heute werden rund neun Prozent aller Wege hierzulande mit dem Fahrrad zurückgelegt.” Das wäre eine Steigerung um 55 Prozent.

Damit der Umstieg aufs Fahrrad leichter fällt, werden auch heuer wieder Projekte beworben, die 2014 über die Bühne gehen, wie etwa der Radfrühling, das größte Radlpicknick oder Radln in die Kirche. Die Radinitiative will aber über Einzelereignisse hinausgehen, wie Gerald Franz ausführt: “Im bundesweiten Vergleich gibt es in Niederösterreich mit 1,21 Millionen Stück die meisten Fahrräder. Unser Ziel ist es, die Hindernisse, die dem Fahren im Weg stehen, abzubauen. Beispielsweise wollen wir als Pilotprojekt ein Reparaturservice in Betrieben anbieten oder die Radlakademie als Expertenschulung.”

Schließlich gehe es immer darum, möglichst viele Leute zu erreichen und sie fürs Fahrradfahren zu begeistern. Da sei in den letzten Jahren durch das E-Bike viel erreicht worden. “Die großen touristischen Fahrradwege, wie der Donauradweg oder der Thermenradweg, sind das Rückgrat des niederösterreichischen Fahrradnetzes. Darauf aufbauend arbeiten wir mit dem Projekt Radlgrundnetz daran, die Grundlage für eine sichere, umwegsfreie und qualitätsvolle Fahrradinfrastruktur zu schaffen”, resümiert Gerald Franz. (jm)

Info | www.nextbike.at

www.wirtschaftspressedienst.com

Rubrik:: Panorama

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