10.03.2016 0 Kommentare

Das Ende des ISIS: Frieden oder der dritte Weltkrieg – ein Kommentar.

Kriegsende oder Eskalation. Mit dem Fortschritt der syrischen Armee auf Aleppo und Raqqa, der selbsternannten Hauptstadt des islamischen Staates (ISIS), ist eine Niederlage der Rebellen (Terroristen) eminent. Nun wollen die regionalen Unterstützer dieser Terrorgruppen – Saudi Arabien, die Türkei, Qatar und Israel – mit einer Invasion von Syrien ein drittes Weltkriegsszenario riskieren.

Foto: colourbox.de

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von steven whybrow

Wird sich die Geschichte erneut wiederholen im Schema der ersten zwei Weltkriege und zur Trilogie erweitert? Jetzt ist die Zeit, die kollektive Trance der Menschheit, aufrecht erhalten durch eine realitätsferne Berichterstattung der Mainstream-Medien und pathologisch-lügenden Politikmarionetten, mit Verständnis der aktuellen Zusammenhänge in Syrien zu durchbrechen.

Terroristen auf der Flucht

Bei der Niederschreibung der Geschichte des Syrienkriegs werden Historiker über ein Ereignis übereinstimmen: Die militärische Intervention von Russland im September 2015 durch die Einladung der international anerkannten Regierung in Syrien hat den Kriegsverlauf auf den Kopf gestellt. Die Luftangriffe der Russen, dazu eine Allianz von Bodentruppen mit Soldaten der Iraner, Hezbollah (Libanesische Armee) und der kurdischen Kämpfer haben der syrischen Armee eine erfolgreiche Offensive zur Rückeroberung von geostrategisch wichtigem Territorium der „Opposition“ ermöglicht. Mit der Bombardierung der Russen des Azaz Corridors an der türkisch-syrischen Grenze wurde der von der CIA geführte Hauptumschlagplatz von Waffen an die Terrorgruppen in Aleppo und Raqqa zerstört. Durch die Absicherung der Waffenlieferungsrouten fliehen die Terroristen in das Land zurück, in dem sie trainiert, militarisiert und verarztet wurden – in die Türkei.

Türkisch-saudische Kriegseskalation

Bei einer Rede vor der UN General Assembly identifizierte Putin die Funktion der ISIS als eine Waffe gegen unerwünschte sekuläre Regime. Wer ladet diese Waffe, für wen ist das Assad Regime nicht erwünscht und warum? Eine der Hauptgründe für die Unterstützung von Terrorgruppen in Syrien gegen Assad war die Unterzeichnung eines historischen Erdgas- und Ölpipeline Vertrags 2011 zwischen Iran, Syrien und dem Irak. Bei Umsetzung dieser Pläne hätte die muslimische Achse der Shiiten (Iran, Syrien, Iraq und Lebanon) Zugang auf einen lukrativen europäischen Markt im Gegensatz zur sunnitischen Achse (Saudi Arabien, Qatar ect.). Bei der bevorstehender Niederlage der ISIS und verwandter Rebellengruppen werde Saudi Arabien Assad direkt stürzen – so der saudische Außenminister Adel al-Jubeir in einem Interview mit CNN. Diese aggressive Rhetorik Saudi Arabiens geht sogar so weit, dass ein politischer Analyst im Interview mit RT Arabien aussagte, dass das Königreich im Besitz nuklearer Waffen sei und sie diese auch nutzen werde.

Das Vorhaben einer Invasion teilen die Saudis mit der Türkei, mit der sie eine „islamische Armee“ aus 34 Nationen formiert hat um gegen die ISIS zu kämpfen, obwohl diese Terroristen das Kind dieser extremistischen Länder ist. Die Türkei bombardiert mittlerweile auch direkt syrisches Territorium, die syrischen und kurdischen Truppen, während im eigenen Land mehr als 150 Menschen lebendig verbrannt wurden. Im Falle einer Invasion riskiere die USA und Saudi Arabien einen potentiellen Weltkrieg – so der russische Premierminister Medvedev.

Rampenlicht auf die USA

Von einer höheren Ebene betrachtet, ist die ISIS die inoffizielle Armee der NATO und ihren Verbündeten Golfstaaten. Diese Einsicht bringt Verständnis dafür, warum die USA beim geplanten Waffenstillstand Al-Nusra (Al Qaeda) inkludieren möchte und General Patraeus auch schon offiziell Al Qaeda bewaffnen möchte. Die Zerstörung der CIA Waffenlieferungszentrale hat laut russischen Hauptgeneral Igor Konashenkov eine Massenevakuation der Terroristen Richtung Türkei ausgelöst. Bei Rückeroberung von Aleppo und daraufhin Raqqa ist der Syrienkrieg beendet mit dem Sieg der Shia- über die Sunnistaaten und im größeren geopolitischen Bild ein Sieg der Russen über die USA.

Die Welt sieht zu ob die USA wirklich Frieden akzeptiert kann – oder das grüne Licht für eine Invasion an ihre extremistischen Terrorismuskomplizen gibt, was einen nuklearen dritten Weltkrieg auslösen würde. Der türkische Präsident Erdogan ist dabei, die türkische Konstitution zu ändern – was ihn de fakto zu einem Diktator machen würde. Seine imperialistischen Visionen eines Neu-Osmanischen Reiches durch eine Invasion Syriens sind nur möglich, wenn die NATO (und somit die USA) sein Mitgliedsland unterstützt.

Lektion gelernt von der Geschichte?

Das Vorhaben der Türkei, eine Flugverbotszone 10 km innerhalb syrischen Territoriums zu errichten, ist der erste Schritt in Richtung Invasion von Bodentruppen. Russland hat daraufhin eine Resolution zum UN Security Council eingereicht um die syrische Souveränität von jeglicher illegalen Invasion zu schützen, welche die USA, Großbritannien und Frankreich abgewiesen haben.

Wir dürfen es nicht erlauben, dass sich die Geschichte wiederholt. Hitler zündete seinen eigenen Reichstag an, verurteilte die Kommunisten und erklärte sich zum Diktator, mit dem Terroranschlag in Istanbul erklärt Erdogan die Kurden als Feindbild um diktatorisch die Macht an sich zu reißen um dann seine eigene Bevölkerung und darüber hinaus alle Menschen in einem apokalyptischen Weltkrieg zu führen. Betet für den Frieden in Syrien – die Alternative ist undenkbar.

Rubrik:: Panorama

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