31.10.2013 0 Kommentare

„Das rote Sofa“: Themen, über die gerne der Mantel des Schweigens gelegt wird.

federmaierLeopold Federmair – Das rote Sofa. Geschichten von Schande und Scham.

Otto Müller Verlag, € 17,-

Ehrlich gespannt war ich auf das Buch „Das rote Sofa. Geschichten von Schande und Scham“. Schließlich werden in diesem Buch brandheiße Themen, über die gerne der Mantel des Schweigens gelegt werden, behandelt. Erzählungen über Missbrauch in Kremsmünster, kindliche Sexualität, pubertäres Experimentieren und die Grenzen zwischen erotischem Spiel und sexueller Belästigung. Erlebnisse, die der Autor mit diesem Buch aufarbeitet, münden aber manchmal in Gedankengänge, die für mich eher schwer nachzuvollziehen sind. Fühlt er sich (mit)schuldig am Missbrauch? Will er Missbrauch verharmlosen? Verurteilt er das Geschehene doch? Hat er Mitleid mit den Tätern? Hat er Angst vor Homosexualität? Was genau will der Autor nun mit diesem Buch sagen? Wie weit ist er mit seiner eigenen Geschichte, mit seiner Sexualität im Reinen? Immer wieder stellen sich diese und weitere Fragen beim Lesen. Ein Essay über drei homosexuelle Außenseiterfiguren (Caravaggio, Pier Paolo Pasolini und Jean Genet) klärt diese Fragen auch nicht auf. Am Ende bleibt für mich nur ein Hauch von Verwirrung.

Petra Ortner

Rubrik:: Musiktipps

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