28.07.2014 0 Kommentare

Der Erste Weltkrieg im digitalen Gedächtnis – Private Erinnerungsstücke gesucht.

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Das Crowdsourcing-Projekt Europeana 1914-1918 sammelt in ganz Europa private Erinnerungsstücke an den 1. Weltkrieg. Bild: Kevin Northover

Wien | Der Beginn des Ersten Weltkriegs jährt sich dieses Jahr zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass sammelt das Crowdsourcing-Projekt Europeana 1914-1918 in ganz Europa private Erinnerungsstücke und macht diese in einem digitalen Archiv öffentlich zugänglich.

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Die Erinnerungsstücke werden in einem digitalen Archiv öffentlich zugänglich gemacht. Bild: Giles Davies

Mehr als 10.000 Beiträge mit rund 130.000 digitalen Objekten aus 20 Ländern sind bereits unter www.europeana1914-1918.eu recherchierbar. Jetzt macht das Projekt auch in Österreich Station und lädt alle dazu ein, einen Teil österreichischer Geschichte hinzuzufügen. Zeitgleich eröffnet Europeana eine neue virtuelle Weltkriegsausstellung aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB).

Nach über 130 Aktionstagen in Europa wird am 1. August 2014 nun auch im ORF RadioKulturhaus in Wien ein Crowdsourcing-Aktionstag stattfinden. Dieser bietet Privatpersonen die Möglichkeit, sich mit Fotos, Briefen, Feldpostkarten, Tagebüchern, Filmen, Tonaufnahmen oder Alltagsobjekten und deren Geschichten an Europeana 1914-1918 zu beteiligen. Die Objekte werden vor Ort auf professionelle Weise digitalisiert und mit den dazugehörigen Angaben dem Online-Archiv hinzugefügt. Die Originale werden den Besitzern vor Ort zurückgegeben. So entsteht ein einzigartiges europaweites Archiv mit Erinnerungsstücken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Ad Pollé, Projektleiter bei Europeana, erklärt die Bedeutung der Initiative: „Der Erfolg des Projektes unterstreicht das große Interesse der Europäer an ihrer gemeinsamen Geschichte. Menschen geben ihre Geschichten innerhalb der Familie weiter und haben mit Europeana eine Möglichkeit, diese für zukünftige Generationen zu sichern und allseits zugänglich zu machen. Europeana ist ein neuartiger Zugang zur Kulturgeschichte, denn sie verbindet Familiengeschichten mit der offiziellen Erinnerung an das Kriegsgeschehen, das wir in den nationalen Bibliotheken und Archiven recherchieren können. Es ist damit erstmals möglich, eine Vielzahl von privaten Zeugnissen der Kriegszeit aus allen Teilen Europas vergleichend zu erforschen. Das Medium Internet ermöglicht außerdem eine generationenübergreifende Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Familiengeschichten.“

Kulturelles Erbe in digitaler Form

Europeana 1914-1918 ist die umfassendste europäische Sammlung von Originaldokumenten aus dem Ersten Weltkrieg. Bislang haben Institutionen und Privatpersonen aus 20 europäischen Ländern zu dieser virtuellen Sammlung beigetragen. Jedem Interessierten stehen die beeindruckende Anzahl von 400.000 Dokumenten aus zehn Nationalbibliotheken, 660 Stunden Filmmaterial aus 21 europäischen Filmarchiven und über 130.000 persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke, die während der zahlreichen Aktionstage in bislang 14 Ländern digitalisiert wurden, zur Verfügung. Online sind die digitalen Abbildungen von Fotografien, Landkarten, Tagebüchern, Tageszeitungen, Briefen, Zeichnungen, Büchern, Flugblättern, Schützengrabenzeitungen und vielem mehr zu finden.
Unabhängig von den Aktionstagen können sich Interessierte auf der Internetseite www.europeana1914-1918.eu registrieren und das Online-Archiv selbstständig mit digitalen Bildern und Informationen füllen.

Europeana 1914-1918 Aktionstag in Wien | Freitag, 1. August, 10 bis 18 Uhr
ORF RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

Info | www.europeana1914-1918.eu

Rubrik:: Panorama

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