28.04.2014 0 Kommentare

Die meisten Medaillen-Lehrlinge kommen aus Amstetten. Unternehmer als Lehrherr gefordert.

SONY DSC

Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Amstetten | Wenn es um die Qualität der Lehrlingsausbildung geht, ist der Bezirk Amstetten mit riesengroßem Abstand der erfolgreichste Bezirk Niederösterreichs.

Der Bezirk Amstetten hat mit 592 die meisten Lehrbetriebe und die meisten Medaillengewinner aus Lehrlingswettbewerben. Mit insgesamt 31 Medaillen – zwei Goldmedaillen bei den Bundeslehrlingswettbewerben sowie neun Gold-, zwölf Silber- und acht Bronzemedaillengewinnern bei den  Landeswettbewerben – führt er überlegen vor den Bezirken Melk und Gmünd, die sich mit jeweils zwölf Medaillen den Platz 2 teilen. Mit zehn Medaillen auf Platz 3 folgt Sankt Pölten. Hier sorgen 583 Ausbildungsbetriebe dafür, dass die Stadt mit 2.605 Lehrlingen die NÖ Bezirksliste vor Amstetten mit 2.077 Lehrlingen anführt.
“99 Lehrlinge aus Amstettner Lehrbetrieben haben die Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung bestanden”, teilte Andreas Geierlehner, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Amstetten, dem NÖ Wirtschaftspressedienst knapp vor der Überreichung der Urkunden und Bildungsschecks durch WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl im Schloss Hotel Zeillern mit.

Die meisten Lehrlinge des Bezirks Amstetten sind mit 1.101 im Gewerbe und Handwerk beschäftigt, 458 in der Industrie und 301 im Handel. “Unsere Ausbildungsbetriebe haben einen sehr engagierten Zugang zur Lehre”, sagt Geierlehner. Dies zeige nicht nur ihre überaus erfolgreiche Teilnahme an den Lehrlingswettbewerben, sondern auch ihr Engagement bei der Bildungsmeile oder anderen regionalen Lehrveranstaltungen.

Gewisser Trend erkennbar

Die zehn am meisten gewählten Lehrberufe in Niederösterreich sind der Einzelhandel, Elektrotechnik, Kfz-Technik, Metalltechnik, Installations- & Gebäudetechnik, Maurer, Friseur, Tischler, Koch und Gastronomiefach. “Diese landesweite Auswertung widerspricht der landläufigen Meinung, wonach es für typische Handwerksberufe immer schwerer werde, Lehrlinge zu bekommen”, meint Geierlehner. Es sei zwar ein gewisser Trend in diese Richtung erkennbar. Das läge aber in erster Linie daran, dass in Kleinbetrieben die Lehrlingsausbildung mit mehr persönlichem, zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden sei.

Immer stärker wird der Unternehmer als Lehrherr gefordert. “War früher die Vermittlung fachlicher Fähigkeiten ausreichend und konnte man auf ein technisches Grundverständnis oder handwerkliche Fähigkeiten aufbauen, so sind es heute soziale Kompetenzen, Durchhaltevermögen oder der Leistungsgedanke, die vermittelt werden müssen”, sagt Geierlehner. Oft wird dazu zusätzliches Personal benötigt. Dazu kämen bürokratische Rahmenbedingungen der Lehre, die aber oft notwendig seien. Mancher Unternehmer wolle sich das nicht antun.

Im Grunde habe Österreich ein gutes und erprobtes duales Ausbildungssystem, das international hohes Ansehen genieße und auch kopiert werde. Geierlehner: “Im Wissen, dass es immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt, bewegt sich die Lehrlingsausbildung im Bezirk Amstetten auf einem sehr hohen Niveau.” (dsh)

Info | wko.at/noe/amstetten

www.wirtschaftspressedienst.com

Rubrik:: Panorama

Kommentar verfassen

Zur Gewährleistung eines respektvollen Umgangs behält sich das Redaktionsteam vor, Kommentare gegebenenfalls zu entfernen.