22.06.2016 0 Kommentare

Die Odyssee

Die Proben und Vorbereitungen zur „Odyssee“, dem Hauptstück der diesjährigen Sommerspiele Melk, gipfelten in der Premiere am 16. Juni, in der bestens gefüllten Wachauarena Melk. Zum Vorstellungsende um 23 Uhr wurden das Ensemble und der künstlerische Stab mit Standing Ovations belohnt.

Christian Preuss, Nicki von Tempelhoff Foto: Daniela Matejschek

Nicki von Tempelhoff liegt als Odysseus in den Armen von Christian Preuß als Laertes
Foto: Daniela Matejschek

Die Sommerspiele Melk suchen unter dem Leitmotiv „Suche und Versuchung, Macht und Ohnmacht“ nach großen Stoffen der Literatur und Mythologie – und da kommt man am prägendsten Werk der europäischen Kulturgeschichte nicht vorbei. „Die Odyssee bietet unzählige Reflexionsmöglichkeiten für gesellschaftspolitisch relevante Fragen. Und dazu muss man sagen, sie passt auch äußerlich perfekt zu unserem Spielort: Eine Donauinsel, von Wasser umgeben, oben thront wie am Olymp das Stift Melk“, so Alexander Hauer, Regisseur und künstlerischer Leiter der Sommerspiele Melk.

Anspruchsvoller Hauptcharakter

Den Titelhelden Odysseus selbst kann man wohl als den listenreichsten Menschen in der Mythologie ansehen, der so vieles ist: ein tatkräftiger Umsetzer, Suchender, Getriebener, aber auch ein Scheiternder, der zugleich gottgleich sein will. Hauer: „Spannend für mich ist, dass er aber immer auch als gebrochener Mensch gesehen wird, ein gestrandeter Held. Hauptdarsteller Nicki von Tempelhoff hat bei seinem Rollenstudium nachgeforscht und dabei auch den Kriegstreiber, den brutalen Odysseus mit in die Arbeit genommen.“
So wird in Melk kein verklärter Held gezeigt, sondern einer, der aus dem Krieg zurück kommt, dem vor sich selbst graut, der eigentlich eine alte Ordnung wieder herstellen möchte, aber auch weiß, dass er nie mehr derselbe sein wird.
In der Odyssee werden unzählige Themen aufgeworfen – durch die Beleuchtung aller Figuren soll ein vielschichtiges Panorama entstehen – an suchenden, irrenden und sich verirrenden, hoffenden, umkommenden, getriebenen und durchaus auch ankommenden Menschen.
Mehr dazu ab sofort bis 6. August in der Wachauarena Melk.

termine | 24./25. Juni, 1./2./8./15./23./29./30./7., 5./6. Juli, jeweils 20.15 Uhr

info | wachaukulturmelk.at

Rubrik:: Kultur

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