14.09.2013 0 Kommentare

Ecolodge: nachhaltig produzierte Lifestyle- und Sport-Bekleidung aus Kilb.

Heute nicht auf Kosten von Morgen

Foto: ecolodge

Einstürzende Textil-Fabriken haben hoffentlich dem letzten klargemacht, dass Textilproduktion nicht nur die Umwelt sondern auch Menschenleben fordern kann. Das muss nicht sein. „Ecolodge“, ein idealistisches Unternehmen mit Sitz in Kilb (Bezirk Melk), beweist dies seit gut einem Jahr. Mit nachhaltig produzierter Lifestyle- und Sport-Bekleidung bieten sie Großunternehmen die Stirn. Ausgesuchte Hersteller werden dort in glaubwürdigem Umfeld bewusst Kaufenden offeriert. Der Weg dieser aufstrebenden Marke war und ist beileibe kein leichter, geschäftliche Hürden lassen Gründer Christian Denk dennoch nicht vom Nachhaltigkeits-Trip abbringen. Kerstin, frisch gebackene Mutter und Co-Geschäftsführerin, im momag-Interview.

Wie geht’s euch in der Ecolodge?

Wir haben tatsächlich ein sehr turbulentes Jahr hinter uns. Wir mussten erkennen, dass der Preisdruck in dieser Branche sehr stark ist. Joachim, der ursprünglich mit Christian gemeinsam das Unternehmen gegründet hat, ist nicht mehr dabei. Und ich bin Mutter geworden – das verändert natürlich alles. (lacht)

Das Unternehmen ist aber nach wie vor sehr präsent, auf Facebook und in meinem Freundeskreis merke ich große Ecolodge-Sympathie.

Ja, dafür sorgen wir momentan verstärkt mit meiner Schwester. Wir wollen diese wunderbare Idee nicht aufgeben und in kleinen Schritten geht es wirklich gut voran.

Was ist dein Resümee als Neo-Geschäftsführerin eines Unternehmens im Nachhaltigkeitsbereich?

Wir haben gewusst, dass es hart wird. Und es ist noch ein bisschen härter. Was mit dem Wort Nachhaltigkeit angestellt wird, ist teilweise haarsträubend. Die Leute wollen zwar alles „nachhaltig“ haben und nichts dafür zahlen. Was ich arg finde ist, dass große Modeketten diese Bio-Baumwolle verkaufen und generell überall „Bio“ und „nachhaltig“ draufschreiben – dabei aber keine Zertifikate dafür ausweisen, geschweige denn besitzen. Ein „We love Bio“ – T-Shirt um 3,50 Euro ist der reine Horror für uns. Bei uns kostet ein T-Shirt halt 25 – 30 Euro. Die Leute greifen da leider unreflektiert zum billigeren Produkt. Die Dumping-Preise von großen Modefirmen sind wirklich eine große Herausforderung – wir als kleines Unternehmen kommen da natürlich nicht mit.

Worin besteht also der Anreiz für den Kunden?

Wir profitieren von den 25 Euro für ein T-Shirt vermutlich weniger als Großunternehmen von den 3,50. Profitieren tun davon die Arbeiter, die Umwelt und definitiv auch unsere Kunden – abgesehen von dem guten Gewissen ist die Rückmeldung immer sehr positiv. Diese Kleidung hat einfach einen ungleich höheren Tragekomfort. Beim Sport ist das auch sofort spürbar, Ausdünstungen werden besser abtransportiert – und es sieht einfach auch sehr gut aus (lacht).

Wie findet ihr also eure Abnehmer?

Wir bedienen damit sicher nicht die breite Masse, das war uns aber bewusst und wollten wir auch so. Unser Publikum ist sehr speziell und das heißt – wir müssen um jeden Kunden kämpfen. Dadurch dass unsere finanziellen Mittel auch begrenzt sind können wir auch keine riesigen Werbekampagnen veranstalten. Wir setzen auf Facebook, Sponsoring regionaler Sport-Events und Mundpropaganda. Wir halten es lieber familiär, im Herbst wird es eine feine Grill-Party bei uns im Laden geben.

A propos Laden – wie läuft der eigentlich mitten in Kilb?

Unser Shop hat jetzt jeden Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet – das hat sich bewährt. Laufkundschaft erreicht man in Kilb damit aber eher nicht, deshalb gibt’s schon ein paar Ideen für unser nächstes Geschäft in einer größeren Stadt. Konkreteres kann ich dazu aber noch nicht sagen.

Danke für das Interview und viel Kraft für die nächste Zeit, wir sehen uns demnächst bei euch im Shop würde ich sagen.

Interview: Simon Roth

 

Rubrik:: Meinung, Mostviertel

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