08.12.2014 0 Kommentare

Emilio Biamonte stellte seinen Roman „Erla Closter“ in der Pfarrkirche Erla vor.

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Emilio Biamonte, seine Frau Sylvie, Christian Eder, Reinhardt Harreither (historischer Berater, Leiter des Römermuseums Enns) mit Gattin, HarrrHarrei Karl Schwediauer, Obmann der Dorfgemeinschaft Erla (Herausgeber des Buches), Louis Paterno, und die Lektorin Sabine Stalujanis. Fotos: privat

St. Pantaleon-Erla | Der von Emilio Biamonte geschriebene Roman „Erla Closter“, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Leben der letzten Äbtissin des alten BenediktinerInnenklosters und das eines jungen Venezianers vom Arsenal beleuchtet, wurde Verein der Dorfgemeinschaft Erla einem breiten Publikum präsentiert.

Man spürte, dass sich die beiden mögen: Autor Emilio Biamonte und der Übersetzer aus dem Italienischen Christian Eder standen in der Pfarrkirche zu Erla nebeneinander und hielten ab, was man seit Karl Farkas und Ernst Waldbrunn als „Doppelconference“ bezeichnet. Emilio Biamonte, Besitzer des Schlosses Erla, erzählte in seiner italienischen Muttersprache kundig, launig und pointenreich über die Entstehung seines Romans, und Christian Eder übersetzte simultan, wobei er sich manche Kürzungen vorbehielt, die nötig waren, weil die Musik nach einer Dreiviertelstunde die Kirche in Beschlag nehmen würde – die Veranstaltung hatte am Samstag, dem 29. November um 17 Uhr begonnen, und spätestens um sechs Uhr war die Probe für das alljährliche Adventkonzert angesagt.

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Emilio Biamonte beim Signieren seines Buches.

Am Schluss der sehr gut besuchten Präsentation – der Zeitplan wurde eingehalten – gab es noch eine Lesung aus dem Roman. Der Autor trug einen kurzen Abschnitt im italienischen Original vor, damit das Publikum den Klang der Sprache genießen konnte, und der Übersetzer las den entsprechenden Abschnitt in Deutsch vor: Die Äbtissin Marina von Pürching fährt mit der Kutsche ins Kloster (alte Schreibweise: Closter) Erla. Wer die Strecke kannte, war imstande, jeden Meter der Fahrt nachzuvollziehen, bis der Kirchturm von Erla ins Blickfeld gerät. Und vorher lief noch ein Fuchs publikumswirksam über die winterliche Straße.

Höhepunkt der Erzählung war wohl die Schilderung der Hochzeit Emilio Biamontes mit seiner Frau Sylvie aus dem Hause Goldschmidt in ebendieser Pfarrkirche Erla im Jahre des Herrn 1966. Damals fand man auch die berühmten römischen Münzen im Teich von Klein Erla, aber wichtiger für den Autor war mit Sicherheit seine Vermählung, die in- jawohl- lateinischer Sprache erfolgte, weil der damalige Priester Deutsch und Ungarisch, das Brautpaar Italienisch, Französisch und Italienisch, aber nicht Deutsch sprach. Latein aber verstanden alle, nur nicht das andächtige Publikum. Die Ehe kam dennoch gültig zustande, was auch einer Dispens des damaligen Wiener Bischofs zu verdanken war, denn Emilio Biamonte ist als echter Italiener natürlich katholisch, seine Frau Sylvie aber protestantisch.

Im Anschluss an die Präsentation in der Kirche signierte der Autor Emilio Biamonte die Bücher im romanischen Kreuzgang von Erla, wo auch der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt stattfand. Er hatte reichlich zu tun, denn mehr als hundert Personen nahmen sich das Buch gleich mit. Als sinnvolles Weihnachtsgeschenk, das viel über die Geschichte unserer näheren Heimat, und darüber hinaus, erzählt.

Rubrik:: Musiktipps

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