momag 307 | winter 2012/13
20
| mostviertel magazin
thema
winter
zum thema
Neue Eiszeit
E
ndlich wieder zurück. Dass es dieses
mal wirklich pünktlich mit Dezem-
ber zu schneien begonnen hat, könnt
ihr mir verdanken. Ich habe die warmen
Monate im Jahr unermüdliches Lobby-
ing im hohen Norden betrieben – und
ihr seht, es hat gewirkt. Frau Holle, Vä-
terchen Frost und der Rat der eisigen
Drei zierten sich bis zum Schluss, aber
jetzt ist es geschafft und alles ist weiß.
Und ihr könnt euch sicher sein: ich bin
gekommen um zu bleiben.
Vielleicht kommt ja auch eine neue Eis-
zeit – die letzte ist ja schon wieder lang
genug her. Ach das waren Zeiten: jahre-
lang konnte man ohne Bedenken am sel-
ben Ort verweilen, die Karotten wurden
niemals lasch, lästige Plusgrade hielten
sich meilenweit entfernt – das Paradies!
Nostalgie ist mein Honigpferd, oder so
aber ich will euch nicht mit Erinne-
rungen langweilen. Obwohl ich – ur-
sprünglich ja von erster Menschenhand
gebaut – ein Experte für Langzeitstudien
der Menschheit wäre. Als jahrtausende
alter, stiller Beobachter: glaubt mir, ich
weiß um die Menschen bescheid. Lasst
uns deshalb unseren Blick in die Zukunft
richten.
Wo kommen wir hin, wenn Menschen
ihre Zeit dem stumpfen Konsum opfern
und ihr Hirn maximal zum Bedienen der
Kaffeemaschine einschalten wollen? Ich
weiß, dass niemand von vorn herein ein
Leben in mentaler Froststarre führen will,
doch werdet ihr – ganz offensichtlich
dazu verführt. Niemand will aus sei-
ner warmen, gemütlichen Komfortzone
raus – das Ergebnis ist ein Leben in ei-
ner Schneekugel. Viele von euch sollten
mal eine Nacht mit mir verbringen – da
werden die Verhältnisse wieder klarer.
Und ihr versteht auch sicher so manch‘
bedauernswerte/n Obdachlose/n, für
die es in dieser Zeit wohl am schwers-
ten ist. Wenn ihr jemanden seht, der
Hilfe braucht, ruft dort an: Caritas-Käl-
tetelefon 01 4804553 (am besten gleich
einspeichern).
Lasst uns die schönste Zeit des Jahres
für spannende Erlebnisse in Schnee und
Eis nutzen. Und baut mehr Schneemän-
ner und -frauen!
I
n den Mostviertler Alpen bieten nahezu alle
Orte ein Netz an
Winterwanderwegen
an.
In Göstling/Ybbs stehen beispielsweise 50 Ki-
lometer geräumte Wege zur Wahl. Auch fürs
Schneeschuhwandern
finden sich beste Vo-
raussetzungen. Auch an der Moststraße schlän-
geln sich zahlreiche schöne Winterwander-
wege durch die Hügellandschaft. In St.Aegyd
am Neuwalde, malerisch umrahmt von Gip-
pel und Göller, führt Outdoor-Expertin Chri-
sta Strametz auf Schneeschuhwanderungen
durch die winterweiße Natur. Geführte Fackel-
wanderungen und einen Schneeschuhverleih
bietet das Panoramastüberl am Hochkogel-
berg, dem Schnittpunkt zwischen Moststra-
ße und Eisenstraße.
Wandern im Mondlicht
Besonderes Erlebnis: Auch an Vollmond-
nächten kann man in St.Aegyd bei geführten
Schneeschuhwanderungen und Nordic-Wal-
king-Touren durch die weiße Winternatur spa-
zieren. Auch in Göstling/Ybbs werden Voll-
mond-Schneeschuhwanderungen angebo-
ten und in der Sternwarte am Hochbärneck
in St.Anton an der Jeßnitz, fernab vom Licht
großer Ansiedlungen, kann man zu bestimm-
ten Terminen oder nach Voranmeldung am
Wochenende „Sterndlschauen“.
Langlaufen
hat im Mostviertel Tradition
und dank des neuen Orientierungssystems
und einheitlich gestalteter Schilder finden
sich die Langläufer im freien Gelände bestens
zurecht. Wie in Prolling etwa, dem Langlauf-
zentrum von Ybbsitz, nicht umsonst der erste
Austragungsort des neuen Eisenstraße-Lang-
laufcups (Seite 24). Durch das idyllische und
sonnige Hochtal, das als besonders schnee-
Winterzeit.
Frische Luft, beste Aussichten
und zauberhaft schöne
Landschaften: Es ist wieder
soweit – Winter ist’s im
Mostviertel. Auf Skipisten
Wanderwegen, Langlaufloipen,
Rodelbahnen und Eislaufplätzen
lässt sich die verschneite Region
in aller Ruhe erkunden. Und
wer etwas Außergewöhnliches
unternehmen möchte, macht
sich bei Vollmond auf den Weg,
beobachtet Sterne oder lässt
sich von Lamas begleiten.
in Schnee und Eis
Erlebnisse
fotos: weinfranz.at
schneemann |
Figur aus Schnee, die –
normalerweise bestehend aus drei
aufeinandergestapelten Schneebällen –
schemenhaft einen Menschen darstellt.