momag 307 | winter 2012/13
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| mostviertel magazin
wortspende
Sex
W
ennst als Kolumnist nicht weißt,
wast schreiben sollst, machst es
einfach wie die Kollegenschaft von der
dichtenden Zunft. Schreibst, welche Blo-
ckaden dich grad plagen, wie sich der
Horror vacui auf das weiße Blatt legt
oder wie der leere Bildschirm sich aufs
Gemüt schlägt und was dich sonst am
Schriftstellen hindert. Kaum bist mit dem
Einleitungssatz fertig, sind 200 Buch-
seiten vollgeschrieben und der Verlag
lobpreist die hintergründige Reflexion
über die Schwierigkeiten beim Verfas-
sen von Texten im Allgemeinen, jener
literarischer im Besonderen und erhebt
die vorliegenden tiefgründigen Überle-
gungen zur philosophischen Großtat, von
der die Menschheit reichlich profitieren
wird.
Das kannst dir als Kolumnist gleich
abschminken. Ein Magazin kennt kei-
nen feinsinnigen Verleger, dessen Herz
allein für die Dichtkunst schlägt. Der
Chefredakteur ebenso wie der Heraus-
geber sind einem Millionenpublikum
verpflichtet, das will nichts von der
Schreibfaulheit irgendwelcher Flaschen
wissen.
Da wären wir bei der Flaschenpost
und dem Irrtum, der schon länger kur-
siert. Unter Flaschenpost versteht man
keine Textübermittlung von minder ta-
lentierten Zeitgenossen, also von Per-
sonen, die regelmäßig Pech beim Den-
ken haben. Dummkopf geht ja wahr-
scheinlich politisch korrekt gar nicht
mehr. Flaschenpost ist vielmehr eine et-
was veraltete Informationstechnologie,
fast so veraltet wie die Brieftaube, der
handgeschriebene Liebesbrief oder die
Postkarte.
Was der Kolumnist mit all dem sa-
gen will? Der Kolumnist will nichts, gar
nichts sagen, der Kolumnist will die
Spalte ohne großen Aufwand füllen.
Und was der Titel bedeuten soll, nach-
dem bis hierher nicht ein einziges Fle-
ckerl Feuchtgebiet betreten wurde?
Eine plumpe Falle, was sonst. Der Titel
soll zum Lesen eines gänzlich unerheb-
lichen Textes verführen, der alles ver-
spricht und nichts hält. Ganz so wie in
der Werbung.
gerhard hintringer |
St.Pölten,
Beruflich zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von
Landesmuseum, Klangturm und Egon Schiele Museum
S
o, wie alle Jahre das Christkind kommt,
so fix kommt zu Jahresbeginn Holiday
on Ice in die Wiener Stadthalle. Regie und
Choreographie der rasanten Show „Speed“
stammen diesmal von Bart Doerfler, der als
Ex-Chippendale weiß, wie man das Publi-
kum begeistert! Internationale Eiskunstläu-
fer, rhythmische Tänzer, athletische Akro-
baten und waghalsige Stunt-Skater überra-
schen bei ihrem außergewöhnlichen Spiel
mit der Geschwindigkeit: ob mit der Kraft
des Windes, auf Motorrädern oder beim
Eisschnelllauf.
Action pur und verblüfftes Staunen
Allein schon folgende Zahlen beeindrucken
und lassen erahnen, welche Perfektion hin-
ter einer Holiday on Ice-Produktion steht:
28
Läufer, 4 Tänzer, 2 Special Act-Darsteller
sowie 20 Crew-Mitglieder. Die neue spek-
takuläre Show „Speed“ verwandelt diesmal
die Eisfläche in einen Spiegel unserer Welt,
indem sie die Dimensionen des Lebens in
zehn Szenen inszeniert: Zeit und Geld, Liebe
und Instinkte, Natur und Menschen – und
dabei immer wieder als atemberaubendes
Gesamterlebnis überrascht.
Fliegende Artisten und rasende Motor-
rad-Helden, heiße Tanzeinlagen in bunten
Kostümen und interaktive Spiele mit dem
Publikum bestimmen die neue Produktion.
Von einem packend feurigen Showauftakt
über waghalsige Kunststücke bis hin zu
einem Zirkus mit dem legendären Todes-
rad und Luftakrobaten wird alles geboten,
was einen verblüfft Staunen lässt.
Spannend wird auch der Mix aus mutiger
Vision und bester Tradition, denn trotz op-
tisch wie akustisch packender Szenen dürfen
auch besinnliche Momente dabei nicht feh-
len, die einen wieder ein wenig Durchatmen
lassen. Lasst euch also elektrisieren von mit-
reißender Musik – u.a. stammen zwei Songs
aus der Feder von Sarah Connor –, von opu-
lenten Bühnenbildern, die einem ins Casino,
an den Strand oder in den Zirkus entführen,
farbenprächtigen Kostümen und nicht zu-
letzt von atemberaubenden Künstlern, die
mit ihrem Können alle bisherigen Grenzen
des Eiskunstlaufs durchbrechen.
dr
Sexy und voller
Adrenalin
Holiday on ice.
Bei „Speed“ dreht sich alles ums Tempo
termine |
9.–20.1.2013,
Wiener Stadthalle
Das Ticket gilt auch als Fahrschein für die Wiener Linien!
morris mac matzen
kultur
show