momag 333 | SOMMER 2015

editorial Viertel ohne Jetlag bernhard schaller | Redaktionsleiter bernhard@momag.at D er Sommer ist da und im mo- mag-Büro ist die Freude über die Doppelausgabe groß. Die be- deutet nämlich auch, dass wir uns in die Sommerpause verabschieden. Reisetrends tendieren zu immer kürzeren Aufenthalten. Für oft deut- lich unter 100 Euro geht ’s über das Wochenende schnell mal nach Paris, Berlin, Madrid, London. Städtetrip also. Noch ein Trend. Einfach mal ein bisschen Kulturprogramm machen. Man will sich die Architektur anschau- en, Sehenswürdigkeiten abklappern und sich dabei vielleicht – als aufge- schlossener und aufgeklärter Mensch – auch noch weiterbilden. Aufgeklärt wie wir alle sind, liegt uns selbstverständlich auch die Um- welt am Herzen. Green-Camping, Green-Events, Green-Apps, Green- Wasauchimmer. Ein Anglizismus, der sich bei vielen Dingen voranstellen lässt. Klingt sauber, funky und wun- derbar international, denn wir sitzen ja alle im selben Boot, haben nur diesen einen Planeten, müssen auf unseren ökologischen Fußabdruck achten,... Die Hülsen sind bekannt. Erzählen die Freunde mit leucht- enden Augen davon, wo sie überall für ein paar Tage hinfliegen wollen, kann und will man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkom- men. Ist die Umwelt nicht gerade das Hauptgesprächsthema und es wird erwähnt, dass man dieses und jenes wegen ihr ablehnt, gibt es schnell skeptische Blicke. Dabei sollte man sich nach dem Umweltargument für den Abschluss „und billiger ist es auch“ aufheben, damit man als ver- nünftiger Sparfuchs und nicht als Bäume-umarmender Gutmensch da- steht. Wenn der Flug nach (hier euro­ päische Stadt wählen) billiger als das Auto ist, kann man sich von dem fi- nanziellen Argument verabschieden. Am Check-in checkt die Umwelt aus. Den moralischen Kredit, den wir mit unserem so nachhaltigen Lebensstil das Jahr über aufgenommen haben, verprassen wir dann im Airbus. Weniger funky klingt das Reiseziel Mostviertel. Macht man sich aber be- wusst, was es zu bieten hat, klingt ’s schnell nicht mehr so langweilig. Lei- der ist die Spalte zu schmal und die Palette an Möglichkeiten zu breit, um mit dem Aufzählen zu begin- nen. Kurzum: Sonne, Wasser, Berge, Kultursommer, Landesausstellung,... Und nebenbei ist es auch noch herr- lich Green bei uns. £ impressum: seite 8 mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 50 helmut wurzer Dynamisch. Cheerleading: keine Freizeitbeschäftigung für Tussis, sondern sportlich anspruchsvoll Aufschlag. Padel ist eine Mischung aus Squash, Tennis und Racquetball. Der Trendsport erobert jetzt auch das Mostviertel Illusionskunst. Christina aus Hofstetten hat ihren Traum verwirklicht und erscheint als zauberhafte Amélie van Tass auf den Bühnen der Welt Geländegängig. Der Lunzer Lars Enöckl fordert auf seinem liebsten Hobbygerät die Enduro-Profis der Weltelite heraus 4 Spinnereien. Der Lunzer Webermarkt begeistert mit Handgemachtem. Die Frauen hinterm Webrahmen erzählen von ihrem Handwerk 6 Sternenhimmel. Werner Büchele ist Hobby- Astronom aus Leidenschaft. Um die Faszination zu erklären, würde ein Blick in den Himmel genügen 8 Grenzenlos Miteinander. Menschen mit besonderen Bedürfnissen versprühen Lebensfreude pur in der Disko ohne Grenzen 16 Nachhilfe international. Engagierte Amstettnerinnen unterstützen Kinder mit Migrationshintergrund ehrenamtlich beim Lernen 58 Eierspeis‘. Der Weg aus dem Karton in die Pfanne ist ein kurzer. Wie ein Ei entsteht, ist aber vielen ein Rätsel 60 Schocktherapie. Wenn sich ein Teil der Seele nach einem traumatischen Erlebnis zurückzieht, beginnt oft eine lange Suche 62 Hunger nach Liebe. Dem, was nach 70 Jahren Kriegsende höchstens beiläufig in den Geschichtsbüchern steht, widmet sich Robert Voglhuber daniela rittmannsberger future7media 12 50 18 54 coverfoto | bernhard schaller Model: Silvia Köchel Montage: Helmut Hirner thommyten.com

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