momag 335 | OKTOBER 2015

editorial Mut zur Kritik bernhard schaller | Chefredakteur bernhard@momag.at V orab möchte ich Danke sagen für all die Leserpost, in der wir immer wieder für unsere „unkonventionelle Art“ und unsere „positive Berichter- stattung“ hoch gelobt werden. Solche Worte motivieren natürlich ungemein und wir geben sie immer mit Freude an unsere freien Autoren weiter, von denen übrigens die wenigsten eine journalistische Ausbildung haben, aber dafür allesamt sehr engagiert und gewissenhaft ans Werk gehen. Was wir aber vermehrt vermissen, ist kritische Leserpost. Lobeshymnen sind schön und sehr ermutigend, aber sie abzudrucken ist schon sehr fad. Viel- leicht ein Zeichen dafür, dass auch wir wieder kritischere Seiten aufschlagen sollten. Anlass dafür gäbe es genug. Natürlich wollen wir uns nicht den Ruf eines haltlosen Schreihalsblatts anschreiben und grundlose Verun- sicherung verbreiten. Wir sind hier schließlich nicht im Internet. Ein Freund sagte vor Kurzem: „Kein Blatt, das sich über Werbung finan- ziert, ist frei.“ Bis zu einem gewissen Grad möchte ich dieser allgemeinen Aussage Recht geben, aber der Vor- teil, den wir auf unserer Seite haben, besteht gerade eben auch in der Art der Finanzierung unseres redaktio- nellen Inhalts. Die wenigen, die noch auf direktem Weg ein paar Euro für Informationsbeschaffung in die Hand nehmen, fühlen sich doch schneller auf den Schlips getreten, wenn sie dann etwas lesen, für das sie lieber kein Geld ausgegeben hätten. Kri- tische kostenlose Berichterstattung zwischen Puff und Autohaus scheint die Menschen einfach nicht so schnell aufzuwühlen. Schickt uns eure kri- tischsten Leserbriefe und wartet ab, ob wir uns trauen, sie zu drucken! Eigentlich haben wir den Schwer- punkt dieser Ausgabe auf das The- ma Gesundheit gelegt, auf das hier Anstoß genommen werden sollte. Bevor ich aber in 2.000 Anschlägen inklusive Leerzeichen aus dieser sch- malen Spalte rausheuchle, dämpfe ich lieber meine Zigarette aus und verweise auf die Seiten 34 und 35, auf denen sich Robert Voglhuber auf das Thema ein- und sich darüber auslässt. £ impressum: seite 14 mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 50 threewide.de gerhard stubauer Eisen aus aller Welt. Bügeleisensammeln mag recht fad klingen. Ein Besuch in Edis Museum schaf ft Verständnis für die Begeisterung Ohren auf. Brigitte Adelwöhrer spricht über die unterschätzten Folgen von Hörbeeinträchtigung und den Austausch zwischen Betrof fenen Spaghetti Aglio e castrolio. Philipp Lietz verheizt seine Konkurrenten mit Big-Block und dicken Walzen an der Spitze der NASCAR Whelen Euro Series Spielstunde. Ein ungelernter Trieb, der nicht verlernt werden sollte und ungezwungen die Brücke zur Welt schlägt 4 Meister im Traktorfahren. Johannes Edermayer hat Gas gegeben und holte den Europameistertitel nach Biberbach 12 Zeitsprung. Das Mittelalter mitten im Mostviertel: Vereinsoberhaupt Thomas „Alerik“ Prandner über seine Leidenschaft 16 Natur statt PC. Jugendliche drücken den Altersdruchschnitt in Kleintierzuchtvereinen und lernen dabei über Verantwortung 50 In Diplomatenkreisen. Als Diplomatin und außenpolitische Mitarbeiterin von Kreisky weiß Gabriele Matzner, was ein guter Krimi braucht 56 Trennungskinder. Micheal Hüter schrieb das nieder, womit viele Väter zu kämpfen haben, wenn eine Trennung nicht ohne Justiz auskommt 60 Sternenmütter. Wenn statt dem erwarteten Baby Leere einzieht, gibt es keine rechtlich soziale Absicherung doris schleifer-höderl colourbox.com 8 52 18 62 covergestaltung | helmut hirner foto: colourbox.com

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