momag 336 | NOVEMBER 2015

editorial Gut gekaut ist halb verdaut bernhard schaller | Redaktionsleiter bernhard@momag.at D as Bewusstsein um die Wichtigkeit der Ernährung ist gewachsen und die Regale in den Buchhandlungen zum Thema werden immer länger. Im Interview warnt Ernährungsmediziner Kurt Widhalm vor selbsternannten Er- nährungsgurus und pseudowissen- schaftlicher Literatur. Als Kinderarzt will er die Weichen für eine gesunde Ernährung früh stellen, spricht sich für ein Werbeverbot für gewisse Nah- rungsmittel aus und sieht in Preispolitik – ähnlich wie bei Zigaretten – einen präventiv sinnvollen Ansatz, um das Ernährungsverhalten der Menschen zu beeinflussen. Dass das Thema Ernährung die Ge- müter erregt, zeigt sich immer wieder, wenn eine neue Meldung auftaucht, die fast schon zum Skandal hochstili- siert wird. So wie erst vor kurzem zu Wurst und Co. Bei der dramatischen Darstellung der durchaus korrekten Ergebnisse ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Vegeta- rier fühlten sich natürlich bestätigt, Fleischesser in die Ecke gedrängt oder gar bevormundet. Wie das Bewusstsein zum Thema ist auch die Zahl jener Menschen ge- wachsen, die mit Nahrungsmittelinto- leranzen hadern. Diätologin Daniela Fröschl sieht die Gründe dafür in der Nahrungsmittelindustrie, aber auch in der Schnelllebigkeit unserer Zeit. Daniela Rittmannsberger hat mit ihr über ein Organ gesprochen, dem im- mer mehr Aufmerksamkeit geschenkt und das als Sitz der Gesundheit be- zeichnet wird: den Darm. Schwer zu verdauen ist, was Inve- stigativjournalist Emil Bobi über die renommierteste und wahrscheinlich wichtigste Auszeichnung überhaupt, den Friedensnobelpreis, zu sagen hat. Unter Kritik steht er immer wieder, aber wie Alfred Nobels Erbe heute weiter- besteht, ist doch recht erschütternd. Im Gespräch mit dem momag stellte er vorab klar, dass er keine Interviews über 15 Minuten gibt. Dementspre- chend knapp sind seine Antworten und machen umso neugieriger auf das Buch. Ernährungsempfehlung traue ich mir in dieser Spalte sicher keine abzugeben, dafür eine andere: Unter Betreff „Nobel“ an uns schrei- ben und spannende Winterlektüre gewinnen! £ impressum: seite 16 mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 46 colourbox.com andré elbing Tanz der Kurven. Hanene Frank bringt orientalischen Tanz aus Algerien ins Mostviertel und fordert mehr Mut zur Weiblichkeit Kinderflüsterer. Der Alexanderhof bietet neben regulärem Reitunterricht auch Pferdetherapie, der Körper und Geist fördert und fordert Steuerflucht. Konzerne schaf fen es immer wieder, verschwindend geringe Beträge an Steuern abzutreten, die OECD will das nun ändern Urgeschichte zum Anfassen. Franz Mitterhuber aus Haidershofen – Hobbyarchäologe aus Leidenschaft – zeigte uns seine Fundstücke 4 Literarisches Mostviertel. Hier, wo Traktoren groß sind wie indische Elefanten: 20 Autoren haben ihr ganz persönliches Mostviertel beschrieben 6 Netzwerken. Das „Soziale Netzwerk Pöchlarn“ unterstützt Menschen, wo es notwendig ist, und das sind heute vor allem Flüchtlinge 13 Passiv gemütlich. Das Passivhaus Eisenstraße vermittelt Wohlfühlatmosphäre und beseitigt Bedenken über die zukunftsweisende Wohnform 48 Meister des Friedens. Investigativjournalist Emil Bobi rüttelt an den Grundfesten des Friedensnobelpreises und zieht Parallelen mit dem Vatikan 52 Götter im Weiß. Schilegende Toni Sailer wedelte sich zum Sportler des Jahrhunderts und holte für Österreich mehr als bloß Gold 55 Jugend in Europa. Schüler erfuhren im Ostarrichi Kulturhof von Zeitzeugen über ein anderes Europa, das noch gar nicht so weit zurückliegt julia fichtinger julia büringer 12 46 14 56 covergestaltung | helmut hirner foto: colourbox.com

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=