momag 352 | JUNI 2017

Das Kleine im Großen. Was auf den Lunzer See zutrifft, trifft auch auf die meisten österreichischen Seen und Flüsse zu: Wir müssen die Natur retten, nicht den Fisch sektenlarven“, erzählt Martin Kainz, Landschaftsökologe, Ökotoxikologe und Forscher im WasserCluster Lunz. Er hat sich mit Leib und Seele diesen Zusammenhängen verschrieben. Er studierte Umweltwissenschaf ten in Montreal und war Mitarbeiter am National Water Research Institute in Kanada. Erkannt hat das System die- ses „Staatshaushalts“ Franz Ruttner, der das älteste Buch zur Seenforschung in Lunz am See 1940 geschrieben hat, und dessen Lehrbuch „Limnology“ ins Englische übersetzt und in der Welt bekannt geworden ist. Be- geistert erzählt Kainz von der Entstehung des Wasser- Clusters, von der Gründung 1905, von der Wichtigkeit dieses Instituts, von den För- derungen und von Forschun- gen rund um den See. „Wir haben hier einen Auftrag!“, sagt er. „Wie verhält sich die aquatische Ökologie in Lunz, um den See herum und im alpinen Bereich Europas? Wie verhalten sich ähnliche Seen im Zeitalter des Klimawan- dels? Wie reagieren die Algen auf extreme Witterungsver- hältnisse wie warme Winter, Sommer ohne Niederschlä- ge, Jänner mit Starkregen?“ Änderungen sind eine Frage der Perspektive Fakt ist, dass sich in den letzten zehn Jahren die Le- bensgemeinschaft in den Seen stark verändert hat, erkennbar vom Plankton bis hin zu den Fischen. Seen haben sich in den letzten 20 Jahren massiv erwärmt. Nährstoffe gelangen in die Seen, die das Wachstum der Algen verstärken. Diese Men- gen an leicht verwertbarem pflanzlichen Material dienen wiederum Mikroorganismen als Nahrung und durch ein- getragenen Stickstoff und Phosphor wird Wachstum und Aktivität dieser Organismen weiter angeregt. Auch Jau- che, die in Bäche gelangt, för- dert dieses Wachstum. Letzt- endlich entziehen Bakterien dem Wasser Sauerstoff, der Bach „erstickt“ und es wer- den Treibhausgase erzeugt, die das Klima belasten. Er- höhte Wassertemperaturen erhöhen die Aktivität der Mikroorganismen. Ein Kreis- lauf, den man tatsächlich als einzelner Mensch beeinflus- sen kann, wie Kainz betont. Indem man weniger fliegt, weniger mit dem Auto fährt, weniger Fleisch verzehrt, we- niger Haustiere hält, weniger Massentierhaltung betreibt, marianne wenighofer  Durch die zunehmende Wassererwärmung veralgen Gewässer und bestimmte Fischarten verabschieden sich. »Den Saibling gibt es seit der Eiszeit. Im Lunzer See ist er 2014 vom Hecht aufgefressen worden.« weniger Felder düngt und darauf achtet, dass Einträge aus dem Umland nicht in Bä- che gelangen. Es mag schon langweilen oder nach india- nischer Philosophie klingen, aber es gelten noch immer dieselben Ratschläge wie vor vielen Jahren. Ganz allgemein sind die Salmoniden im Rückgang, während die Hechte im Vor- marsch sind. Während Saib- linge und Forellen Omega 3-Fettsäuren für den Men- schen liefern, nehmen Hechte Schadstof fe, zum Beispiel Quecksilber auf, indem sie andere Tiere fressen und ha- ben weniger Omega 3. Ha- ben wir keinen Saibling mehr, sind wir auf Aquakulturen angewiesen. Das Futter für die Zucht stammt wiederum aus dem Meer. Zu Mehl und Öl zermahlene Artgenossen, die aus überfischten Meeren stammen. Nach Alternativen sucht man noch. Die Konsequenz eines Ein- griffs kann vielfältig sein. Nicht nur in Lunz am See, sondern ganz allgemein. Man ver- schiebt ein Ökosystem und kann es damit zerstören. £ D as Bildungszentrum Gleiß öff- net in den Ferien seine Pforten nicht nur für Schüler der hauseige- nen PVS und NMS – auch Kinder aus anderen Schulen können beim ab- wechslungsreichen und spannenden Ferienangebot teilnehmen! Summer chill in mit Freunden In der ersten Ferienwoche lädt das Bildungszentrum zu attraktiven Frei- zeitaktivitäten wie Grillen am Lager- feuer, Bodypainting, Schatzsuche oder Koch- und Backworkshops. Auch Ausflüge in den Wasserspiel- park St.Gallen und zum Straußenhof stehen am Programm. Fit ins neue Schuljahr Beim Lerncamp gegen Ende der Fe- rien wird vormittags der Lehrstoff des letzten Schuljahrs wiederholt und geübt. Nachmittags Plantschen an der Ybbs, Spielen im Garten und ein Ausflug ins Naturbad. Die Schü- ler treffen ihre Freunde frühzeitig wieder und es wird in gemütlicher Atmosphäre gelernt. Bei beiden Ferienangeboten wer- den die Schulkinder durch Hort­ pädagoginnen professionell betreut, täglich gibt ‘s ein frisches Mittag­ essen. Bereits im Vorjahr wurde das Angebot gut angenommen, die Kin- der können somit gut vorbereitet in das neue Schuljahr starten! £ entgeltliche Einschaltung Lernen, Spaß & Abwechslung Gleiß. Tolles Ferienangebot für alle Schulkinder zwischen 6 und 14 summer chill in | 3.–7.7., 7–16h 120€ inkl. Mittagessen, Eintrittspreise, Busfahrten, Verbrauchsmaterial fit ins neue schuljahr | 28.8.–1.9., 7–16h 100€ inkl. Mittagessen, Eintrittspreise, Verbrauchsmaterial info und anmeldung | Bildungszentrum Gleiß, 0650 3052288, hort.gleiss@gmx.at monkey business momag 352 | juni 2017

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