momag 352 | JUNI 2017

Den Vorfahren auf der Spur W er sich unter einem Ahnenforscher einen älteren Herrn mit grauem Anzug vorstellt, der auf Dachböden nach vergilbten Dokumenten sucht, irrt. Die jungen Männer, die mir ge- genübersitzen wirken alles andere als alt und verstaubt. Ahnenforschung betreibt man heutzutage mit modernsten Mitteln, vom Laptop aus. Frü- her musste man noch Pfar- rämter abklappern, heute sind info | Berger und Gartler Ahnenforschung 0680 5557865 kontakt@bgahnenforschung.at www.bgahnenforschung.at die Matriken (Sterbebücher, Taufbücher, Heiratsurkun- den usw.) online abrufbar und mit wenigen Ausnah- men sind fast alle Gebiete in Österreich vertreten. Viel Grundmaterial brauchen die beiden Forscher nicht, es rei- chen Namen, Geburtsdaten und Wohnorte der Eltern und Großeltern. „Wohin einen die Suche führt, weiß man nicht“, sagt Gartler schmunzelnd. Ein Stammbaum mit zwölf bis 13 Generationen kann bis zu 400 Personen umfas- sen und bis 1700 zurückrei- chen. „Aber nicht immer ist die Suche so erfolgreich. Es kann auch passieren, dass un- eheliche Kinder da sind und kein Vater angegeben ist in »Das Konzil von Trient ordnete 1563 an, Eheregister und Taufbücher einzuführen.«  porträt Kurrentschrift lesen zu können ist wichtig, um alte Dokumente zu sichten.  fotos: sonja raab von sonja raab W er von uns kennt nicht Aussa- gen wie: „Das mache ich spä- ter, ich melde mich dann bei dir, wenn ich mal in Pension bin, wenn, wenn, wenn…“ Die meisten leben das Leben, als würde es nie enden. Wir verschieben viel und womöglich haben wir dann keine Zeit mehr, um all das Aufgeschobene noch zu erle- ben. Wenn wir uns bewusst machen, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist und wir nur die unwichtigen Sachen verschieben und die für uns wich- tigen Dinge, Erlebnisse, Besuche und Ausflüge wahrnehmen, dann glaube ich, haben wir das Leben ver- standen und leben es schlussendlich auch richtig. Mir ist bewusst, dass sich so etwas leichter schreiben als leben lässt. Auch ich muss mich an der Nase nehmen, wenn es um mei- ne ganz persönliche Aufschieberitis geht. Ja, auch ich schiebe manches auf, auch ich habe oftmals keine Lust oder Energie. Aber ist nicht gerade der Sommer eine Zeit, wo wir mehr Energie haben, uns mehr in der Natur aufhalten können oder uns mit Freun- den im Gastgarten treffen könnten? Ich wünsche uns allen, dass wir uns aufraffen, um die schönen Orte zu besuchen, die wir schon immer sehen wollten, dass wir uns mit un- seren Freunden verabreden und uns manchmal, ohne schlechtes Gewis- sen, die Zeit nehmen, um einfach mal nichts zu tun und wir danach sagen: Ja, es war schön und es war gut! Denn wenn wir unser Leben nicht jetzt le- ben – wann denn dann? Unser Leben wird erst wirklich zum Leben, wenn es aus vielen Erfahrungen und Erlebnissen – gemeinsam mit unserer Familie und Freunden oder manchmal auch alleine – besteht, welche für immer in unserer Erin- nerung bleiben. Machen wir unser Leben bunter und lebendiger! Ich wünsche Ihnen und mir einen wun- dervollen Sommer mit vielen schö- nen Erlebnissen, Erfahrungen und Begegnungen! £ »An den Gräbern der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.« (Georg Jellinek) elke rösen | Seitenstetten Dipl. Lebens- und Sozialberaterin elke@momag.at, 0650 7609016 www.die-lebensberaterin.net panoptikum Lebe dein Leben momag 352 | juni 2017 32 | mostvier tel magazin

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