momag 352 | JUNI 2017

dauert, bis ich sie abbezahlt hatte, denn das ist ein 1951er Baujahr, aber in einem super Zustand. Jede Gitarre zwingt dir eine eigene Spielwei- se auf. Mit der Jazzgitarre funktioniert es perfekt. Mit meinem Stil und was die Gi- tarre zu erzählen hat, ist das eine gute Verbindung. Wie bist du an die Arbeit an deiner Danzer-CD herangegangen? Da hat mir der Nachlassver- walter von Georg Danzer ei- nen USB-Stick mit 700 Liedern gegeben und ich habe mich da monatelang durchgehört (lacht). Es war seine Idee, diese CD zu machen und so habe ich meine Favoriten aus seinem Werk herausgepickt. Zuerst war ich ja skeptisch, denn da kann man auch viel falsch machen, wenn man sich an den großen Danzer wagt. Ich habe die ersten Demos einfach mal spielerisch, wie ich meine eigenen Demos mache, mit der Gitarre auf- genommen. Das erste Lied war „Ruaf mi ned au“, das ist jetzt auch das erste auf dem Album. Ich habe das eine Zeit lang liegen gelassen und dann wieder reingehört und dachte dann: „Ok, das macht wirklich Sinn. Klingt anders als das Original und spricht mich musikalisch ei- gentlich noch mehr an.“ Weil es meine Musikalität total beinhaltet. Die Texte von Danzer sind sowieso grandi- os. Dem Nachlassverwalter hat ’s auch gefallen und so hat er mir noch einen zwei- ten USB-Stick mit den ganzen unveröf fentlichten Songs gegeben – die hat er nicht gleich rausgerückt, erst ein- mal wollte er abchecken, ob das mit mir überhaupt Sinn macht (lacht). Die unveröffent- stephanos notopoulos lichten Lieder aufzunehmen, ist natürlich eine riesen Ehre. Wie hast du vermieden, einfach nur Coversongs zu machen, also 1 zu 1 nachzuspielen? Ich habe mir die Lieder kaum angehört und so getan, als hätte ich selbst ein Lied ge- schrieben. Darauf aufgebaut, neue Arrangements gemacht. Das Essentielle der Lieder blieb übrig, aber ich habe von Anfang an darauf geach- tet, dass ich meinen Swing, meinen Stil, mein Ding da reinbring’. Schreibst du schon wieder neue Songs oder gehst du erst mal mit der Danzer-CD auf Tour? Ich schreibe gerade wieder für ein nächstes Album. Ich komme ursprünglich von der Blues-Musik, habe die- se jahrelang gemacht, bin dann aber immer offener geworden und habe mich für viele Sachen interessiert. Von Funk, Soul bis Wiener- lied – alles mögliche ist da drin. Jetzt habe ich für mich eine Mixtur aus dem Ganzen gefunden. Kann sein, dass es blueslastiger wird, oder tanzbarer, oder vielleicht werden es eher Balladen, das ergibt sich... Es heißt ja „Gut Ding braucht Weile“. Wie ist das beim Komponieren? Ich will nach keinem Schema vorgehen. Es passiert schon, dass ich mich einen Tag lang hinsetze und komponiere, so wie andere in ein Büro gehen, um zu arbeiten. Es ist aber nicht gesagt, dass dabei et- was Gescheites rauskommt (lacht). Wenn du aber nur darauf wartest, dass dich die Muse küsst, dann pas- siert das vielleicht fünf Mal im Jahr, das reicht nicht für ein Album. Du hast schon einige Auszeichnungen erhalten, zum Beispiel zwei Mal den Amadeus. Wie wichtig sind dir diese? Ich hab’ mich über jeden Preis gefreut, aber man darf das auch nicht überbewer- ten. Das Schöne daran ist, dass man das Gefühl hat, dass das bei jemandem an- kommt, was man tut. Wie bei einem Konzert, wenn Leute kommen. Wie bist du zu „Dancing Stars“ gekommen? Die haben mich gefragt und ich habe mich sehr gewun- dert (lacht). Ich wusste ja gar nicht so richtig, was das ist, da ich nie eine ganze Sendung gesehen habe. Ich war auch bis dato nicht so der Tänzer (lacht). Dann hab’ ich mir das mal genauer angesehen und fand es halb so wild. Es spielt eine Live-Band, was ich cool finde – sowas kommt selten genug vor im Fernsehen. Teil- weise kenne ich die Musiker sehr gut, weil einige davon auch in meiner Band spie- len. Schließlich dachte ich: „Scheiß’ drauf, ich mach da mit!“ Meine Mutter war ein riesen Fan dieser Sendung. Sie ist leider verstorben, sie hätte eine große Freude gehabt. Auch das war aus- schlaggebend. Es ist zwar ganz anders als das, was ich bisher so gemacht habe, aber spannend. Es war kein Feh- ler, es gewagt zu haben. £ »Wenn du nur darauf wartest, dass dich die Muse küsst, dann passiert das vielleicht fünf Mal im Jahr, zu wenig für ein Album.« momag 352 | juni 2017 mostvier tel magazin | 69

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