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regionalaugenschein

der Klang begleitet uns

durch die nächsten Räume,

die vom Boden bis zur De-

cke mit Küchenutensilien

vollgestopft sind.

Immer wieder leiten sich

Worte von alten Gegenstän-

den ab. So zum Beispiel die

Bezeichnung „Nudeldrucker“

– von einem Küchengerät,

durch das man Nudelteig

durchdrückte. „Heute werden

Menschen so bezeichnet, aus

denen schwer etwas heraus-

»Ich hab’ alles selber gemacht

– sogar die Kinder.«

Esstisch: ein „Suppenbrun-

zer“. Unter diese Glaskugel

wurde der Suppentopf hin-

gestellt. Der Dampf stieg auf,

sammelte sich auf der Kugel

und tropfte nach einiger Zeit

wieder in die Suppe zurück.

Erst wenn das passierte, wur-

den die Tischgebete been-

det und zu essen begonnen.

Hier geht der Knopf auf

Auch mystische Gegenstän-

de wie Drudmesser, Stall-

bethen, Fraisenketten, den

Sonntagberger Schabstein

oder Schluckbilder findet

man in der Sammlung. Oder

den Nabelschnurknopf, der

zwischen tausenden anderen



zubekommen ist“, erzählt Di-

stelberger. Oder der Türklop-

fer an der Haustür, von dem

der den Spruch: „Die hot an

Klopfa“ abgeleitet wurde. Als

ich nach dem ältesten Mu-

sikinstrument gefragt wer-

de, überlege ich fieberhaft

und erhalte sofort die Ant-

wort: „Die Ziehharmonika! –

weil sie so viele Falten hat!“

Lachend gehen wir in den

nächsten Raum. Dort hängt

eine Glaskugel über einem

Die Dampfmaschine ist

voll funktionstüchtig

– vor einigen Jahren

kamen tausende Leute

um zu sehen, wie vor

dem Hof Getreide

gedroschen wurde.

andrea kromoser |

Waidhofen/Ybbs

Workshops, Buchgespräche, Seminare

www.familienlektuere.at

W

elche Versionen von mir sind

möglich? Wer wäre ich heute,

hätte ich nicht im Buchhandel ge-

lernt? Welche Studi-

enrichtungen sind für

mich denkbar? Warum

habe ich nicht Astro-

logie studiert, oder

Informationsdesign,

Archäologie? Diese

Disziplinen gehören

übrigens zu meinen

persönlichen Top Ten-Berufsvorschlä-

gen, nach dem Online-Berufskompass

des Arbeitsmarktservice. Ja, ich habe

einen Berufswahltest im Internet zu

Rate gezogen! Und nein, ich möchte

mich nicht umorientieren, dass ich

meine Arbeit liebe, steht völlig au-

ßer Frage. Aber kann es denn scha-

den, sich trotzdem hin und wieder

neu zu denken? Dem Ich die Chan-

ce zu geben, gedanklich mal jemand

anderer zu sein? Wie war das in der

Jugendzeit, als Zukunftspläne noch

hin und her wirbeln durften? Jungen

Leuten wird das zugestanden, sie

dürfen sich erproben, immer wieder

neu erfinden. Wer sagt, dass damit

später Schluss sein muss?

Nono, die Protagonistin in Sarah

Michaela Orlovskýs neuem Jugend-

roman, ist auf Ich-Suche. In an Tage-

bucheinträge erinnernden Szenen,

Gedanken, Erlebnissen, Dialogen

und Listen erzählt sie vom Ausloten

unterschiedlicher Realitäten. Ein Aus-

drucksmittel ihrer Ich-Konstruktion

ist der wiederholte Wechsel des Klei-

dungsstils: Nono testet Mamas Style,

probiert sich als Skaterin, Sportlerin

oder Gothic-Girl. Die Outfits sind ein

symbolisches Sammelsurium gegen-

wärtiger als auch zukünftiger Mög-

lichkeiten. – Diesen Roman empfehle

ich Ihnen ausdrücklich, ganz im Ge-

genteil zum Berufskompass. Aber

Archäologin wäre ich schon gerne.

Warum auch nicht?

£

familienlektüre

Ich-Perspektive

ich. #wasimmerdasauch-

heißenmag

|

von Sarah Michaela Orlovský

und Ulrike Möltgen

Tyrolia 2017

ISBN 978-3-7022-3640-3

Neuer Nahversorger für Puchenstuben

kastner

D

ie Gemeinde hoch dro-

ben am Berg mit rund

300 Einwohnern ist beliebtes

Ziel für Wanderer, Mountain-

biker und Wintersportler.

Horst Fahrnberger leistet

mit seinem neuen Geschäft

einen wesentlichen Beitrag

A

nnaberg ist am Weg von

einem traditionellen Win-

tersportort zu einer Desti-

nation, die ganzjährig mit

Angeboten punktet – der

Mini-Bikepark ist dazu ein

wichtiger Impuls. Von den

Kleinsten am Laufrad bis zu

zur Lebensqualität, nachdem

es zuvor längere Zeit keinen

Nahversorger in der Umge-

bung gab. Die ehemalige

Post wurde in einen zeitge-

mäßen Markt verwandelt,

samt Backstation, Platten-

und Brötchenservice, regi-

onalen Schmankerl sowie

Hauszustellung.

£

erwachsenen Einsteigern fin-

den alle eine passende und

sportliche Herausforderung.

Neben der 700 Meter langen

Hauptstrecke wird ein Flow-

trail mit Hindernissen und

der dazu passende Uphill-

Trail und der Übungspar-

cours „Modular Pumptrack“

geboten.

£

info |

0676 9420561,

nahundfrisch3214@a1.net, www.puchenstuben.at

AUFG’SCHN PPT

Mini-Bikepark in Annaberg

eröffnung |

7.+8.10., mit Familienfest, 02728 8477,

www.annaberg.info

nlk filzwieser

momag 355 | oktober 2017

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| mostviertel magazin