Table of Contents Table of Contents
Previous Page  14 / 80 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 14 / 80 Next Page
Page Background

Gesund durch

Pillen und

W

er sich in Drogeriemär-

kten umsieht, im Inter-

net nach gesunder Ernährung

sucht, in die Apotheke ein-

kaufen geht, dem oder der

begegnen überall und im-

mer wieder Schachteln mit

der Aufschrift „Nahrungser-

gänzung“ oder ähnlichen Be-

zeichnungen, die für gesunde

Ernährung, Leistungsfähig-

keit und ein starkes Immun-

system stehen. Doch wann

überhaupt sind Nahrungser-

gänzungsmittel zielführend

und sinnvoll? Halten sie, was

sie zu versprechen scheinen?

Müssen, sollen oder können

sie Bestandteil einer gesun-

den Lebensweise sein?

„Nahrungsergänzungs-

mittel sind meiner Meinung

nach nur notwendig, wenn

ein diagnostischer Mangel

eines Nährstoffs vorliegt“,

so Diätologin Daniela Pfeif-

fer aus Leobersdorf. Ob ein

Mangel vorliegt, kann nur mit

Tests festgestellt werden und

sollte mit einem Arzt abge-

klärt werden. „Bei gesunden

Personen ohne einen Mangel

haben die Ergänzungsmittel

somit auch keinen positiven

Effekt. Wenn jemand krank

ist oder in besonderen Um-

ständen – zum Beispiel in

Schwangerschaft, Stillzeit,

bei geriatrischen Patienten

oder sich vegan Ernährenden

– macht es Sinn, manche

Nährstoffe zu supplemen-

tieren“, meint Pfeiffer.

Vitamin D und K

gehören zusammen

Wenn die Tage immer kür-

zer werden und die Son-

neneinstrahlung über den

Tag hinweg weniger wird,

wird der Mangel an Vitamin

D ein Thema. Sowohl die Di-

ätologin als auch der Heilfa-

stenmeister Roman Fessler

aus Losenstein empfehlen,

besonders in den Winter-

monaten mit einer Vitamin

rund um xund

von evelyne heisler

fotos: colourbox.com

Das Erfrischungsgetränk mit

Chlorella-Alge ist ein prickelndes

Mehrwertgetränk

am Puls der Zeit:

allergen-, gluten-

und lactosefrei,

vegan und

low-carb.

Wir verlosen drei 6er-Boxen:

Helga Algengetränk

Mitspielen unter

www.momag.at/gewinnen

Oder schreib unter Betreff:

Algengetränk

per Fax: 0650 5510222 oder

per Post: momag, PF 9, 3340 Waidhofen/Ybbs

Bitte Anschrift und Telefonnummer angeben!

evasis edibles

christoph reisner |

Wien

Präsident der Ärztekammer für NÖ

reisner@wahlarzt.at

I

n Niederösterreich arbeiten insge-

samt 7.600 Ärztinnen und Ärzte.

Rund 3.400 von ihnen betreiben eine

Ordination, knapp 1.400 eine allge-

meinmedizinische, 767 mit Kassen-

vertrag. Diese Zahl ist für die Bevöl-

kerungsgröße noch gut geeignet, die

hausärztliche Versorgung sicherzu-

stellen. Problematisch wird es, wenn

man sich die Altersverteilung ansieht.

Rund die Hälfte ist bereits 55 Jahre

oder älter und mehr als ein Viertel

hat das 61. Lebensjahr bereits erreicht

bzw. überschritten. Wenn man nun

vermutet, dass ohnehin junge Allge-

meinmediziner nachkommen, die die-

se frei werdenden Stellen überneh-

men, stimmt dies leider nur zum Teil.

Durch die strenge Zugangsbeschrän-

kung zum Studium bildet Österreich

seit 2006 viel weniger Ärzte aus als

früher. Dazu kommt, dass die Absol-

venten zu einem Drittel ins Ausland

gehen, zumeist nach Deutschland,

in die Schweiz oder nach Skandina-

vien. Hierzulande fehlen diese Ärzte.

Der Mangel an Landärzten macht

auch vor demMostviertel nicht halt. So

musste die Landarztstelle in Gresten

im September bereits zum 24. Mal

von der NÖ Ärztekammer ausge-

schrieben werden, ebenso wie eine

Stelle im Bezirk Neunkirchen. Viele

weitere allgemeinmedizinische Kas-

senstellen wurden bereits mehrfach

vergeblich ausgeschrieben, es feh-

len interessierte Bewerber. Für die

Bevölkerung dieser meist kleineren

Gemeinden kann diese Lücke zum

Problem werden. Genauso wie für

die umliegenden Ärzte, die plötz-

lich eine wesentlich größere Anzahl

an Patienten zu versorgen haben.

Abhilfe könnten mehrere Maßnah-

men schaffen: Zum einen sind die

rigorosen Zugangsbeschränkungen

zum Medizinstudium zu lockern und

die Zahl der Ausbildungsplätze auf

den Universitäten zu erhöhen, zum

anderen muss die Finanzierung der

im Zuge der Ausbildung verpflicht-

enden Lehrpraxis sichergestellt sein.

Und letztendlich müssen alle medizi-

nischen Leistungen, die ein nieder-

gelassener Arzt erbringt, auch ho-

noriert werden. Das heißt, es muss

zu einer deutlichen Reduktion oder

einer gänzlichen Abschaffung der

limitierten Leistungen kommen.

£

zum thema

Zu wenig

Allgemeinmediziner

momag 355 | oktober 2017

14

| mostviertel magazin