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Faszinierende

mit der Ver

(Leitung Stefan Karner) das

Haus der Geschichte stützen

– neben den Ausstellungen

sollen das die Forschung und

ein Service sein, der von al-

len in Anspruch genommen

werden kann. Etwa 100.000

Besucher erhofft man sich

pro Jahr.

Innovatives

Ausstellungskonzept

Die Geschichte Niederöster-

reichs wird nicht chronolo-

gisch, als bloße Abfolge von

Jahreszahlen, sondern nach

Themen dargeboten. In der

»Es kann gar nicht genug

Geschichte geben.«

stefan karner | wissenschaftlicher Leiter

V

on der Frühgeschichte bis

in die Gegenwart – mit

dem Fokus ab 1848 – reicht

der inhaltliche Bogen der

Präsentation. Obwohl gerne

als Kernland Österreichs be-

zeichnet, wird nicht nur die

Geschichte Niederösterrei-

chs gezeigt, sondern es soll

ein Haus für ganz Österreich

mit Bezügen zu den Nach-

barländern sein. Mit einem

Aufwand von drei Millionen

Euro wurden Teile des Mu-

seums umgestaltet und auf

3.000m² Ausstellungsfläche

Platz für nicht weniger als

2.000 Objekte geschaffen,

die in einer ständigen und

in Wechselausstellungen zu

sehen sind bzw. sein werden.

Auf drei Säulen wird sich

nach den Vorstellungen des

wissenschaftlichen Beirats

ausstellung

fotos: fritz haselsteiner

von fritz haselsteiner

gerhard stubauer |

St.Valentin

info@stubauer.com

E

ine zwar absolut nicht repräsen-

tative Umfrage unter ein paar jun-

gen Menschen im Bekanntenkreise

hat ein nicht sehr erfreuliches Bild

ergeben: Kaum wer unter den Ju-

gendlichen kennt einen österreichi-

schen Literaten und weiß schon gar

nicht, welches Stück der (Theater-)Li-

teratur von einem heimischen Autor

stammt. Sind zumindest internatio-

nale, alte Autoren der Weltliteratur

bekannt? Naja, Shakespeare hat man

immerhin schon mal gehört, aber wel-

che Stücke der englische Dramatiker

geschrieben hat? – Da wird die Luft

schon wieder dünner. Woran liegt

das? Am Desinteresse der Jugend-

lichen selbst? Am Medienkonsum,

der keine Literatur mehr durchlässt,

wo nur mehr zählt, wer wieviele Likes

hat? Bildungsfernsehen? Bildungs-

auftrag? Oder liegt es am Schulsy-

stem – die Kinder tun sich ohnehin

schon beim Lesen schwer und dann

noch Bücher lesen? Geht gar nicht?

Gibt es eigentlich noch Leselisten im

Deutsch-Unterricht oder dominieren

andere Themen? Andere Ursachen?

Naja, man muss sich für Literatur

ja auch nicht interessieren und kann

trotzdem ein nettes Leben führen.

Stimmt schon. Aber es bereichert

doch unglaublich, neben Chips und

Schnitzel manchmal auch etwas gei-

stige Nahrung zu sich zu nehmen. Ein

schöner, feiner Theaterbesuch, ein

Konzert-Abend oder einfach nur mal

ein gutes Buch zu lesen, tut doch der

Seele gut. Sich auch mal verführen

lassen und/oder mit Hilfe einer Kul-

turinstitution einen kritischen Blick

auf bestimmte Themen zuzulassen.

Das ist es doch auch, was das Mensch-

sein ausmacht.

Zum Glück gibt es im Mostviertel

ein gutes kulturelles Angebot. Es sind

die kleinen und großen Bühnen, Kon-

zertsäle, Büchereien etc., die hier ein-

laden, sich auf Schönes einzulassen

und seine Fantasien – sein Kino im

Kopf – anzuregen. Hier ist für jeden

Geschmack etwas dabei. Aber viel-

leicht muss man kulturelle Bildung

in der heutigen Zeit einfach anders

sehen, um die Jugend und auch all-

gemein die Menschen davon wieder

mehr zu begeistern. Ein relaxter Zu-

gang frei nach dem Motto: „Kommt,

seht euch das zumindest an. Hilft’s

nix, so schad’s wenigstens auch nix.“

£

kulturnotizen

Hilft’s nix, so

schad’s nix

momag 355 | oktober 2017

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| mostviertel magazin