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Takt der Maschine“)? Die

Station „Im Gleichschritt –

Ausgelöscht“ behandelt den

Ersten Weltkrieg, die kurze

Phase der Demokratisierung,

das Erstarken autoritärer Ide-

ologien, die Errichtung von

Diktaturen in ganz Europa bis

zur Katastrophe des Zweiten

Weltkriegs, in dem Millionen

im Krieg kämpfen und fal-

len, in Lagern und Gefäng-

nissen verschwinden oder

Opfer der NS-Rassenpolitik

und kommunistischer Verfol-

gung werden. Dem stehen

die positiven technischen,

sozialen und politischen

Errungenschaften seit dem

Ende des Krieges entgegen

(„Niederösterreich im Wan-

del“). Der Abschnitt „Brücken

bauen“ wirft am Schluss ei-

nen zusammenfassenden

Blick auf aktuelle Themen

aus den zehn Bereichen der

Ausstellung.

Die umkämpfte

Republik

Anlässlich des Jubiläumsjahres

zur Gründung der Ersten Re-

publik im Jahr 1918 widmet

sich die erste Schwerpunkt-

ausstellung den konfliktrei-

chen Jahren von 1918 bis

1938. Die Jahre 1918 bis 1920

bringen mit dem Kriegsen-

de und dem Untergang der

Donaumonarchie einerseits

den Zerfall des Wirtschafts-

raumes und die Aufsplitte-

rung in die Nationalstaaten,

andererseits die ersten de-

mokratischen Wahlen („Zer-

fall und Neubeginn“). Große

wirtschaftliche und soziale

Spannungen führen bald

zu zunehmender Radikali-

sierung, etwa mit der Grün-

dung paramilitärischer Ver-

bände – Heimwehr und Re-

publikanischer Schutzbund.

Die Vorfälle in Schattendorf

Luther Bibel von 1545

Flugmotor Austro Daimler 1910

ausstellung



fotos: fritz haselsteiner

S

chon längst wollte ich in dieser

Spenden-Spalte etwas über Hei-

mito von Doderer schreiben. Jener

hat 1896 das Licht der Welt erblickt

und jene 70jährig wieder verlassen.

In den 1950er Jahren war er der an-

gesagteste Literat Österreichs. Heu-

te ist er fast vergessen. Sein Haupt-

werk, „Die Strudlhofstiege oder Mel-

zer und die Tiefe der Jahre“, ist ein

Großstadtroman. Ein triftiges Hin-

dernis fürs momag sollte man mei-

nen. Es mögen wohl für Bewohner

einsam entlegener Mostviertler Tä-

ler Amstetten und Waidhofen oder

gar das ferne St.Pölten große Städ-

te sein, Großstädte im eigentlichen

Sinn sind sie doch nicht.

Weil selbst Großstädter nicht aus-

schließlich in der Großstadt bleiben,

sondern gerne Landpartien unter-

nehmen, kommt es vor, dass sie im

Mostviertel landen. In unserem Ro-

man-Fall in St.Valentin. Dort bewohnt

eine Cousine des Amtsrates Julius

Zihal ein Häuschen mit Garten und

von dort werden regelmäßig Obst-

körbe nach Wien geliefert. Julius

Zihal, Amtsrat im Zentral-, Tax- und

Gebührenbemessungsamt, ist eine

grandiose Karikatur der schrulligen

Amtsperson. Darauf kann ich hier aus

Platzgründen nicht eingehen.

Abseits des örtlichen Mostviertel-

Zusammenhangs in Doderers Roman

besteht noch ein solcher in perso-

neller Hinsicht. Wer mich kennt, weiß,

dass ich sehr selbstlos sein kann, wes-

halb ich hier in aller Bescheidenheit

verkünden darf, dass ich gerade an

einem Buch über Doderer brüte. Und

weil es sich zu zweit allemal besser

brütet, mache ich das gemeinsam

mit dem berühmten Starfotografen

Theo Kust aus Gaming. Romanfigur

an der Grenze zum Oberösterrei-

chischen und Fotokünstler aus dem

tiefsten Mostviertel sollten als Motiv

genügen. Falls sich eine Mostviert-

lerin, ein Mostviertler einmal nach

Wien wagen sollte oder es sie oder

ihn dorthin verschlägt, kann ich den

Stadtführer „Mit Doderer durch Wien“

– allerdings erst, wenn das Buch er-

schienen sein wird – wärmstens emp-

fehlen. Die Betrachtung der Wiener

touristischen Sehenswürdigkeiten

muss man dann halt auf ein ander-

mal verschieben.

£

wortspende

Doderer: St.Valentin

und Gaming

gerhard hintringer |

Krems

Literaturhaus Niederösterreich

gerhard@momag.at

Rettungs-Aktion für den Bertholdsaal

jakob gsoellpointner

D

ie Location ist seit über

100 Jahren ein Zentrum

des kulturellen Lebens in

Weyer. Dazu zählen die Nut-

zung von Proberäumen, un-

zählige Konzerte nationaler

und internationaler Künstle-

rinnen und Künstler, Filmvor-

führungen u.v.m. Aufgrund

des desolaten Zustands droht

allerdings der Abriss. Mit ei-

ner Crowdfunding-Aktion sol-

len nun 96.000 Euro für den

Kauf und die Sanierung he-

reinkommen, damit der Trä-

gerverein weiterhin diesen

Raum für kulturelle Vielfalt

betreiben kann.

£

AUFG’SCHN PPT

web |

www.startnext.com/bertholdsaal, www.bertholdsaal.at

Pubquiz im Café Zum Kuckuck

café zum kuckuck

F

ür alle Gebildeten und

Eingebildeten gibt‘s in

diesem Herbst das Kuckuck-

Quiz mit Fragen über Fragen

aus verschiedenen Themen-

bereichen von Kunst bis

Trash, Sport bis Technik und

Aktuelles bis Musikalisches.

In zehn Runden mit je drei

Fragen pro Themenbereich

kann gepunktet werden. Die

besten Drei erhalten einen

Preis, die Teilnahme ist ko-

stenlos, einfach für sein Team

einen Tisch reservieren! Und:

Wer googelt fliegt raus! Aber

gnadenlos!

£

termine |

19.10., 16.11., 14.12.,

ab 20h; Café Kuckuck Amstetten

www.kuckuck.at

momag 355 | oktober 2017

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| mostviertel magazin