momag 360 | APRIL 2018

 regionalaugenschein Im Spiegel eine vorerst wohl noch recht bescheidene Burg errichte- tet. 1116 wird in Gleiß Wich- mann von Seeburg und Gleiß geboren. Als Erzbischof von Magdeburg und Berater und Kanzler des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa nahm er maßgeblichen Einfluss auf die damalige Weltpoli- tik. Man denke an Barbaros- sas Italienfeldzug und an die Kreuzzüge. Wir machen einen großen Sprung und landen wiede- rum in der Weltpolitik, nun im 17. Jahrhundert, als die Grafen Montecuccuoli Gleiß erwarben. Raimund Monte- cuccoli geht als erfolgreicher Feldherr gegen die Türken in die Geschichte ein. In Gleiß schmiedete er seine Pläne gegen den Türkeneinfall. Von Gleiß nach Mogersdorf Der damalige Kaiser war Le- opold I. Was in Gleiß ausge- D ie Bundesstraße Am- stetten-Waidhofen führt knapp vor der Ortseinfahrt Rosenau/Sonntagberg an der Ruine Gleiß vorbei, die an der Straßenseite über einem künstlich angelegten Burggraben in Insellage auf einem Felskopf über der Ybbs liegt. Wo heute nur noch Mauerreste stehen, befand sich ursprünglich eine mehr- geschossige Hochburg mit einem hohen Eckturm. Im hinteren Teil befanden sich Palas und Burgfried. Dieser Turm hatte eine Kuppel mit vier Seitentürmchen. Merian fertigte 1649 eine Zeichnung der prächtigen Burg an. Wo heute der Graben zur Ruine trocken ist, war früher ein künstlicher Flussarm ange- legt. Vorhanden sind heu- te nur noch kümmerliche Mauerreste zwischen Fich- ten und Föhren. Die Burg, die den Türken widerstan- den hatte, wurde von den Franzosen niedergebrannt. Barbarossas Kanzler logierte in der Gleißer Burg Ein Slawe namens Gluzo be- gann 993 dort zu roden, von ihm leitet sich der Name „Gleiß“ ab. Mit einer kaiserlichen Urkunde wurde das Gebiet einem gewissen Sachso aus dem sächsischen Geschlecht der Grafen von Seeburg ge- schenkt, um etwa 1050 wurde fotos: sandra zahnt LESEST FF D er Wahlamstettner Jürgen Gerstmayer, auch Doc.G genannt, wurde am 4. Juni 1965 geboren. Er ist Landarzt und Musiker und als Schriftsteller hat er nun seinen er- sten Krimi im Kleinformat vorgelegt. Schau- platz des Geschehens ist ein Dorfwirtshaus irgendwo in Niederösterreich, wo man sich Schauergeschichten über einen Werwolf erzählt. Und tatsächlich wird auch eine schauerlich zugerichtete weibliche Lei- che gefunden. Ermittlungsbeauftragter ist Kommissar Max Silber, der sich zu Untersu- chungszwecken im Dorf einquartiert. Mit von der Partie im Figurenensemble sind die hübsche slowakische Kellnerin Slavka, ihre Bekannte, eine Wahrsagerin aus einer Romasiedlung und die üblichen Dorfhono- ratioren. Nur das Wichtigste wird erzählt, lakonischer und redundanzfreier geht‘s fast nicht mehr. £ robert voglhuber E in revolutionärer Ansatz, um Immun- schwäche und Borreliose mit sanften Heilmethoden zu behandeln. Zwei Thera- peutinnen legen ihre Forschungsergebnisse vor und zeigen Heilungsformen auf, die in- dividuell im Alltag genutzt werden können. Krankheiten eröffnen die Möglichkeit, et- was Neues geschehen zu lassen. Hat man diese neue Ausrichtung akzeptiert, gibt es für die Krankheit keinen Grund, weiter zu bestehen. Dieses Buch spannt einen wei- ten Bogen von Chakren über Ernährung, heilende Bewegungen und den Einfluss der Gedanken, bis hin zum Zusammenspiel von Körper und Geist, oder wie man mit Symptomen arbeitet. Wenn Ärzte, Pflege- assistenten, Heilpraktiker, Homöopathen und Heiler zusammenwirken, entsteht ein ganzheitliches Werk, das eine Quelle der Inspiration auf dem Weg zur Heilung sein kann. £ sonja raab M eist reine Objekte der Machtpolitik, Heiraten innerhalb der engsten habs- burgischen Verwandtschaft, unzählige Schwangerschaften und häufiger Tod im Kindbett, oft schon im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gestorben, nur selten Ein- fluss auf das politische Geschehen – dieses Bild gewinne ich aus den Beiträgen über insgesamt 28 habsburgische Kaiserinnen (oder Kaisergemahlinnen). Bei einem Um- fang von vier bis sechs Seiten pro Kaiserin lesen sich die „Rätsel und Schicksale der geheimen Herrscherinnen“ (so der etwas überzogene Untertitel) eher wie eine Ab- folge von Seitenblickeberichten. Weiters trüben einige historische Fehler (so hätte angeblich das Privilegium Minus von 1156 Maria Theresia den Anspruch auf die Kai- serkrone ermöglichen können) das Bild. £ fritz haselsteiner Da Wolf auf da Gstettn Jürgen Gerstmayer ISBN 978-3-7450-6126-0 epubli Autoimmun Erkrankungen Katina L. Makris ISBN 978-3-86191-075-6 Crotona Verlag Habsburgs Kaiserinnen Siegrid–Maria Größing ISBN 978-3-8000-7681-9 ueberreuter momag 360 | april 2018 38 | mostviertel magazin

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=