momag 365 | OKTOBER 2018

 kunst sei. Im Nachhinein be- trachtet ist sie froh darüber, doch einen Brotberuf erlernt zu haben. „Doch schließlich kam die Kunst, wenn auch auf Umwegen, wieder zu mir zurück.“ Eva Grimus ist ein Mensch mit vielen Interes- sen. Sie ist nicht nur Künst- lerin, sondern auch begeis- terte dreifache Großmutter, zweifache Mutter und lebt in einer Beziehung. In den 1990er Jahren absolvierte sie eine Taiji- und Qigong- Ausbildung und sie leitet seither immer wieder Kurse. Bis zu ihrer Pensionierung vor fünf Jahren war Grimus engagierte Kindergartenpä- dagogin mit dem Schwer- punkt Kreativität. „Letzt- endlich waren es auch die Kinder, die mich auch privat künstlerisch tätig werden lie- ßen.“ Das war im Jahr 1990, bereits drei Jahre später gab es Ausstellungen in der Re- gion, in St.Pölten und Wien. Die Phasen von Malen und Gestalten wechseln sich bei Grimus ab: „Beim Malen zen- triere ich mich, beim Erschaf- fen meiner Skulpturen lebe ich meine spielerische Seite aus. Beides hat gemein, dass ich nichts dem Zufall über- lasse. Jede meiner Arbeiten ist durchdacht und entsteht bewusst.“ Ist die Künstlerin Eva Grimus eigentlich ident mit der Frau Eva Grimus? Eine Frage, die sie spannend findet: „Ich denke, jeder von uns hat zwei Gesichter   Die Skulpturen bestehen aus Naturlehm, viele sind unglasiert, nur im Terracotta-Rot gebrannt. Teilweise sind die Figuren mit Kaltfarben bemalt sowie mit Wachs überzogen und poliert. Stoff trifft Spitze sigrid pöschl P atchwork und Klöppeln sind alte traditionelle Handwerkstechniken, die sich heute wieder großer Be- liebtheit erfreuen. Marianne Furtner zeigt eine Auswahl ihrer Arbeiten – von traditi- oneller weißer Spitze über A ls Kustos der Stiftssamm- lung zeigt Pater Martin MayrhoferWerke von lebenden und verstorbenen Künstlern. Bereits seit 1973 stellt er auch immer wieder seine eigenen Arbeiten aus. Nun präsentiert er einen vielfältigen Quer- Weihnachtsschmuck aus Goldfäden bis zu moder- nen, abstrakten Bildern. Si- grid Pöschl befasst sich seit 20 Jahren mit Patchwork, auch der Bogen ihrer Arbei- ten reicht von traditionell bis modern. £ schnitt daraus, zusätzlich gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat einen Atelier-Abend unter dem Motto „Kreativ nach Lust und Laune“. Im Vordergrund steht nicht die Technik, sondern das Sam- meln von Erfahrungen. £ AUFG’SCHN PPT Malerei, Grafik und Bildhauerei ausstellung | 21.10.–7.12., tgl. 9–17h, Stift Seitenstetten, www.stift-seitenstetten.at ausstellung | 19.+20.10., 10–18h, Altes Rathaus Aschbach, 0680 2048931, sigrid@atelierpoeschl.at p. martin mayrhofer familienlektüre Baumeskraft andrea kromoser | Waidhofen/Ybbs Workshops, Buchgespräche, Seminare www.familienlektuere.at W elcher ist Ihr Lieblingsbaum? Manche werden diese Frage nicht beantworten können, vielleicht auch etwas absurd finden. Doch andere ha- ben soeben an einen ganz bestimmten Baum gedacht: den Nussbaummit der Hängematte; die Eiche entlang des Spazierweges; an den Kirschbaum mit den schönen Blüten und den saftigen Früchten; die Kastanie, der die Kinder jeden Herbst einen Besuch abstatten. Wenn Sie großen Wert auf Bäume legen, dann wird Ihnen (und vielleicht ja auch Ihren Kindern oder Enkelkindern) das Sachbuch „Bäume“ von Wojciech Grajkowski und Piotr Socha gefallen. Hier bekommen wir auf großformatigen Doppelseiten die beeindruckend vielfältige Welt der Bäume dieser Erde präsentiert. Dabei wird nicht nur biologisches Wissen kunstvoll dargelegt, sondern auch auf kulturelle, religiöse und hi- storische Zusammenhänge verwiesen. Vom Stammbaum über Baumhäuser, Instrumente oder Masken aus Holz bis hin zum neuesten Bonsai-Trend ist alles dabei. Eine Seite unter dem Motto „Naturgewalt“ beschäftigt sich mit der Frage der immensen Kraft von Bäumen: „Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn wir dem Wachstum der Bäume wieder freien Lauf ließen?“ Was al- les würden sie sich zurückerobern? Wo würden die Bäume damit beginnen? Ent- lang unserer Wander- wege vielleicht? Wer weiß, ob ich nicht un- längst hiermit – siehe Foto – einen ersten kleinen Hinweis darauf entdeckt habe? Welcher nun mein Lieblingsbaum ist? Der Ginkgo! Im Waidhofner Schil- lerpark steht einer, dessen strahlendes Gelb mich jeden Herbst aufs Neue beeindruckt. £ Bäume | von Wojciech Grajkowski & Piotr Socha ISBN 978-3-8369-5654-3 Gerstenberg 2018 maria kromoser momag 365 | oktober 2018 62 | mostviertel magazin

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