momag 367 | Winter 2018/19

Bildung Zeitdokument. Der Historiker Gerhard Zeillinger – gebürtiger Amstettner – hat mit seinem Buch über einen der letzten noch lebenden österreichischen Zeitzeugen des Holocaust ein Dokument geschaffen, das dazu ermahnt, mehr denn je auch heute wachsam, hellhörig und kritisch zu sein meine Stiefgroßmutter von 1935 bis 1938 das Kinder- mädchen von Walter Fantls Cousin war. Über Umwege kam es nach 62 Jahren zu einem Wiedersehen und da war Walter Fantl dabei, er hat den Kontakt über Wien nach London hergestellt. Wir haben über alles Mögliche, nur nicht über den Holocaust gesprochen. Er machte auf mich einen gelassenen, mit sich sehr zufriedenen Ein- druck. Irgendwann hab’ ich ihn aber doch gefragt, wo denn er in der Emigration gewesen sei, und da sagte er: „Ich bin nicht emigriert, ich war in Theresienstadt und in  Gerhard Zeillinger zitiert Karl Kraus: „Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken...“ sandra zahnt interview: doris schleifer-höderl  Die schönsten Küchen jetzt zu Laufmeter-Preisen. DER DIREKTE WEG ZUR KÜCHE. HAUSMESSE 27. – 29. Dez. und 2. – 5. Jän. Küchenzentrum Steyr/Dietach am Heuberg Auschwitz.“ Da blieb mir kurz die Luft weg. Er begann zu erzählen und betonte auch, dass er gerne ein Buch darü- ber veröffentlichen würde, es aber selbst nicht schrei- ben könne. Für mich war klar: Das ist so eine dichte Geschichte, die muss man einfach erzählen! Was treibt Sie an, die Gräuel der NS-Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen? Das hat eigentlich auch mit Amstetten zu tun. Ich arbeitete 1995 mit Manfred Wohlfahrt an der Ausstellung „Amstetten 1938–1945“ mit. Denn genau zu diesem Thema wurde ja in Amstetten viel verschwiegen, verharmlost oder einfach be- wusst falsch dargestellt. Wir hatten zum ersten Mal die NS-Zeit in Amstetten öffent- lich thematisiert und dach- ten, mit dieser Ausstellung fände in der Bevölkerung ein Bewusstseinsprozess, ja Akzeptanz statt. Das war al- lerdings bei den politischen Vertretern der Stadt nicht der Fall. Als 1996 das Buch dazu herauskam – von der Stadtgemeinde beauftragt Freier Eintritt (16.3.– 3.11.) zu Ausstellung und Veranstaltungen und viele weitere exklusive Vorteile und Ermäßi- gungen! Bei der Ausstel- lung 2019 geht‘s um altes und neues Handwerk... Wir verlosen 3x eine Schallaburg-Card 2019 Mitspielen unter www.momag.at/gewinnen Oder schreib unter Betreff: Schallaburg per Fax: 0650 5510222 oder per Post: momag, PF 9, 3340 Waidhofen/Ybbs Bitte Anschrift und Telefonnummer angeben! daniela matjeschek

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