momag 368 | FEBRUAR 2019

Köpfchen Sind Sie ein Kopfmensch? (lacht herzlich) Nein! Ich bin ein Bauchmensch. Aber ich schau schon, dass ich meine Gedanken im Kopf ordne und zielgerichtet einsetze, denn sonst würde mein Bauch durchdrehen! Ich bin mit dem Thema positive Gedan- ken und Gesundheit schon mit Anfang 20 in Berührung gekommen. Da war das noch in der Esoterikecke und habe ich mich nicht einmal zu sagen getraut, dass ich da einen Kurs gemacht habe. Seither habe ich aber diese Sichtweise in der Praxis an- gewandt, sie immer wieder in Gesprächen mit Patienten mit Erfolg einfließen lassen. Als Wissenschaftlerin bewege ich mich gerne in sämtlichen Datenbanken und ich be- merkte, dass es zum Thema immer mehr Studien gibt, die aber für Laien nur schwer verständlich sind. Ich wollte dieses wichtige Wissen einer breiten Öffentlichkeit zu- gänglich machen und habe daher ein Buch dazu verfasst. Ganz neu ist die These des positiven Denkens aber nicht. Überhaupt nicht. Aber die Kraft des heilenden oder zielgerichteten Denkens – diese Definitionen verwen- de ich lieber – bleibt müßi- ge Theorie, wenn man nicht lernt, das Denken gezielt zu nutzen. Mithilfe des ziel- und lösungsorientierten Denkens konzentriert man sich darauf, was man im Leben möchte. Dieses Denken führt zu ziel-  D en 1953 in Mistelbach im Weinviertel geborenen Autor Wolfgang Haidin ver- schlug es 1976 ins Mostvietel, wo er vorerst in Ertl und seit 1978 an der Hauptschule Seitenstetten-Biberbach tätig ist. Nach der Herausgabe des Buches „Stalingrad“ hat er für das nun vorliegende Werk über ein Massaker auf einem Bauernhof in Ertl bei St.Peter in der Au zehn Jahre lang penibel recherchiert. Der über 400-seitiger Wälzer gliedert sich in einen zeithistorischen Doku- mentarroman von 1944 bis zur russischen Besatzung und dem Massaker auf dem Sternleitenhof, der zweite Teil beleuchtet alle Fakten von Gerichtsakten bis zu pri- vaten Briefen, die dem Roman als Tatsa- chenfundus zugrunde liegen. Der Roman ist gleichermaßen fesselnd geschrieben wie inhaltlich erschütternd. „Fantasie ist wichtiger als Wissen“, sagt Einstein. Wolf- gang Haidin hat beides und erzielt damit die intendierte Wirkungsabsicht. £ robert voglhuber W eder während dem Krieg noch in der Zeit danach hat sich je einer interessiert für die Kinder aus NS-Erziehungsanstalten. Niemand hat ihnen geholfen, in Zeiten wo „einfügen“ und „anpassen“ alles war, was zählte. Wer nicht so war, wie man ihn ha- ben wollte, der wurde so lange gepeinigt, gefoltert, gequält und zurechtgebogen, bis er das war, was man damals brauchte. Es gab auch nie eine Entschuldigung dafür. Die Täter konnten ohne Gerichtsverhand- lung oder Strafe zurück in ihre Leben und Positionen. Nicht einmal diese Genugtuung gönnte man den Opfern. Johann Gross ist als Kind unzählige Male aus Erziehungsanstalten geflohen, wurde wieder eingefangen, wurde bestraft, ge- schlagen, gequält, mit Spritzen und Einzel- haft und sadistischen Spielen gefoltert. Er hat „irgendwie“ überlebt. Mit einem Vor- wort von Christine Nöstlinger. £ sonja raab I n einem handlichen Kompendium des Hobbybrenners und Kenners der alpenlän- dischen Edelbrandszene, Christian Haydn, werden diejenigen, die gelegentlich einem guten Tropfen Hochprozentigem zuzuspre- chen pflegen, mit den Basics für ein besse- res Destillatverständnis und darüber hinaus vertraut gemacht. Die „Schnapsroas“ führt in die Genussregionen aller Bundesländer zu den besten Brennereibetrieben, wo auch das Mostviertel detailreich unter die Lupe genommen wird. Der Autor ist nicht nur Kenner seines Fachs, sondern auch im- mer darauf bedacht, auf Kulturereignisse und Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Genussregion hinzuweisen. Das gibt dem Lesevergnügen eine Zusatznote. £ robert voglhuber lesestoff Das Massaker am Sternleitenhof Wolfgang Haidin ISBN 978-3-7469-0165-7 tredition Spiegelgrund Johann Gross ISBN 978-3-8000-7581-2 Ueberreuter Schnopsroas Christian Haydn ISBN 978-3-99025-358-8 freya mostviertel magazin | 45

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=