momag 368 | FEBRUAR 2019

OK Kid. Anfang 2013 taucht der Name erstmals in der deutschen HipHop-Szene auf. Mit ihrem ersten Album schaffen sie es in den WDR „Rockpalast“ und auf große deutsche Festivals. Mit dem zweiten kommen sie in Deutschland und Österreich auf Platz 6 der Charts. Seit Herbst 2018 gibt es Album Nummer drei – „Sensation“. Das momag im Gespräch mit Frontmann Jonas Schubert. Inhaltlich dreht es sich diesmal vor allem um Social Media und Konsumwahn. Was beschäftigt euch noch? Sextourismus ist ein Thema, mit dem wir uns vorher noch nie groß auseinandergesetzt haben. Ich glaube, wir drei wissen bis heute nicht, wa- rum das auf dem Album vor- kommt. Die Inspiration dazu kam ein wenig von einem ös- terreichischen Filmemacher – Ulrich Seidl mit „Paradies: Liebe“. Da geht’s um eine Frau, die auf der Suche nach Zuneigung nach Afrika fliegt, um dort von jungen Männern „Zuneigung“ und Sex zu kau- fen. In unserem Song geht’s um einen Mann, der das tut. Das ist aber nichts, über das wir noch weiter stundenlang reden müssten. Ansonsten ist das Album sehr nahe an unserer Themenwelt dran. Ein sehr großes Spektrum. Es ist auch viel spannender, die eigene Meinung, die eigene Attitüde zu hinterfragen und zu kritisieren. Was war die größte Schwierigkeit bei diesem Album? Dass es überhaupt fertig wurde. Und dass es so geil geworden ist. Wir hatten schon Druck, weil eine Tour angekündigt war, und dafür sollten die Songs schön lang- sam da sein. Die größte He- rausforderung war, dass das Album locker und angenehm klingt, leicht im positiven Sinne. Wir waren dafür 14 Tage lang in Brandenburg interview: petra ortner   Sänger Jonas baut bei Livekonzerten spielerisch leicht Emotionen auf stonerockfestival.de D er französische Akkordeonist, Sänger und Komponist Vincent Peirani stammt aus Nizza, studierte Jazz in Paris und ist heute einer der gefragtesten Musi- ker seines Genres. Nach „Le Monde“ ist der französische Saxofonist Emile Parisien, der als wichtigster Mit- streiter auf dieser CD hervorzu- heben ist, die beste Neuigkeit des europäischen Jazz. Die beiden führen im perfekt eingespielten Quintett genreübergreifend von Henry Purcell bis Led Zeppelin eine waghalsige Gratwanderung. £ robert voglhuber V ier Instrumente, zwei Musiker. Wie geht das? Lars Daniels- son spielt Bass und Cello, Paolo Fresu Trompete und Flügelhorn. Ungewöhnlich ge- nug und doch so harmonisch, kom- plementär ergän- zend. Geblasene und gestrichene Töne verwachsen im Duo zu einem merkwürdigen Gesamtkunstwerk bestehend aus 15 Tracks. Kontemplative Stim- mung und Durchhaltevermögen ist angesagt, wenn man sich un- ausgesetzt vom „summerwind“ behauchen lassen will. £ robert voglhuber vincent peirani | Night Walker | act danielsson – fresu | Summerwind | act D ie Sängerin aus Portugal macht aus dem Fado ein Revival, kleidet diesen latinoähnlichen Sound in ein Jazzgewand, gibt etwas Indierock dazu und schafft es mit spielerischer Leichtigkeit, diese folkloristisch an- mutende Musik aus geronnener Vergangenheit in die Gegenwart zu transponieren. Mit ihr, der Fa- dista, hält der Neo-Fado Einzug in die Musikwelt. £ robert voglhuber christina branco | Branco | o-ton music musik-kastl »Die Tracks sind aus einer spielerischen Natur heraus entstanden.« momag 368 | februar 2019 mostviertel magazin | 67

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