momag 369 | MÄRZ 2019

Vom CAD zum Bauwerk zu betreten. Die in einem Gebäude vernetzten bzw. benötigten Teilbereiche wie Heizung, Wasser, Elek- trizität, Lüftung, Kühlung, BUS-Systeme usw. können dabei überprüft und auf Schwachstellen abgeklopft werden. So lassen sich un- mittelbar kleinere Korrek- turen vornehmen und das Gebäude kann noch besser auf die Bedürfnisse der Be- wohnerinnen und Bewohner abgestimmt werden. Baustelle 4.0 Wenn man schon „A“ sagt – warum nicht gleich bis „Z“ weitergehen? Denn BIM ist nur ein Teilbereich dessen, was in der Baubranche der Zukunft möglich sein wird. Dafür ist aber ein kompletter Bruch mit vertrauten Denk- weisen nötig. Nicht nur in der eigentlichen Baubranche, son- dern auch für die einzelnen am Gebäudebau beteiligten Fachleute wie Elektriker, In- stallateure, Zimmerer, Dach- decker & Co. Dies wird aber auch mit hohen Investitions- kosten, etwa für die Entwick- lung neuer IT-Systeme, ein- hergehen – was vermutlich den größten Hemmschuh für KMU darstellen wird. Nichtsdestotrotz überwiegen hier aber die Vorteile. Denn Planungen von Mitarbeiter- einsätzen – sogar für kom- mende Baustellen, während noch an einer anderen gear- und Gesetzen überprüft und freigegeben werden. Än- derungen, auch minimale Eingriffe, zwingen den Ar- chitekten in die Planungs- phase zurück. Auch wenn mit 3D-CAD-Zeichnungen Aktualisierungen leichter und schneller eingearbeitet werden können, würde BIM – nicht nur sprichwörtlich – neue Türen aufstoßen! Mit der Bauwerksdatenmodellie- rung ist es nämlich möglich, bereits in der Planungsphase via Virtual Reality-Brille das »Digitalisierung bedeutet eine bessere Kostenplanung für die einzelnen Firmen.« ...bei Thomas Luger , PORR Bau Amstetten Nachgefragt... Ich finde, die Baubranche hat sich lange genug gegen die Digitalisierung gewehrt. Das ist ein Thema, das jetzt immer mehr kommt und auch bei uns wirklich groß geschrieben wird. Unter dem Motto „Roadmap 2020“ wird die digitale Baustelle in der PORR schon bald Realität sein. £ Was halten Sie von der Digitalisierung in der Baubranche? thomas luger B uilding Information Mo- deling, zu Deutsch „Bau- werksdatenmodellierung“, kurz „BIM“ ist ein System, das einen wichtigen Teilbe- reich in der Digitalisierung der Bauwelt darstellen wird. Im Status quo wird vom Ar- chitekten – üblicherweise mit CAD-Programmen – ein Plan erstellt. Dieser bildet die Grundlage der Kostener- hebung, muss den diversen Behörden vorgelegt, brand- schutztechnisch sowie auf die Einhaltung von Normen dimostines Drei Schritte vor, nur zwei zurück... K önnen Sie sich noch an den Aus- spruch von Norbert Hofer vor der Bundespräsidentenwahl – „Sie werden sich noch wundern, was alles mög- lich ist“ – erinnern? Nun, auch wenn dieser Ausspruch aus dem Kontext gerissen ist, wundern dürfen wir uns wirklich, was bereits alles geht. Zum Beispiel ist die Grenze des tatsäch- lich sagbaren dahin verschoben wor- den, wo vor einigen Jahren noch die Amtsenthebung zu finden war. „Das Recht hat der Politik zu folgen und nicht die Politik dem Recht“ ist ein solcher Sager, getätigt vom obersten Gesetzeshüter, dem Innenminister. Er stellt damit de facto so überholte Werte wie beispielsweise das Recht auf Leben und die Gleichheit vor dem Gesetz in Frage. Allein der Ge- danke daran ist zutiefst verstörend, nur noch übertroffen davon, dass sofort die Riege der „freiheitlichen“ (niemals war eine Bezeichnung derart deplatziert für eine Partei) National- ratsabgeordneten ausrückt, um dem Innenminister den Rücken zu stärken. Noch besser ist, dass die neue ÖVP diesen Sager ebenfalls fast kommen- tarlos hinnimmt und der Kanzler ge- rade einmal beliebt, mit Herrn Kickl zu telefonieren. Offensichtlicher Be- weis dafür, dass „türkis“ nur mit ei- ner erklecklichen Menge an „blau“ angemischt werden kann. Die Grenze dessen, was man sagen darf, über die Bevölkerungs-Schmerz- grenze hinaus zu verschieben ist eine Kunst, die von der FPÖ kultiviert wurde. Nach Wähleraufschrei wird dann vorsichtig zurückgerudert, nur um kurz darauf in dieselbe Kerbe zu schlagen. Zum Beispiel durch künst- liches echauffieren nebst Verlangen der Kündigung eines Redakteurs des ORF, der sich erdreistet, dem Bundes- präsidenten weiterführende Fragen zum Sager des Innenministers zu stellen. Wieder ein willkommener Aufhänger für einen Angriff auf die vierte Macht im Staat, die unabhän- gige Presse. („Rotfunk“ bei der „frei- heitlichen“ Präsenz im ORF?) Den Druck ständig aufrecht zu er- halten und erst kurz vor dem Bruch wieder zurückzunehmen ist zusam- mengefasst das, was die FPÖ aus dem ff beherrscht. Damit sie, anders gesagt, selber sehen kann, was alles möglich ist. £ mario hirner | Rosenau/Sonntagberg mario@momag.at THEMA Rund ums Haus colourbox.com momag 369 | märz 2019 32 | mostviertel magazin

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