momag 369 | MÄRZ 2019

ins Bauhaus, was Gropi- us einigermaßen überraschte. Nicht nur er machte es den Bauhäuslerinnen nicht leicht. Von Gleichberechtigung war keine Rede, Studentinnen wurden in die Textilwerkstatt verbannt und von den tech- nischen Klassen ferngehalten. Sie wurden oft als „Webmäd- chen“ belächelt, sollten lie- ber töpfern oder irgendwel- che Textilien gestalten. Für Oskar Schlemmer, Erfinder des „Triadischen Balletts“ galt: „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib.“ Der liberale Geist des Bauhauses war im Kern illiberal. So unbestritten die Verdienste für die Entwicklung von Architektur und Design heute sind, die Meinungen der Zeitgenossen waren ge- spalten. So verspottete der Philosoph Theodor W. Adorno die Häuser mit Flachdach als „Konservenbüchsen“, andere nannten die Bauten herablas- send „expressionistische Kon- fitüre“. Bert Brecht verglich sie mit Kasernen. Unter den Nazis kam der Verdacht auf, die Bauhaus-Reformschule würde bolschewistische Um- sturzpläne aushecken, dabei war Bauhaus völlig unpoli- tisch, sollte man glauben. Bauhaus und die Nazis Will man der Sache näher auf die Spur kommen, tun sich Widersprüche auf. Der poli- »Die unterschiedlichsten Disziplinen von Kunst und Handwerk sollten gleichwertig nebeneinander stehen.«   historicum Bau(haus)kunst: der Mies-van-der-Rohe- Pavillon in Barcelona  familienlektüre Freie Schauplatzwahl andrea kromoser | Waidhofen/Ybbs Workshops, Buchgespräche, Seminare www.familienlektuere.at W er liest, bewegt sich frei. Mit Büchern können wir ferne oder phantastische Orte besuchen. Sät- ze wie diese werden gerne bemüht, wenn vom Reisen im Kopf die Rede ist. Ich denke dabei zuerst immer an Länder und Städte, in denen ich noch nie war. Lesend kann ich Island erkunden, durch New York spazieren, einen Trip nach Mittelerde buchen, den Marianengraben durchtauchen, was in der Art. Doch wie ist es im Gegensatz dazu mit den Orten, an denen ich schon einmal war oder jenen, die ich gut kenne? Ist so eine „Reise“ zu vertrauten Gegenden nicht mindestens genauso schön? Bei mir kommt beispielsweise dann große Lesefreude auf, wenn mich meine Lektüre nach Wien führt. Ich kenne Plätze, Gebäude, Straßen, mir ist die Stimmung der Stadt vertraut. Dieses Wissen unterstützt meine Phantasie beim Lesen, ich tauche noch tiefer ein! Mithilfe des Kindercomics „Mira“ von Sabine Lemire und Rasmus Breg- nhøi durfte ich in eine von mir eben- so geschätzte Stadt „reisen“, nach Kopenhagen. Was für eine Freude, gemeinsam mit dem Teenager-Mäd- chen Mira und ihrer Mutter dänischen Lebensstil zu tei- len! Das war schon in Band 1 wunder- bar. Jetzt, da ich den 2. Band dieser ehrlichen, humor- vollen Familienge- schichte in Händen habe, freue ich mich doppelt! Denn Mira zieht um in ein Hausboot! Und natürlich sieht für mich dort alles ganz genau so aus, wie in „meinem“ Hotel-Hausboot. (Unter uns gesagt: Es riecht sogar gleich.) Ich habe sofort die alten Ur- laubsbilder rausgesucht. £ mira | Sabine Lemire und Rasmus Bregnhøi ISBN 978-3-95470-202-2 Klett Kinderbuch 2019 AUFG’SCHN PPT Spenden für Kinder-Förderzentrum förderzentrum st.leonhard F achliche, empathische und liebevolle Förderung und Betreuung erhalten Kin- der mit Beeinträchtigungen im Förderzentrum mit Am- bulatorium in St.Leonhard am Forst, doch die Räum- lichkeiten sind mittlerweile D ie Volkshilfe hat die De- menzhilfe gegründet, um Betroffene und Angehörige zu beraten und ihnen zu hel- fen. In der Vortragsreihe wird Wissenswertes vermittelt und besprochen. Im Vorjahr wurde zudem das Demenz-Service des Landes NÖ eingerichtet, wo auch Informationen über zu klein geworden. Für den geplanten Bau des neuen Hauses bittet der Projekt- träger – die Gesellschaft für ganzeitliche Förderung und Therapie Niederösterreich GmbH – um finanzielle Un- terstützung. £ Pflege und Betreuung bzw. regionale Selbsthilfegrup- pen vorgestellt werden. £ spenden bitte an | Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie, IBAN AT28 3299 0000 0006 5342 termin | Vortrag „Pflegegeld“, 21.3., 19h, Rathaussaal Amstetten, info: 0676 8676 NÖ Demenz-Hotline: 0800 700-300 www.demenz-hilfe.at www.demenzservicenoe.at Volkshilfe informiert über Demenz volkshilfe momag 369 | märz 2019 52 | mostviertel magazin

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