momag 372 | JUNI 2019

editorial Wenn Leidenschaft Leiden schafft michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at I n dieser Ausgabe geht es um Ge- nuss, Lust aber auch Last. Den Bo- gen über all diese Begriffe spannt die Leidenschaft. Mitte des 17. Jahrhun- derts fand dieses deutsche Wort Ein- zug in unseren Sprachgebrauch. Seine Herkunft liegt im mittellateinischen „liden“, das etwa „durchstehen“ be- deutet. Es wurde das Übersetzungs- wort für die französischstämmige „Passion“, die zweierlei Aussagen hat: das Leiden, das vor allem den seelischen Schmerz meint, siehe die Passion Christi, oder die menschliche Leidenschaft. Diese intensive, heftige Zuneigung zu einer Person, die unser Verhalten bestimmt und unser Ver- stand kaum zu steuern vermag. Die- ser ausgeprägte Hang zu bestimmten Tätigkeiten oder Dingen. Leidenschaft gibt uns einen An- trieb unfassbaren Ausmaßes, einen wahnsinnigen Ego-Booster und eine Ausstrahlung, die alle umwirft. Sie ist ein Gefühl, das neurowissenschaftlich gesehen dieselben Belohnungszen- tren aktiviert wie etwa Drogen oder Schmerzmittel. Gerade in der ersten Phase ähnelt sie gar einer Sucht: wie besessen wird an das Begehrte ge- dacht, Sehnsucht macht sich breit. Dann die Explosion der Glückshor- mone, wenn sich die Verbindung her- stellt, ein Gespräch stattfindet oder gar ein persönliches Treffen. Die Dro- ge wird dann konsumiert. Es ist ein Höhenflug, der lange andauern mag, sich jedoch nicht ewig halten kann. Alltag kehrt ein, Probleme tauchen auf, oder ein Teil des leidenschaft- lichen Geflechts empfindet nicht (mehr) dieselbe Hingabe wie der an- dere. Dann werden uns die Glücks- hormone entzogen, die Sucht nicht mehr befriedigt. Der Genuss bleibt aus, Enttäuschung hält Einzug. Es tut weh. Seelisches Leid ist ein Zustand, den wir alle hin und wieder durchle- ben müssen. Ohne negative Erlebnisse hätten die positiven Momente eigentlich keine Bedeutung mehr. Genießen wir also zusammen und doch jede und jeder für sich in dieser Ausgabe die spür- bare Leidenschaft für das Schreiben, die all unsere Autorinnen und Auto- ren teilen! £ mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 26 daniela rittmannsberger colourbox.com michie könig sonja raab Parkinson davonklettern. Mit Hilfe des Klettertrainings lindert die Ernsthofnerin Ingrid Drechsler die Symptome ihrer Erkrankung Superfrucht Aroniabeere. Die Apfelbeere ist in aller Munde – sie hat einiges drauf und gedeiht auch im Mostviertel prächtig Die Seele der Alpen. Alpine Freiräume drohen eine Seltenheit zu werden: zu viel Fläche wird mit Kraftwerken und Infrastruktur „nutzbar“ gemacht Wunderwerkzeug Hand. Ein spannender Bericht über die aktuelle Ausstellung auf der Schallaburg und über den Stellenwert unserer Hände 26 Stechen. Kratzen. Beißen. Ein Ausflug ins Museum NÖ zur aktuellen Sonderausstellung über Verteidigungs-Strategien von Flora und Fauna 8 Radeln tut gut. Die Nextbike-Stationen im Gemeindegebiet von Amstetten bringen Mehrwert in den Bezirk, Marlene Scheuch hat‘s getestet 14 4 50 34 Covergestaltung | Helmut Hirner Foto: Hannes Bittner Modell: Julia Schneider impressum: seite 38 AB 1 Jahr = € 33 = 10 Ausgaben + muntamocha-Häferl gratis Info und Bestellung: eMail abo@momag.at oder WhatsApp / SMS an: 0650 5510 222 2 | mostviertel magazin

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=