momag 372 | JUNI 2019

als Büroangestellte. Seit ihre Kinder auf der Welt sind in Teilzeit, um genügend Zeit für die Kids, den Haushalt und für Freizeitaktivitäten zu haben. Dazu zählen lesen, laufen, walken, schwimmen, Tennis, garteln und die Na- tur genießen. Kaum jemand würde annehmen, dass diese dynamische, fröhliche Frau Diabetikern ist. Dennoch erhielt sie vor mittlerweile neun Jahren die Diagnose: Diabetes Typ 1. „Als ich damit konfrontiert wurde, war ich wie gelähmt. Ich dachte, das kann nur ein schlimmer Traum sein“, erklärt Anita Weinberger. „Ich bin zwar, weil mein Vater Typ 1 Diabetiker ist, mit der Krank- heit aufgewachsen, glaubte aber immer, dass sie mich nie betreffen würde. Vor allem, weil ich schon immer sport- lich war und mich relativ ge- sund ernährte. Risiko quasi bei null, so dachte ich.“ Al- lerdings gab es, im Nachhi- nein betrachtet, doch eini- ge Vorzeichen. „Bei beiden A nita ist 43, verheiratet und Mutter einer 16-jährigen Tochter und eines 15-jährigen Sohnes. Sie wohnt mit ihrer Familie in Weistrach und liebt als gebürtige Vestenthale- rin das Mostviertel. Sie ist schlank, sportlich und arbei- tet seit ihrem 19. Lebensjahr Die Autorin verrät nicht nur Tricks für den Diabetes- Alltag, sondern versucht darüberhinaus zu motivie- ren, positiv an Schicksals- schläge heranzugehen. Mitspielen unter www.momag.at/gewinnen Oder schreib unter Betreff: Diabetes per Fax: 0650 5510222 oder per Post: momag, PF 29, 3340 Waidhofen/Ybbs Bitte Anschrift & Tel.-Nr. angeben! Wir verlosen 3 Bücher: Danke Diabetes »Durch Diabetes hat sich mein Lebensstil erheblich verbessert und meine Lebensfreude sowie persönliche Belastbarkeit extrem erhöht.« „Ätsch“ ans von doris schleifer-höderl fotos: anita weinberger mannsichten Paradise lost artis franz jansky-winkel | Loosdorf artis@momag.at J edem und jeder bis dahin noch Un- bekannten entfährt beim Anblick unseres Gartens das Wort „Paradies“. Das freut mich und mag wohl an dem allgegenwärtigen Grün liegen, das ihn auszeichnet. Alter Baumbestand ist da bis zum natürlichen Hinschei- den und etliche Sträucher in den hö- heren Regionen, Gras und Blumen in den niederen. Ein Gemüseteil mit Glashaus, ein kleiner Teich zum Ab- duschen, eine Feuerstelle für Trans- formationen und viele Möglichkeiten zu chillen, Platz zu nehmen, sich zu versenken, allerlei Regionen also, die zum Verweilen einladen. Wer will denn aus einem Garten Eden freiwil- lig weggehen? Wenn ich unser Paradies verlasse, dann geht es mir temporär verloren. Ich trete in die Gegenwartswelt, die wenig Paradiesisches bietet. Un- sere Gemeinde wurde kürzlich su- perschnell mit dem superschnellen 5G-Netz beglückt. Niemand wurde darüber befragt, eine Zwangsmaß- nahme. Niemand garantiert uns des- sen Ungefährlichkeit. Regionen wie Brüssel und Genf schaffen es, 5G-frei zu bleiben. Viele namhafte Wissen- schaftler warnen vor den Gefahren der neuen Technologie. Und wir wundern uns noch immer, was politisch alles möglich ist. Es scheint so, dass die braunen Haufen, die überall herumliegen, zu sprechen beginnen und Entsetzliches von sich geben. Die Grenzziehungen und roten Linien sind längst schon weit über- laufen und schweigen; Überhören samt Dulden scheinen die probates- ten Reaktionen von oben nach unten zu sein. Die Verwunderung, was alles möglich ist, wird langsam zur lang- weiligen Routine, ein Miteinander – vor Wahlen immer beschworen – liegt im Todeskampf. In einem Paradies wird nicht nach unten getreten, es gibt auch nie- manden, der mit einer Krone herum- läuft und sich seiner Verantwortung entziehen oder absetzen kann. Soli- darität, ein Wort mit Menschlichkeits- hintergrund, ist ein Begriff, der noch gelebt wird. Ein schwedisches Mäd- chen drückt seine tiefe Betroffenheit über den Zustand der Welt aus. Sie wird gehasst und geliebt und hat ein brennendes Paradies vor Augen. £ momag 372 | juni 2019 20 | mostviertel magazin

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