momag 374 | SEPTEMBER 2019

Aus eigener entdeckt, die älter als 10.000 Jahre sind. Jedem Handwerk seine Zunft Als das Römische Reich un­ terging, zerfiel auch dessen komplexes Wirtschaftssy­ stem. Der Fernhandel ging zurück, die vormals römisch beeinflussten Gebiete waren somit auf sich allein gestellt und Städte verloren an Be­ deutung. Am Land konnten nur wenige Handwerker be­ stehen: Maurer, Steinmetze, Schmiede und Müller. Erst ab etwa 1050 nach Christus, Hochmittelalter, begannen die Städte wieder zu wachsen. Der Wohlstand der Städter stieg, was zu einer neuen Blüte von Handwerk und Handel führte. Zünfte entstanden: Diese Interes­ A ls der Homo sapiens wäh­ rend der sogenannten neolithischen Revolution sesshaft wurde, entwickelte sich die Landwirtschaft und die Bevölkerung wuchs ste­ tig an. Dörfer und Städte entwickelten sich, Arbeits­ teilung kam auf. Bereits in den ersten Hochkulturen und in der Antike bildete sich so eine umfangreiche Handwerkskultur heraus. Im Nahen Osten beispielsweise wurden Reste von Körben »Als junger Handwerker kann man erfolgreich sein. Man muss nur ein Ziel vor Augen haben und die notwendige Motivation und Kreativität mitbringen.« Infos über Lehrstellen und das Thema „Lehre“ auf der Lehrstellenbörse des AMS: www.ams.at/lehrstellen Informationen rund um rechtliche Fragen der Lehrlingsausbildung: noe.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/lehre Auslandspraktikum – neue Erfahrungen sammeln noch während der Berufsausbildung: bildung.erasmusplus.at/de/berufsbildung/schuelerinnen-und-lehrlinge/ Der Berufskompass hilft, falls du dir nicht sicher bist, was du angehen möchtest: www.berufskompass.at/jugendkompass Infos zu einzelnen Lehrberufen: www.berufslexikon.at/lehre Welche Lehrbetriebe gibt es in meiner Nähe? lehrbetriebsuebersicht.wko.at BERUFSLEXIKON  michael liebert  handwerk panoptikum Trugbildner simon roth | Purgstall simon@momag.at Ö sterreich wird verarscht. Ein un­ eingeschränkt gültiger Satz. Auch und gerade im Wahlkampf. Um die Allgegenwärtigkeit dieser Gefahr einzudämmen, gibt es Gesetze. Die­ se regeln internationale Handelsab­ kommen, statten Konsumenten mit Rücktrittsrechten aus und verpflich­ ten allgemein zu korrekten Angaben. Längst haben wir uns daran gewöhnt, von anderen tendenziell zum Narren gehalten zu werden. Logisch, dass wir uns davor schützen. Die Ver­ arschung wird natürlich erst kom­ plett, wenn wir der Leimspur folgen und auf selbiger picken bleiben – es braucht schließlich jemanden der’s glaubt. Bei vielen reicht einfach die ständige Wiederholung einer Lüge. In Zeiten der „informierten“ Öffent­ lichkeit neigen andere dazu, der tat­ sächlichen Wahrheit im Internet auf der Spur zu sein. Und „erst recht“ nicht der öffentlichen Darstellung zu folgen. Hinweis: Auch so werden mittlerweile falsche Fährten gelegt. Es ist aber wirklich nicht leicht, zu erkennen, Teil des Spielchens anderer zu sein. Auch und gerade im Wahl­ kampf, wo Lügen niemanden daran hindern, seiner Profession nachzuge­ hen. Aber nehmen wir an, die Verar­ schung wird erkannt. Sofort wird ver­ sucht, uns zu beschämen: Ihr seid ja auch so, die anderen machen’s nicht besser und überhaupt hast du keine Ahnung. Doch schämen wir uns nicht. (Das tut sowieso niemand.) Gestehen wir uns ein: OK, ich wurde verarscht! In dieser Situation ist es wichtig, keinen Trugschluss zu ziehen. Aus Ärger etwa ungültig oder gar nicht zu wählen. Denn bei weniger abge­ gebenen gültigen Stimmen fallen die zu vergebenden Mandatsplätze tendenziell jenen zu, die sowieso die meisten Stimmen haben. Die Absage an das herrschende politische System drückt sich dadurch nur scheinbar aus, eigentlich werden damit die be­ stehenden Umstände einzementiert. Deshalb: Lasst euch nicht verarschen. Sebastian Kurz hat illegal fünf Fest­ platten geschreddert, Kerns Schred­ dern erfolgte völlig regelkonform. Ob Kurz´ Schreddern Hinweise zu seinen tranchierten und verschleierten Partei­ spenden vernichten sollte oder etwa seine Verbindung zum Ibiza-Video, weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie ich mich fühle. Verarscht. £ von alisa gerstl momag 374 | september 2019 28 | mostviertel magazin

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