momag 374 | SEPTEMBER 2019

Kämpfernatur der Kuns füllen. Und das auch noch alleine. Ursprünglich wollte mich niemand als Künstlerin anerkennen und das habe ich mir natürlich nicht gefallen lassen. Also bin ich selbst bis nach Wien gegangen, habe meine Kunstwerke selbst vorgestellt und bin dann tatsächlich als Künstlerin eingestuft worden. Ich habe mit meinen Werken beein- drucken können, und das war mir wichtig. Ich habe mir immer gedacht, meine Werke müssen für sich spre- Verschwinden meines Vaters im Krieg wurde ich von mei- ner Mutter alleine aufgezo- gen. Die Professoren haben meine Mutter sogar gebeten, mich auf eine Kunstschule zu schicken, aber sie wollte das nicht. Den Weg zur Kunst haben Sie offensichtlich trotzdem gefunden. Weil ich ein Sturkopf war (lacht). Ich bin wirklich von Pontius zu Pilatus gelaufen, um mir diesen Traum zu er- interview: marlene scheuch Bei ihren Skulpturen achtet die Künstlerin vor allem auf den Ausdruck und die Bewegung.  fotos: marlene scheuch  kunst kulturnotiz Bühnen-Handwerk gerhard stubauer | St.Valentin haager@theatersommer.at S ieht auf der Bühne etwas unver- krampft, zügig und schnell aus, ohne Hacker und Hänger, dann ist das für das Publikum ganz selbst- verständlich. Kommt es zu gröberen Schnitzern – ob textlicher oder spie- lerischer Natur – fällt das sofort auf. Das ist bei jedem Stück so, egal ob es eine Tragödie oder Komödie ist. Aber gerade auch bei einer Komödie, die leicht, lustig und unterhaltsam daherkommt, ist in Wahrheit Kno- chenarbeit notwendig. Die schnellen Szenenwechsel, die präzise getimten Dialoge sind eine große Herausforde- rung für die Schauspieler und auch für die Licht- und Tontechnik. Wenn man die Schauspieler oder den Re- gisseur daher fragt, ob „die Proben eh lustig“ sind, erhält man daher oft nicht die Antwort, die man erwartet. Viele meinen, bei den Proben stünde der Spaß im Vordergrund. Dieser darf natürlich nicht fehlen, weil sonst die Probenzeit verkrampft wird. Jedoch viel wichtiger ist es, mit der entspre- chenden Ernsthaftigkeit bei der Sache zu sein. Nur so kann ein gutes und gelungenes Werk, eine perfekte In- szenierung, entstehen. Eine große Herausforderung ist es für die Schauspieler auch, den Text zu lernen. Wobei jeder andere Stra- tegien verwendet. Der eine geht raus in den Weingarten, wo er seinen Text laut üben kann, der andere verzieht sich ins stille Kämmerlein, um hier in aller Abgeschiedenheit auswendig zu lernen. Das Text-Lernen ist laut den Schauspielern überhaupt keine spannende Sache, sondern eben rich- tiges Handwerk. Der Text wird Wort für Wort auswendig gelernt, muss verstanden werden und erst dann kommt die Farbe der Sprache hinzu. Was dann also bei den Aufführungen so leicht wirkt, ist zum Großteil ein- fach nur gutes Handwerk. Allerdings gepaart mit Ausdauer, Durchhalte- vermögen und einer großen Porti- on Begeisterung. Denn gerade in künstlerischen Berufen ist der Markt relativ ausgesucht und das macht es für den Einzelnen nicht leichter. Das sollte man auf jeden Fall berücksich- tigen, möchte man sein (Theater-) Hobby zum Beruf machen. £ Wie kamen Sie zu Malerei und Bildhauerei? Das Malen habe ich mir selbst beigebracht und schon in der Schulzeit wurden im- mer wieder Werke von mir ausgestellt. Später fühlte ich mich mehr zum Dreidi- mensionalen hingezogen und habe fünf Jahre lang bei einem Bildhauer in Linz das Rüstzeug gelernt. Meine Skulpturen modelliere ich in Ton und manche werden dann in Bronze gegossen. Ich war Einzelkind. Nach dem momag 374 | september 2019 62 | mostviertel magazin

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