momag 374 | SEPTEMBER 2019

selbst nichts Neues mehr modellieren kann. Bronze ist zwar nicht ganz billig, aber dafür gibt es das Stück dann öfter. Hatten Sie jemals ein Vorbild in der Kunst? Im Wesentlichen haben mir die Werke von Auguste Ro- din sehr gut gefallen, weil er auch bewegte Figuren gemacht hat. Man sieht es vielleicht an meiner Skulp- tur der „Lebensmelodie“. Was mir daran gefällt, ist die Bewegung, und dass sie in einer gewissen Weise wirk- lich lebt und man das auch von allen Seiten betrachten kann. Die Bewegung so dar- zustellen kann auch nicht je- der. Außerdem geht es mir sehr um den Ausdruck der Figuren, der muss natürlich auch stimmen. Verwenden Sie dabei Vorlagen? Nur bei einer Skulptur, dem „Glücksfischer“, hatte ich eine Vorlage. Alle anderen Ideen stammen direkt von mir und entstehen durch meine Vorstellungskraft. Meistens ist das auch gut gegangen. Wenn mir etwas gelingt, dann geht es auch ganz schnell. Wenn es nicht so geht, wie ich es mir vorstel- le, muss ich es für eine Wei- le wegstellen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder dazugehen. Im Endeffekt ist das Meiste etwas geworden. Wenn nicht, habe ich es für mich behalten (lacht). Was macht für Sie die Faszination an der Kunst aus? Dass man damit wirklich et- was ausdrücken kann. Ein Gefühl. Und dass man das auch vermitteln kann. War es schwer, eine Balance zwischen Kunst und Familie zu finden? Die Kunst war alles für mich, aber ich habe daneben auch mein Leben gelebt. Das kann man als Künstler, wenn man sehr weit kommen möch- te, schwer vereinbaren. Ich habe also immer nur in Pha- sen gearbeitet. Es hat Zeiten gegeben, in denen ich sehr   kunst Als Inspirationsquelle dienen Dupal gerne auch Tiere, unter anderem ihre eigenen.  familienlektüre Damals wie heute andrea kromoser | Waidhofen/Ybbs Workshops, Buchgespräche, Seminare www.familienlektuere.at W ie hat es in Ihrer Straße vor 100 Jahren ausgesehen? Was war da, wo jetzt das Haus steht? Und in Ihrer Stadt/Ihrem Ort: Wie war vor 100 Jahren der Stadt- oder Marktplatz or- ganisiert, wie in den Jahrzehnten danach? Hat sich alles komplett verändert? Oder sieht manches noch wie damals aus? Können Sie anhand einzelner Elemente Vergangen- heitsreste entdecken? Das wieder neu aufgelegte Kindersachbuch „Die Straße“ von Gerda Raidt und Christa Holtei gibt Fragen wie diesen Raum. Auf sieben textlosen, detailliert so- wie detailverliebt illustrierten Dop- pelseiten wird Geschichte ab 1911 er- lebbar. Jede Seite widmet sich einem Jahrzehnt bzw. einer Zeit, während wir auf allen sieben Bildern die An- sicht der jeweils gleichen Straßene- cke sehen. 1911 bringt ein Kutscher eine Dame in die Stadt, am nächsten Bild 1933 fahren bereits Autos neben den Pferden. In der Gegenwart quert dieselbe Ecke der Kleinbus eines Lie- ferservice. Bis wann waren noch Fuhrwerke auf den Straßen unterwegs? Von wann stammt dieses Hinweisschild auf dem Foto (das bei einem Spa- ziergang durch Graz entstanden ist)? Während ich darüber nachdenke, blättere ich weiter, entdecke neue Details, blättere zurück, dann wie- der nach vorne. Einmal mehr wird dabei deutlich, wie Vergangenheit die Gegenwart formt. Alles das was war, hat uns ins Heute gebracht. Da- rüber Bescheid zu wissen, sich über Vergangenes auszutauschen, macht Gegenwart bewusster. Das gilt für Er- wachsene ebenso wie für Kinder, die Erwachsenen von morgen. £ Die Straße | Gerda Raidt und Christa Holtei Beltz & Gelberg ISBN 978-3-407-75450-9 Am 15.11. sind Edmund mit der „Freindschoft Tour“ in der Remise Amstetten . Wunderschöne zweistimmige Mundartsongs, mit denen sie voll ins Schwarze treffen, haben ihnen zu Recht großen Erfolg beschert. Mitspielen unter www.momag.at/gewinnen Oder schreib unter Betreff: Edmund per Fax: 0650 5510222 oder per Post: momag, PF 29, 3340 Waidhofen/Ybbs Bitte Anschrift & Tel.-Nr. angeben! Wir verlosen 3x2 Karten: Edmund carina antl Ein Abend voller „Männer- geschichten“ – von und mit Helmuth Vavra und Berthold Foeger am Klavier – steht am 11.10. im Gh. Hilbinger in Hollenstein/Ybbs auf dem Programm. Ein Best Of, das man nicht versäumen sollte! Mitspielen unter www.momag.at/gewinnen Oder schreib unter Betreff: Heilbutt per Fax: 0650 5510222 oder per Post: momag, PF 29, 3340 Waidhofen/Ybbs Bitte Anschrift & Tel.-Nr. angeben! Wir verlosen 3x2 Karten: Heilbutt & Rosen antonia renner »Ich habe mir immer gedacht, meine Werke müssen für sich sprechen können und das haben sie auch getan.« momag 374 | september 2019 64 | mostviertel magazin

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