momag 375 | OKTOBER 2019

editorial Lebenslagen michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at W as gibt es auf der Welt Schöneres als die Geburt eines Kindes? Schon in der Schwangerschaft erhält das eigene Dasein eine völlig andere, stärkere Bedeutung. Das Bewusstsein, dass hier ein Wesen entsteht, für das man ein Leben lang Liebe empfinden wird, macht sich breit. Das Heran- wachsen der Kinder mitzuerleben, immer wieder an die eigenen Gren- zen zu stoßen, ein gutes Vorbild zu sein, die Sprösslinge entsprechend zu fördern, zu fordern, ohne sie zu überfordern. Das sind die täglichen Herausforderungen der Eltern unter uns. Und jene, die vielleicht (noch) keine Kinder haben, haben eventu- ell (noch) Eltern. Auch in dieser Be- ziehung wird einmal der Zeitpunkt eintreten, wo diese auf unsere oder professionelle Hilfe angewiesen sind. Die Gesellschaft wird tendenzi- ell immer älter, Modelle für wür- diges Altern sind gefragter denn je. Doch damit ist die Palette der Le- benslagen längst nicht erschöpft. Da gibt es die alleinerziehende Mut- ter mit ihrem beeinträchtigten Kind, die wirklich nur ab und zu gerne mit Freunden ausgehen würde, um viel- leicht irgendwann wieder jemanden kennenzulernen. Oder das ältere, kin- derlose Paar, das ein sehr ausgiebiges Lied von Einsamkeit singen kann. Den Witwer, der zu Hause vor dem Fern- seher vergammelt. Ganz unabhängig von den politischen Entwicklungen in Österreich und der ganzen Welt müs- sen wir uns leider eingestehen, dass nicht alle Entwicklungen Indizien für unsere Intelligenz sind. Gewinnmaximierung, Wohlstand und Statussymbole können uns nie- mals langfristige Zufriedenheit brin- gen. Wirkliche Zufriedenheit erhal- ten wir aus einem funktionierenden, (einigermaßen) harmonischen, zwi- schenmenschlischen Netzwerk. Da- für brauchen wir Freunde, Familie, Nachbarn, Vereine und so weiter. Wir brauchen Hobbys, wir brauchen Glücksmomente. Um unsere Bezie- hungen pflegen und genießen zu können, müssen wir nicht das neu- este iPhone besitzen oder das größ- te Haus. Wir müssen Zeit investieren. Ineinander. Eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnen wird. £ mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 28 sonja raab michaela auer colourbox.com joe vigerl Hokuspokus, Fidibus. Tannenzapfen, Stinkefuß – aber Vorsicht! Zauberei ist keine Hexerei! Eine coole Story über eine Mostviertler Zauberfrau. Sanfte Bewegung für Kids. Yoga ist nicht nur für Große. Es gibt eigene Kurse für Sprösslinge und Michaela Auer hat sich das mal näher angeschaut. Eiserner Vorhang. 30 Jahre ist es nun her, dass er geöffnet wurde. Robert Voglhuber erörtert im momag historcium das Geschehen. Informiert sterben. Die „Seelenfrieden“-Messe bietet allerlei Information rund ums Sterben und den Tod. Sarg-Probeliegen inklusive. 34 Entschleunigen. Es ist gar nicht so einfach, die eigenen Gedanken ziehen zu lassen und voll und ganz im Moment zu sein. 40 Letzte Hilfe. Auch für den richtigen Umgang mit Hinterbliebenen gibt es Schulungsangebote, die (nicht nur) Ersthelfern dienlich sind. 44 Angst vor Klimawandel. Die klimatischen Veränderungen bereiten nicht wenigen Menschen große Sorgen. Wie können wir damit umgehen? 14 Generationenübergreifend. Ein Wort mit Gewicht, gerade in unserer Zeit. In Ybbsitz gibt es das Haus des Lebens, das unter diesem Credo betrieben wird. 22 Sozialer Alltagsbegleiter. Ein neues Berufsbild, das die Lücken in unserem Pflege- system füllen will. Elke Reickersdorfer mit Details. 8 4 28 36 Covergestaltung | Helmut Hirner impressum: seite 6 2 | mostviertel magazin

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