momag 377 | Winter 2019/20

Leicht und Selbst Stefanie: In Deutschland ha- ben wir dann noch den Fein- schliff gemacht. Was war dabei die größte Herausforderung? Johannes: Sich – beim sechs- ten Studioalbum – nicht zu wiederholen; und dass die Inspiration ausbleibt. Wir wollten eine Platte machen, mit der man nahe an uns Mu- sikern dran ist. Und auch die Texte sollten nahe und per- sönlich sein. Das ist uns ei- gentlich ganz gut gelungen. Stefanie: Vor „Leichtes Ge- päck“ haben wir ja alles neu geordnet. Komplett neues Team, neue Produzenten so klingen, wie auf dem Al- bum. Wir kannten das fran- zösische Studio schon von Bildern. Dort gibt es ganz unterschiedliche, ganz char- mante und abgefahrene Räu- me. So eine alte Mühle zum Beispiel, oder eine Scheune, eine Bibliothek mit der größ- ten, echten Vinylsammlung Europas. Wenn du auf die Snare vom Schlagzeug haust, dann merkst du: „Wow, das ist magisch!“ Darum haben wir dort unsere Instrumente aufgebaut, an den Sounds getüftelt und viele Sachen eingespielt. Live und gemein- sam auch. Das war eine be- reichernde Erfahrung.  musik momag Musikredakteurin Petra Ortner im Gespräch mit Stefanie und Johannes von Silbermond.  jens koch eva oswlad familienlektüre Hören jetzt alle zu? andrea kromoser | Waidhofen/Ybbs Workshops, Buchgespräche, Seminare www.familienlektuere.at W elches Lied kommt am Ende eines Konzerts? Wenn die Stimmung ausgelassen und fast alles gesungen ist, was kommt dann? Das bekannteste Lied, das Neueste? Die Rapperin Nina „Fiva“ Sonnenberg nutzte diesen Moment un- längst im Linzer Post- hof anders, nämlich um über etwas zu rappen, das ihr spürbar wichtig ist. Sie hätte den Showdown leichter ha- ben können. Doch sie hat sich für den Song „3 Ausrufezeichen“ entschieden, ein ruhiges Lied, eines, das tanzende Füße stoppt, weil Gehirnwindungen springen. Nina Sonnenberg ist eine begnadete Geschichtenerzählerin, die was zu sagen hat und das auch tut – siehe Interview im November- momag 2019. Bestimmt weiß Fiva bestens über Dramaturgie Bescheid. Dieses Wissen über Erzählstrategien braucht es übri- gens auch bei Bilderbüchern. Welche Figur wie und wann die „Bühne“ be- tritt, wird ebenso sorgfältig gewählt, wie was in dem Moment gesagt wird, an welchem das „Publikum“ am auf- merksamsten lauscht. Frauke Angel und Julia Dürr zeigen im Bilderbuch „Disco!“ wie das geht. „Pina sagt, es gibt keine Jungs- oder Mädchenfar- ben. Es gibt nur Lieblingsfarben“, so der Ich-Erzähler am Anfang, junges Publikum ist ja oft gleich zu Beginn besonders wachsam. Worum es in „Disco“ sonst noch geht, auch was Fiva in ihrem Song zentral ist, können Sie selbst nachlesen bzw. -hören. Mir ist wichtig: Nutzen wir Momente, an denen andere aufmerksam zuhören! Lassen wir Sprache zu Wort kommen – mit Bedacht, aber kraftvoll, ehrlich und wo nötig mit drei Ausrufezei- chen!!! £ Disco! | von Frauke Angel & Julia Dürr Verlag Jungbrunnen 2019 ISBN 978-3-7026-5934-9 Stefanie! Du hattest am 31. Oktober Geburtstag?! Ich habe gelesen, dass du den sehr gerne feierst. Wie war es heuer? Stefanie: Gefeiert wird im- mer! Ich mag es tatsächlich, wenn Leute zusammenkom- men. Und wenn die dann am Zusammenkommen auch Freude haben. Weil Zeit das ist, was wir alle gerade am wenigsten haben. Vielleicht nehmen wir sie uns auch hie und da einen Tick zu wenig. Ich finde es schön, wenn es dann wieder mal einen An- lass gibt, zu dem wir uns alle wieder treffen könnten. Dieses Jahr feierten wir ein bisschen entspannter, mit Freunden und Familie. Im Hinblick auf nächstes Jahr dachte ich: „Dieses Jahr nicht ganz Vollgas.“ Aber nächstes Jahr wird wieder in größerer Runde gefeiert! Ihr habt „Schritte“ in zwei Studios aufgenommen – in Deutschland und Frankreich. Johannes: Für den Sound, den wir auf Platte pressen wollten, brauchten wir be- stimmte Räume. Damit das Schlagzeug und die Gitarre 68 | mostviertel magazin

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=