momag 378 | FEBRUAR 2020

editorial Energie tanken? michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at I n Niederösterreich finden (heuer) in der ersten Februarwoche die Se- mesterferien statt. Sie markieren die Hälfte des Schuljahres und werden im Volksmund nach wie vor häufig als „Energieferien“ bezeichnet. Nachdem es sich ja um Schulferien handelt und sie das Ende des ersten Schulseme- sters einleiten, liegt die Vermutung nahe, die Lernenden und Lehrenden sollten sich in dieser Zeit gut erholen, Energie tanken, gestärkt ins zweite Semester starten. Falsch gedacht! Zurückzuführen sind die Semester- ferien nämlich auf die Ölkrise 1973. Die OPEC – die Organisation Erdöl exportierender Länder – drosselte nämlich damals die Fördermenge, um den westlichen Staaten deut- lich zu zeigen, wie abhängig sie vom „schwarzen Gold“ waren. Als Folge davon führte man in Deutschland und Österreich autofreie Tage ein. 1974 führte die österreichische Bun- desregierung dann zum ersten Mal Ferien zum Semesterwechsel ein: eine ganze Woche weniger die vie- len öffentlichen Gebäude zu heizen schien eine gute Lösung, um Heizöl zu sparen. Es ging also vielmehr darum Energie zu sparen als sie zu tanken. Von den Ferien profitiert seither übrigens vor allem die Freizeitwirt- schaft, denn sie bescheren eine un- glaublich umsatzstarke Zeit für den Wintertourismus. Von Energiesparen ist da allerdings schon lange keine Rede mehr, denn Schneekanonen müssen da nachhelfen, wo die glo- bale Erwärmung verhindert, dass die natürlichen Kreisläufe von sich aus Pistenspaß garantieren. Wenn wir die Jahre seit dem als „Öl- embargo“ bekannten Ereignis Revue passieren lassen, können wir jedoch durchaus festhalten, dass die Abhän- gigkeit vom „schwarzen Gold“ und die damit verbundenen negativen Auswirkungen für unsere Umwelt so viel Unwohlsein erzeugt haben, dass einiges an Innovationen daraus ent- stehen durfte und wir heute in einer Zeit leben, in der erneuerbare Ener- gien und umweltfreundliches Han- deln den Ton angeben. Genau die- sem Thema widmen wir auch unsere Februarausgabe. Habt Freude an der Lektüre, denkt unbedingt ans Ener- gietanken, aber wichtiger noch: ans Energiesparen! £ mostviertel panorama ab Seite 4 ab Seite 30 amélie chapalain daniela aigenbauer rocksau pictures franz paul horn Kinderbücher. Isolde Fehringer, Klaus Ebenhöh und Daniel Spreitzer kreieren gemeinsam ganz besondere Geschichten für Kinder. Demos für die Zukunft. Für die Fridays-for-Future- Bewegung engagieren sich auch Menschen aus dem Mostviertel im Zeichen des Umweltschutzes. Mark Benecke. Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe wurde vom FBI ausgebildet und findet sich „ganz normal“. Reisen und Flüchten. Franz Paul Horn über sein Buch „Über die Grenzen“, über seine Reise in den Iran und die Flucht zweier anderer nach Europa. 30 Nachhaltigkeit. Das Haus des Lernens in St.Pölten verbindet ökonomisches, ökologisches und soziales Handeln. 32 Bildungsfreude. Klaus Zapotoczky über die vier Säulen der Bildung, die Fähigkeit zu Lernen und das „eigene Bildungshaus“. 54 Lebenseinstellung. Die Ahnen beeinflussen die Genetik und damit auch das Schicksal eines Menschen, so der Mediziner Johannes Huber. 8 Gemüse & Fisch. Gemeinsam gedeihen sie in einem natürlichen Kreislaufsystem, das sich Aquaponik nennt. 12 Ein Strongman als Fotograf. Oliver Gratzer zog Züge der ÖBB und brillierte im Weitwurf von Haushaltsgeräten. Heute beeindruckt er ganz anders. 22 18 34 50 Covergestaltung | Helmut Hirner Foto: Doris Kössl impressum: seite 6 2 | mostviertel magazin

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