momag 379 | MÄRZ 2020

ist der Teufelskreis einer Ab- hängigkeit, die einem gelun- genen Leben entgegensteht. Wie isoliert sind wir heute? Mit meiner Arbeit mache ich in jedem Gespräch andere Er- fahrungen. Unser Problem be- steht darin, dass wir auf ganz individuelle Fragen und Nöte möglichst einfache Antwor- ten erwarten, was aber nicht möglich ist. Jeder Mensch ist ein Kosmos und mit jedem neuen Menschen wird eine neue Welt geboren, so wie wir mit jedem Menschen, den wir zu Grabe tragen, auch eine ganze Welt beer- digen. Insofern sind solche Trends ganz schwer auszu- machen. Wenn wir Menschen Mut machen wollen, gegen Isolation, Alleinsein und Ein- samkeit anzukämpfen, dann müssten wir zuallererst Mut machen, das, was sie suchen, in ihrem Inneren als ihr un- verwechselbares Vermögen zu entdecken. Es gibt Grundkoordinaten des menschlichen Glücks, und die lernen wir bereits jemanden verletzen. Ein Glas Wein schmeckt wunderbar, eine ganze Flasche gefähr- det die Gesundheit. Schon Paracelsus sagte, dass die Dosis das Gift macht. Wenn ich also die Hilfsmit- tel, die mir zur Verfügung stehen, zum allein seligma- chenden Instrumentarium meiner Beschäftigung ma- che, dann benutze ich sie nicht mehr, sondern ich wer- de von diesen Maschinen zu einem Zweck benutzt, der außerhalb von mir liegt und mich entfremdet. Die Folge Seelische Ermutigung. Neurobiologische Forschungen zeigen, dass unsere digitale Multitasking-Welt das Miteinander stört und Belastungen wie Stress, Burnout und Abkapselung nach sich zieht. Der Psychotherapeut und Bestsellerautor Arnold Mettnitzer zeigt in seinem Buch konkrete Lösungswege aus Einsamkeit und Isolation. Der Autor zeigt die viel­ fältigen Facetten von Resonanz auf und wie man im Austausch mit anderen zu einem gelingenden Leben findet. Mitspielen unter www.momag.at/gewinnen Oder schreib unter Betreff: Resonanz per Fax: 0650 5510222 oder per Post: momag, PF 9, 3340 Waidhofen/Ybbs Bitte Anschrift & Tel.-Nr. angeben! Wir verlosen 5 Bücher: Der ermutigte Mensch web | www.mettnitzer.at colourbox.com panoptikum Coolness magdalena ahrer | Weyer Schülerin am BRG Waidhofen/Ybbs magdalena.ahrer@aon.at D ie meisten jungen Menschen wol- len vor allem eines sein: cool. Aber was bedeutet das überhaupt? Was ver- steht man unter diesem Modewort, das sich in unsere Köpfe eingebrannt hat und zu einem Ideal geworden ist? Direkt übersetzt heißt es so viel wie kühl, in der Jugendsprache hat es al- lerdings eine andere Bedeutung. Cool ist ein Mensch, wenn er ruhig, lässig und beliebt ist. Wenn er mit einer ge- wissen gleichgültigen, entspannten Haltung durchs Leben geht. Warum wollen die meisten jungen Menschen so sein? Viele Jugendliche suchen nach Beliebtheit, nach Bestä- tigung und ihrem eigenen Weg. Und wer will nicht gerne gelassen sein und von allen bewundert werden? Klingt doch wunderbar. Der Haken an der Geschichte ist allerdings, dass wir im Versuch cool zu sein unsere eigene Persönlichkeit unterdrücken. Unsere Gefühle nicht zeigen. Dinge tun, die wir eigentlich nicht wollen, nur weil sie einem Ideal entsprechen. Denn cool bedeutet auch oft: ohne Ecken und Kanten. Doch wir sind nicht ma- kellos. Niemand von uns. Perfektion existiert nur in unseren Köpfen und fernab der Realität. Also lasst uns aufhören, einem Ide- al nachzulaufen, das uns in unserer Individualität einschränkt. Die Welt braucht keine coolen Menschen. Davon gibt es bereits genug. Was wir brauchen, um die Krisen und die Probleme der heutigen Zeit zu lösen, sind andere Werte. Wir brau- chen Empathie, Innovativität und Individualismus. Wir brauchen Men- schen, die nicht perfekt sind und auch dazu stehen. Solche, die aufstehen und laut auf Ungerechtigkeiten auf- merksam machen. Solche, die echte Emotionen zeigen anstatt gespielter Gelassenheit. Die gute Nachricht ist: So jemand steckt in jedem und jeder von uns. Wir alle tragen das Potenzial in uns, mutig und offen zu sein und damit die Welt ein kleines Stückchen bes- ser zu machen. Wir müssen es nur wagen, diesen Teil von uns freizu- lassen, wie auch immer er aussehen mag. Egal ob cool oder völlig crazy. Egal ob wir damit in das Idealbild der Gesellschaft passen. Lasst uns mutig sein! £ Ist Gleichgültigkeit eine Erscheinung der digitalen Welt? Es geht alles Hand in Hand. Gleichgültigkeit ist eine Form der Oberflächlichkeit, die durch Mittel der digitalisier- ten Welt gefördert werden kann. Wer jedoch gegen die in ihm schlummernde Gleich- gültigkeit vorgeht, wird das genaue Gegenteil erfahren. Nicht die Mittel sind das Problem, sondern die Art des Gebrauchs. Ein Messer kann ich beim Kochen gut gebrauchen, damit aber auch »Wir müssen Mut machen, das, was Menschen suchen, in ihrem Inneren als ihr Vermögen zu entdecken.« momag 379 | märz 2020 34 | mostviertel magazin

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