momag 379 | MÄRZ 2020

Hoch hinaus also haben wir als Familie diese Leidenschaft geteilt.“ Besonders spannend findet er die komplexe Technik, wie die Teile funktionieren und alles zusammenspielt. Fliegen bedeutet für viele auch Abschalten von Be- ruf und Alltag. Es erfordert volle Konzentration auf das Fluggerät, da haben ande- re Gedanken keinen Platz. Reinhard Ballwein, der Ob- mann des UMSC-Bussard fliegt derzeit nur Segelflie- ger, die mit Thermik arbeiten: „Es ist aufregend, wenn der richtige Bereich gefunden wird und der Flieger immer höher und höher steigt. Es fühlt sich an, als würde man D en Obmann des MFC Ei- senstraße, Franz Allmer, haben Modellflieger immer schon fasziniert: „Vor 50 Jah- ren war dieses Hobby aber nicht leistbar für mich. Als ich meinen ersten Flieger hatte, ist somit ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Mein Sohn interessierte sich auch dafür und wechselte sogar beruflich in diese Branche, »Als ich das erste Mal mit einem Modellflieger flog, ging ein Kindheitstraum in Erfüllung.« Franz Allmer, MFC Eisenstraße in Gresten MODELLFLUGVEREINE UMSC-Bussard, Matzleinsdorf Eine seit 1972 bestehende Interessengemeinschaft gründete zehn Jahre später den Verein, der heute rund 65 Mitglieder zählt, darunter auch vier Jugendliche unter 15. Im Grunde ist fast immer jemand auf dem Flugplatz. Geboten wird auch Lehrer-Schüler-Fliegen: Zwei Modellflieger werden zusammengehängt, der Schüler fliegt quasi „nur” mit. info | office@umsc-bussard.at www.umsc-bussard.at f.allmer@expert-allmer.at www.mfc-eisenstrasse.at MFC Eisenstraße, Gresten Seit rund 30 Jahren existiert der rund 40 Mitglieder zählende Verein, bekannt für sein zweijährig stattfindendes „Mostfliegen“. Bei dem 2-Tages-Spektakel werden die Fluggeräte vor rund 2.000 Besuchern präsentiert, Piloten aus ganz Europa reisen an. Im Verein werden alle Sparten geflogen, von Anfänger bis zum Jetmodell. info@mbc-steyr-weistrach.eu www.mbc-steyr-weistrach.eu MBC Steyr, Weistrach Alljährlich werden beim Kinderfliegen 15 bis 20 Kids mit dem Bau und dem Betrieb von Modellflugzeugen vertraut gemacht. Der seit 40 Jahren bestehende Verein veranstaltet auch verschiedene Wettbewerbe in Segelflug- und Hubschrauberklassen. von evelyne heisler hubert sonneck mostviertorial Tausendfüßlers schöne Beine peter brandstetter | Petzenkirchen peter@momag.at D ie durch die Welt grassierenden Herausforderungen, um nicht zu sagen Krisen, beuteln unser ge- wohntes System ganz schön durch- einander. Da brannte rund um den Jahreswechsel der ganze Süden Aus- traliens, wenig später eroberte von China aus ein Virus die Welt, im Na- hen Osten wird noch immer munter Krieg geführt und die Türkei will mit den Millionen Flüchtlingen nicht mehr alleine zurechtkommen. Ganz schön viel, was da gleichzeitig zu lösen ist. Was auffällt: Keines dieser Probleme kann von einem alleine gelöst wer- den; es müssen viele zusammenhel- fen. Aber irgendwer muss anfangen, muss den Mumm haben zu sagen: los geht’s, packen wir an! Was auch noch auffällt: Man kann nicht immer alles haben! Die absolute Verfügbarkeit von allem gibt’s nicht. Wenn, wie jetzt, ein Glied in der Versorgungskette ausfällt – dann steht das Werkl still. Da fehlt‘s dann an Computerchips und Medikamenten, irgendwelchen Plastikteilen oder Batterien. Wer nur auf einem Bein steht, ist nicht stabil. Klar kann man das üben, auch mit geschlossenen Augen; besser wären aber viele Beine, wie ein Tausend- füßler; wenn da mal eins verletzt ist, macht das fast nix. Als Mensch geht es uns ähnlich: wenn du nur ein In- teresse hast, nur ein Hobby oder gar nur den Job. Wenn das dann wegfällt, tut sich eine große Leere auf. Von allem etwas mehr bringt also Stabilität. Für Staaten heißt das, dass es immer mehrere Lösungen braucht. Die Türkei alleine wird das Flüchtlings- thema nicht lösen. In der Wirtschaft wird man über verschiedene Versor- gungsketten nachdenken. Nur einen Lieferanten zu haben, ist ein bisserl unsicher. Aufs Mostviertel runterge- brochen: Wir brauchen Vielfalt. Den Lunzer See und die Westbahn, die Industrie und das Handwerk, Bau- ern und Programmierer, Künstler und Maschinenbauer. Wir müssen so- wohl Software coden als auch Geige spielen! Kreativität, Flexibilität und Bildung tragen sehr zum Wachstum von vielen Beinen bei, die Stabilität bringen. £ »Wir sind nicht nur verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun!« (Molière, franz. Dichter) momag 379 | märz 2020 4 | mostviertel magazin

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