momag 379 | MÄRZ 2020

Solidarisch, bio info | LebensGut Landwirtschaft Prünst 12, 3163 Rohrbach/Gölsen 0699 10395589, info@legula.at www.lebensgutmiteinander.com haltigkeit und Permakultur- Design. Damals fand ich in Österreich kein vergleichbares Angebot. Ein weiteres Studi- um wollte ich nicht absolvie- ren, es ging mir vor allem ums praktische Arbeiten. Was ist Permakultur und Market Gardening? Der Begriff stammt aus dem Englischen – permanent ag- riculture – und strebt land- wirtschaftlich produktive, ökologisch nachhaltige Systeme an, die sowohl für die Umwelt als auch für den Menschen vorteilhaft sind. Natürliche Kreisläufe sollen dabei geschlossen werden. Es gilt, alle Zusammenhän- ge und Wechselwirkungen zu kennen und zu berück- sichtigen. Die Idee hinter Market Gar- dening zielt darauf ab, dass ziemlich klein strukturierte Betriebe ihre Produkte direkt vermarkten und auf kleiner Fläche mit vorwiegend hän- discher Arbeit hohen Ertrag erzielen. Durch effiziente und gut durchdachte Beet- planung sind dabei mehre- re Ernten pro Jahr möglich. Was führte dich nach Rohrbach an der Gölsen? Nach meiner Rückkehr aus Irland arbeitete ich als Prak- tikantin in verschiedenen Be- D as momag sprach mit der Wahlniederöster- reicherin Tatjana Tupy über ihren außergewöhnlichen Betrieb: eine solidarische Landwirtschaft, in der mit sehr ursprünglichen und schonenden Arbeitsprozessen erstaunlich große Mengen an hochwertigem Gemüse produziert werden. Wie hast du zum Gärtnern gefunden? Das war ein längerer Weg (lacht). Nach dem Studium der Politikwissenschaften in Wien habe ich ein paar Jahre in Berlin in der Politik- beratung – Bereich erneuer- bare Energien – gearbeitet. Als ich zurückkam, begann ich im Gemeinschaftsgar- ten meiner Wohnhausanla- ge in Floridsdorf hobbymä- ßig Gemüse anzubauen. Ich beschäftigte mich mit dem Thema Nachhaltigkeit und suchte mir eine Ausbildung, die mich nach Irland führte. Dort lernte ich biologischen Gartenbau, praktische Nach- von michie könig »Gemüse, das auf einem gesunden Boden wachsen durfte, hat mehr Nährstoffe für uns Menschen.« fotos: lebensgut stefan kastenhofer | St.Peter/Au Bognerhof Gärtnerei und Gartenleiter im Stift Seitenstetten www.bognerhof-garten.at W ir leben in einer Zeit, die verlei- tet, alles kontrollieren zu wollen. Die Kunst in einem Garten ist es, der Natur so viel Raum zu geben, dass sie ihr volles Potenzial ausschöp- fen kann und sie so zu kontrollie- ren, dass sie uns nicht überwuchert. Genau das Überwuchern erzeugt bei vielen eine Skepsis gegenüber Pflanzen auf Wänden oder eng am Gebäude: Weinreben, Marillen oder Speisebirnen; Blauregen, Rosen oder Kletterhortensien. An Fassaden neh- men sie unterschiedliche Funktionen ein, vom Fruchtgenuss über Witte- rungsschutz bis hin zu optischem Aufputz. Sie schaffen es aber auch, ein Gebäude mit dem Garten regel- recht zu verschmelzen. Eine Einheit mit unwahrscheinlich höherer Quali- tät entsteht durch diese Verbindung. Einem Garten ohne architektonische Elemente und genauso umgekehrt fehlt es oft an Spannung. Einen ge- bauten Körper in die Landschaft zu stellen, ohne ihn vom frischen Grün umspielen zu lassen führt oft zu un- nötig harten Kontrasten. Pflanzen mildern scharfe Kanten, sie haben etwas Spielerisches und das Grün ihrer Blätter wirkt beruhigend. Kein Wunder also, dass moderne Archi- tekten auf Fassadenbegrünung be- sonderes Augenmerk legen. Haben Sie keine Angst, auch Ih- rem Haus einen „grünen Anstrich“ zu verpassen. Es muss nicht gleich ein Selbstklimmer wie die Mauerkatze oder Efeu sein. Egal welches Bausy- stem beim Haus verwendet wurde, gibt es immer auch die passenden Rankhilfen. Für Anfänger eignen sich Pflanzen besser, die nicht zu stark wachsen und keine Haftwurzeln ausbilden. Aber auch ein Baum oder großer Strauch direkt am Haus ver- mag ähnliches zu leisten. Achten Sie bei der Bepflanzung immer auf eine ausgewogene Proportion zwischen Gebäude und Begrünung. Das Haus direkt mit Pflanzen in Ver- bindung zu bringen hat eine lange Tradition und aufgrund der vielfäl- tigen Möglichkeiten ist es auf jeden Fall wert, sich damit einmal ausein- anderzusetzen. Auf dass Sie so in den Frühling starten mögen, wie die frischen Hopfentriebe an der Dach- rinne! £ zum thema Eine romantische Verbindung momag 379 | märz 2020 40 | mostviertel magazin

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