momag 382 | JUNI 2020

info | Pius Franc. Litzlbauer Waidhofen a/d Ybbs 0664 9219546 pius.litzlbauer@gmx.at www.kunstlitzlbauer.at  kunst Das Objekt „Mähwerk“ ist im Rathaus von Waidhofen a/d Ybbs zu besichtigen.  fotos: pius franc. litzlbauer kulturnotiz Schöne neue Welt gerhard stubauer | St.Valentin haager@theatersommer.at V ielleicht haben Sie auch schon etwas von der neuen Video-App „Tiktok“ gehört. Es geht dabei darum, mit ein paar technischen Möglich- keiten ein 15 bis 60 Sekunden langes Video zu erstellen und dann so viele Likes wie möglich abzuräumen. Für diese Videos werden selbst erstellte Inhalte – beispielsweise Tondoku- mente oder Musiktitel – von anderen Usern verwendet, etwas verändert und erweitert. Für eine Minute ist man dann der Star und – bei gut ge- machtem Content – auf dem Weg zu unglaublichen Followerzahlen. Kein Wunder also, dass hier neue Sternchen geboren werden und dass auch Pro- minente diese Plattform ausgiebig nutzen. Was Tiktok sonst noch kann: Es fungiert mit Privatnachrichten und Likes auch wie ein „herkömmliches“ soziales Medium. Das Paket hat also alles, um zumindest für die nächste Zeit selbst zum Superstar zu werden. Gemacht ist diese Plattform natürlich für Teenager – das sind jene Leute, für die Facebook schon Patina an- gesetzt hat. Um up to date zu bleiben, verbringt der durchschnittliche Tiktok-User un- gefähr eine Stunde am Tag dafür vor seinem Handy. Und dann gibt es na- türlich noch Instagram und was weiß ich noch alles für welche Plattformen, die unsere Teenager umklammern und kaum noch atmen lassen. Gibt es da nun überhaupt eine Möglich- keit, diese Social-Media-Teens für Shakespeare, Nestroy und Co. auch nur ansatzweise zu begeistern? Wie könnte es zu schaffen sein, solche Teens (wobei: vom Social-Media-Virus sind ja nahezu alle infiziert) für das Theater zu begeistern? Und wie wer- den die Seh- und Hörgewohnheiten der heute 15- bis 20-Jährigen in bei- spielsweise 20 Jahren sein, wenn sie als optimale Zielgruppe für die Büh- nen herangewachsen sein werden? Es ist jetzt schon schwierig, ein altes Stück in Originalsprache auf- zuführen, ohne dass einem die Leute davonlaufen. Um die Millenniums- Generation auch mal für nachhaltige Kultur begeistern zu können, bedarf es allerdings noch vieler Ideen und neuer Konzepte. Eine spannende He- rausforderung für die traditionelle Kulturszene. £ Der mit der I m Rathaus von Waidhofen hängt die Skulptur „Mäh- werk“. Ein Kunstobjekt aus alten Sensen, das an die Geschichte der Waidhofner Schmieden und deren Nie- dergang durch die Industri- alisierung erinnern soll. Das Ausgangsmaterial stammte aus der letzten Sensenschmiede „Bammerhammer“, die 1954 geschlossen wurde. Damals war Pius Franc. Litzlbauer drei Jahre alt. Er hat immer schon gerne gezeichnet, vor allem Gebrauchsgrafik. So hat er auch die Schülerzeitung im Gymnasium grafisch gestal- tet. Es machte ihm Spaß, im Team zu arbeiten. Die Freu- de am Kooperieren ist ihm geblieben. Der Schule ist Litzlbauer ein Berufsleben lang treu geblieben, er unterrichtete unter anderem Bildnerische Erziehung. Seine Hauptmoti- vation waren die vielen Mög- lichkeiten, gemeinsam mit den Schülern kreativ zu sein, neue Themen und Techniken zu erproben und auszureizen. Das hat ihn angeregt, sich selbst künstlerisch zu betä- tigen. Anfänglich waren es »Ich versuche, Themen zu finden, die noch nicht künstlerisch interpretiert wurden.« 38 | mostviertel magazin

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