momag 384 | SEPTEMBER 2020

Spannende Entdec zu den Maismen einander konkurrierende lokale Königreiche. Die ge- sellschaftlichen Unterschiede waren deutlich ausgeprägt: Gottkönige, Priester, Adelige bildeten die Oberschicht, es folgten Handwerker, Künst- ler, Schreiber. Die Masse der Bevölkerung, einschließlich Kriegsgefangene, arbeitete in der Landwirtschaft, errich- tete Bewässerungsanlagen, Tempel und Paläste. Komplexes Schriftsystem An mehreren Medienstati- onen kann der Besucher die Schrift der Maya kennenler- nen. 750 Zeichen sind heu- te entziffert. Bilder für ein ganzes Wort und Silbenzei- chen aus fünf Vokalen und 22 Konsonanten können be- liebig kombiniert werden und sind, in Doppelkolum- nen angeordnet, von links nach rechts und von oben nach unten zu lesen. Texte sind zumeist auf Steinsäulen S chon ab etwa 2400 v.Chr. sind erste Spuren mensch- lichen Lebens auf dem Gebiet der heutigen fünf Staaten Mexiko, Guatemala, Hondu- ras, El Salvador und Belize nachweisbar. Ab 1000 v.Chr. werden Menschen dauerhaft sesshaft, um 700 v.Chr. kommt es zur Entstehung des Kalen- ders, einer Hieroglyphen- schrift und der Errichtung monumentaler Steinbauten (Pyramiden). Zwischen 250 und 900 n.Chr. – als Blütezeit der Mayakultur bezeichnet – existieren Dutzende mit- von fritz haselsteiner Lebensgroße Jademaske, wahrscheinlich aus der sogenannten Monte Alto-Kultur. La Democracia, Escuintla, Guatemala, Mittlere Vorklassik (800 bis 250 v.Chr.)  museumspartner kulturnotiz Let’s rock! gerhard stubauer | St.Valentin haager@theatersommer.at B esondere Zeiten erfordern be- sondere Maßnahmen. Kreative Köpfe und solche, die es noch wer- den möchten, haben Blütezeit. Doch was ist überhaupt Kreativität? Laut Wikipedia beschreibt der Begriff die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu und originell und dabei nützlich oder brauchbar ist. Es geht vor allem um die Eigenschaft eines Menschen, schöpferisch oder gestalterisch tätig zu sein. Seine kreativen Gedanken, die über die damit verknüpften Emo- tionen und Handlungen schließlich zu bestimmten Ergebnissen führen, müssen sich dabei nicht zwingend im Äußeren widerspiegeln. Auch ein nach innen gerichteter kreativer Prozess – also die Beschäftigung mit sich selbst – kann zu ungeahnten und überraschenden Ergebnissen führen. Aus entsprechender Selbsterfahrung wurde mir beispielsweise klar, dass ich mit Neugier und Offenheit mal an meinen Glaubenssätzen arbeiten könnte/sollte. Diese kreative Arbeit mit verfestigten und scheinbar nicht verrückbaren inneren Werten, Ge- danken und Ideen über das Leben beziehungsweise das eigene Welt- bild erwies sich in der Nachbetrach- tung als ein ungemein befreiendes und horizonterweiterndes Erlebnis. Dieser innere Prozess, den man eben kreativ oder meinetwegen auch als Arbeit mit dem Unterbewusstsein bezeichnen kann, bringt Originelles, Nützliches und Brauchbares – in dem Fall halt für mich selbst. Um den Bogen zur Kultur doch noch zu schaffen: Ich bin zu der Erkennt- nis gekommen, dass es für mich seit meinem ersten Atemzug bedeutsam ist, Dinge zu machen, mit denen ich Menschen begeistern kann. Sei es nun die Organisation von Kulture- vents oder auch von anderen Ver- anstaltungen in meinem Wirkungs- bereich. Überraschend war für mich, dass es mich mehr als ich gedacht habe zur Musik hinzieht. Nicht zu einer bestimmten Musikrichtung; es schlummert irgendwie ein inneres Bedürfnis, mich musikalisch – in den eigenen vier Wänden – zu betätigen. Stimmlich wird das nix; aber wer weiß, vielleicht schaffe ich es nun endlich, doch noch ein Instrument zu lernen. Nachahmer sind herzlich willkommen – let‘s rock together! £ »Die Vergangenheit darf nicht auf eine Ansammlung von Legenden reduziert werden. Sie muss ein Wegweiser für die Gegenwart und Zukunft sein.« Rigoberta Menchu, Friedensnobelpreisträgerin 1992 momag 384 | september 2020 60 | mostviertel magazin

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=