momag 385 | OKTOBER 2020

Konflikte wären siert sind.“ Sie ist dafür ein gutes Beispiel. Als alevitische Kurdin ist Gül im ostanato- lischen Malatya geboren und hat kurdische, türkische und österreichische Freunde. Ihr Lebensmittelpunkt ist Öster- reich, sie ist österreichische Staatsbürgerin, verleugnet aber dennoch ihre Herkunft nicht. „Ein Vorarlberger, der in Wien seinen Lebensmittel- punkt hat, wird auch immer stolz darauf sein, dass er in Vorarlberg auf die Welt ge- kommen ist“, meint Gül. Sie betont: Wenn’s um In- tegration geht, dann ist nicht nur die Politik gefordert, sondern jeder von uns – ein- schließlich jener Menschen, die sich hier eine „neue Hei- mat“ wünschen. „Es ist wich- W enn es um die Sache geht, macht Yurdagül viel Wind, um sich selbst eher weniger. „Es geht ja nicht um mich, sondern darumaufzuzei- gen, wo man ansetzen muss, um gemeinsam etwas zu er- reichen“, meint Gül, wie sie von ihren Freunden genannt wird, achselzuckend. „Da gibt’s nichts zu beschönigen oder kleinzureden: Integration ist nur dann möglich, wenn beide Seiten daran interes- »Integration ist nur dann möglich, wenn beide Seiten daran interessiert sind.«  menschenbild gerhard hammer panoptikum Erntezeit D ieses Jahr ist alles ein wenig an- ders, denn wir ernten keine all- zu schönen Dinge. Unsicherheit, Ein- schränkungen in vielen Bereichen des Lebens, Misstrauen und nicht zuletzt die beginnende Spaltung unserer Ge- sellschaft sind wahrlich keine gute Ernte. Dennoch, es ist die Ernte un- serer Zeit. Das Ergebnis einer Welt, die sich eine globalisierte Zukunft vielleicht doch ein wenig zu rosig ausgemalt hat. Die Gesellschaft und die Welt sind wir alle. Jeder von uns bringt täglich die Saat aus, die er ernten wird. Grund genug, wieder einmal über die eigene Ernte nachzudenken. Nachdem das Gesetz von Säen und Ernten auch für uns Menschen gilt, kommen wir um eine wichtige Frage nicht herum: Was musst du heute säen, damit du in Zukunft das ernten kannst, was du möchtest? Auch wenn wir nicht alles im Leben selbst bestimmen können, was im Übrigen mehr als nur gut ist, so bringen wir doch die gute oder die schlechte Saat auf dem Acker, der das Leben ist, aus. Die Wahl des Saatguts ist dabei entscheidend. Wir sollten es immer mit Bedacht wählen. Wenn es einmal zu Boden gefallen ist, bringt es früher oder später seine Früch- te hervor. Solche oder solche, und zwar unwiderruflich. Jesus sprach einst schon so treffend: »An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.« Auch wenn diese Aussage rund 2.000 Jahre zurück liegt, so hat sie nichts an ihrer Aussagekraft verloren. Ein Blick in die Welt von heute beweist es eindrucksvoll. Damit die Aussaat überhaupt Er- trag bringen kann, muss das Feld aber auch umsorgt werden. Hege und pflege Freundschaften, knüpfe gute Beziehungen und vergiss nicht auf dich selbst! Entferne das Unkraut! Oft sind es schlechte Gedanken oder Menschen, die dir nicht wohlgeson- nen sind. Zu einer guten Lebenspflege gehört aber auch, sich immer wieder die folgenden Fragen zu stellen und sie radikal ehrlich zu beantworten: Was soll in meinem Leben bleiben? Was soll aus meinem Leben gehen? Was soll in mein Leben kommen? Ich wünsche dir eine reiche Ernte und die richtige Saat für die kommenden Jahre. £ martin matheo | Neumarkt www.martinmatheo.com impressum 3340 Waidhofen a/d Ybbs, Seebachgasse 5, 0650 5510 222, office@momag.at Medieninhaber: momag e.U., FN 392758k (LG St.Pölten) | Herausgeber: Werner Fally, werner@momag.at Chefredaktion: Michaela König MA, michie@momag.at | Musikredaktion: Petra Ortner, petra@momag.at Assistenz & Social Media: Christina Fally, online@momag.at Autorinnen und Autoren: Johann Anglberger, Mag. Michaela Auer, Maria Glaser, Evelyne Heisler MSc, Mag. Barbara Pletzer, Sonja Raab, Marlene Scheuch, Doris Schleifer-Höderl Kolumnistinnen: Magdalena Ahrer, Peter Brandstetter, Katharina Buchta, Roman Fessler, Mario Hirner, Waltraud Hirner, Martin Matheo, Gabriele Schramel, Gerhard Stubauer BA Anzeigenberatung: Ricarda Brandstetter, ricarda@momag.at | Bianca Huber, bianca@momag.at Michaela Fally, michaela@momag.at Kleinanzeigen und Abo: Maria Schoißwohl, maria@momag.at Grafik & Layout: Helmut Hirner, grafik@momag.at | Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn, www.berger.at Erscheinungsort/Verlagspostamt: A-3340 Waidhofen an der Ybbs Unabhängige Zeitschrift zur Förderung von Wertschätzung und Zusammenarbeit in der Region Mostviertel. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung des Herausgebers wieder. Für den Inhalt von Inseraten haften die Auftraggeber. Autorinnen sind für den Inhalt ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die Schreibweise ist nicht immer geschlechtsneutral, das jeweils andere Geschlecht ist diesfalls mit-gemeint. momag 385 | oktober 2020 14 | mostviertel magazin

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