momag 385 | OKTOBER 2020

Von der Wiener Un zur Ziegenma im Wald, soll ein verstecktes Blockhaus mit einem halb- en Hektar Land rundherum liegen. Ich frage also einen freundlichen Mann, der ge- rade vor seinem Haus steht, ob er wüsste, wo das sein könnte. Mit den Worten: „Des finden’s nie! Schreckens Ihna net, des liegt total in der Prä- rie!“, fährt er in seinem Auto voraus und ich hinterher. Vorbei an Kräuterwiesen, Kü- hen und Bäumen den Hügel hinauf, eine Kurve nach der anderen und dann in den S o einfach, wie man sich die Einfachheit vorstellt, ist sie gar nicht. Schon die Anfahrt zu meinem Inter- view-Termin ist ein kleines Abenteuer, denn mein Navi kann die Adresse nicht finden. Irgendwo zwischen Scheib- bs und Neubruck, am Berg, »Manchmal hab ich einen Wellness- Gusto, aber ansonsten bin ich reich.« sonja raab 6 Ötscher-Tormäuer. Begleitet uns auf einen lässigen Halbtagesausflug im Mostviertel. So schön haben wir‘s zu Hause! 12 Corona-Realisten. Immer größer wird der Kreis der kritischen Stimmen in Bezug auf die „Pandemie“. 20 Hygiene. Ein Zuviel an Desinfektionsmittel zerstört die Hautflora. Spröde und rissige Hände sind die Folge. 18 Schönheit. Das größte Organ, unsere Haut, spielt eine beachtliche Rolle darin, ob wir uns schön fühlen. 24 Klangschalen. Die Bedeutung der Schwingungen und Klänge für das eigene Wohlbefinden. 28 Kein Planet B. Eine Sonderausstellung im Museum NÖ zeigt, wie wir unsere Umwelt schützen können. mostviertel panorama editorial Schön ist es, auf der Welt zu sein michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at N ein, keine Biene, kein Stachel- schwein. Ich gestehe, dass ich die weltweite Lage so bedenklich finde, dass ich mich regelrecht dazu zwin- ge, es nicht (okay: möglichst wenig) hier einfließen zu lassen und einfach den Blick auf das Schöne im Leben zu fokussieren. Um auf mich zu schau- en, und auf dich, damit wir gesund bleiben. Psychisch nämlich. Also denke ich an die Schönheit und möchte den Begriff weiter fas- sen als die Ästhetik, die ja in dieser Ausgabe Thema ist. Schöne Gefühle sind es, die uns zufrieden sein und Glück empfinden lassen, und das tra- gen wir dann auch nach außen. Mir bringen diese Gefühle in erster Linie meine Kinder. Als wir gestern eine Runde mit dem Rad drehten, hatte ich so ein Gefühl, das muss ich ein- fach weitergeben in der Hoffnung, es möge sich multiplizieren bei allen, die das lesen. Nicht nur bei unseren Nachbarinnen und Nachbarn, um die es hier geht, sondern allgemein. Eine Nachbarschaft ist ja ein Mix aus Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und gestern ist mir wieder einmal bewusst gewor- den, wie schön diese Melange sein kann. Man trifft sich auf der Straße, schaut den spielenden Kindern zu – eine richtige kleine Gang hat sich da gebildet! Sie läuten an und fragen nach dem Töchterchen. So schön! Man plaudert über den Zaun, oder wenn man einander in der Siedlung begegnet, und zwar generationen- übergreifend! Man trinkt auch mal Kaffee oder ein Gläschen zusammen, grillt, unternimmt vielleicht Ausflü- ge. Wenn die Kinder Faxen machen, sagt man es ihnen auch. Dieses Sprichwort, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, kommt zwar aus Afrika, aber passt überall. Man grüßt sich freundlich. Das lebt man auch den Kindern vor. Es ist nicht nur ein Nebeneinander, sondern ein Miteinander. Nix da Social Distancing! Die wohlwollenden und offenen Herzen, die ich da auch für mein etwas anders gestricktes Kind immer spüren und erleben darf, ha- ben mir nicht erst einmal Tränen der Rührung und ein Gefühl von Heimat beschert. Danke! Liebe Leute, schaut euch bei euch um. Ist es nicht wun- derschön, auf der Welt zu sein? £ momag 385 | oktober 2020 2 | mostviertel magazin

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